Usefulness – Usability – Utility

Verfasst am 16. Januar 2007 von .

Da es an einigen Stellen im wieder gern zu Verwirrung kommt, hier eine kleine Einführung zur Klarstellung obiger Thematik. Hierzu soll mir ein kurzes Beispiel behilflich sein:

Ein Software-Unternehmen möchte ein softwarebasiertes Online-System zum Verkauf von Waren programmieren und dies in Lizenz verkaufen. Damit soll es Händlern möglich werden, Waren im Internet zu verkaufen und viele Kunden in Deutschland erreichen.

Das System hat für die Händler also einen großen Nutzen (Utility).

Da die Firma einen unerfahrenen Studenten beauftragt, die Software zu programmieren, ist das System zwar in der Lage die Aufgabe des Verkaufs von Waren im Internet zu übernehmen, das Nutzerinterface ist aber so kompliziert aufgebaut, dass die deutschlandweite Kundschaft es weiterhin vorzieht, die Waren beim Strassenhändler um die Ecke zu kaufen.

Das programmierte System hat also eine sehr niedrige Gebrauchstauglichkeit (Usability).

Nimmt man beide Fakten zusammen, kommt man zur gesamten Brauchbarkeit (Usefulness) des Systems. Durch die sehr niedrige Gebrauchstauglichkeit ist auch die Brauchbarkeit sehr gering.

Die Folge: trotz des hohen Nutzens eines solchen Systems wird das Softwareunternehmen sehr wahrscheinlich keine großen Erfolge im Markt haben, weil die Software die Kunden von der Nutzung abschreckt.

Hintergründe zum Thema Usability:

Usability ist der neudeutsche Begriff für Benutzerfreundlichkeit oder Gebrauchstauglichkeit. Der maximal mögliche Wert, der hier angenommen werden kann ist 100%, was heißt: 100% Gebrauchstauglich!

Zur Bewertung der Gebrauchstauglichkeit dient DIN EN ISO 9241-11.

Sie besagt, dass

  • ein Benutzer (=subjektiv)
  • in einem bestimmten Nutzungskontext (=aufgabenbezogen)
  • für bestimmte Ziele (=steuerbar)

das System oder die Sache

  • effektiv
  • effizient und
  • mit Zufriedenheit & Akzeptanz

benutzen kann.

Für die Gebrauchstauglichkeit bei Benutzerschnittstellen ergeben sich in diesem Zusammenhang aus DIN EN ISO 9241-10 folgende Grundsätze:

  • Aufgabenangemessenheit
  • Selbstbeschreibungsfähigkeit
  • Steuerbarkeit
  • Erwartungskonformität
  • Fehlertoleranz
  • Individualisierbarkeit
  • Lernförderlichkeit

Die Methoden und Verfahren zur Feststellung, wie Gebrauchstauglich eine Benutzerschnittstelle ist, sind sehr vielfältig und unterteilen sich in:

  • Expertenzentrierte Methoden
  • Nutzerzentrierte Methoden
  • Kombinierte Verfahren, z.B.
  • Eyetracking (Blickaufzeichnung)
  • (Maus-)Pfadanalysen

Zur Abrenzung von Usability:

Utility ist der grundsätzliche Nutzen, den eine Sache oder ein System generell stiftet. Utility ist damit völlig unabhängig von der Gebrauchstauglichkeit (Usability) zu betrachten.

Usefulness ist letztlich die Brauchbarkeit insgesamt, d.h. man kann die Brauchbarkeit eines Systems als die Summe aus dem grundsätzlichen Nutzen (Utility) und der Benutzerfreundlichkeit (Usability) verstehen.

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Kategorie: Design & Usability


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