Was ist Web 2.0?

Verfasst am 6. Februar 2007 von .

Ich habe ja nun an verschiedensten Stellen Artikel und Statements über Web 2.0 gelesen, jedoch das nachfolgende Video “Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us” von Michael Wesch, einem “Assistant Professor of Cultural Anthropology” (Kansas State University) bringt die Frage nach einer allumfassenden Erklärung, zur Frage Was ist Web2.0? auf den Punkt.

Ich schließ mich dem cio-weblog an, wobei ich auch dem Kommentar von Volkmar Breindl recht gebe, dass dieses Video wirklich nix für meine Familie wäre, ja selbst internet-affine Freunde werden sicher ihre Schwierigkeiten haben. Aber schaut selbst:

Interessant finde ich nochmals an dieser Stelle die Fragen, die in diesem Zusammenhang auf geworfen werden:

We’ll need to rethink a few things…

…copyright
…authorship
…identity
…ethics
…aesthetics
…rhetorics
…governance
…privacy
…commerce
…love
…familiy
…ourselves

Damit bringt Michael Wesch es für mich auf den Punkt: Das Netz wird unsere Welt und Gesellschaften noch nachhaltig verändern und viele herkömmliche Dinge werden durch das Netz eine Veränderung erfahren…müssen.

[via: cio-weblog]

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Kategorie: Social Web


9 Reaktionen zu “Was ist Web 2.0?”

  1. Volkmar Breindl

    Am 6. Februar 2007 um 12:05 Uhr

    Dein abschließender Satz wirft bei mir allerdings eine Frage auf: Verändert das Internet wirklich unsere Gesellschaft oder ist es nicht eher umgekehrt? D.h., dass viele Dinge heute im Netz erst möglich werden, weil sich unsere Gesellschaft verändert?

  2. Kay

    Am 6. Februar 2007 um 12:54 Uhr

    Ich denke das Netz darf ganz einfach nicht verändernde Wirkung auf manche Aspekte haben. Für viele Dinge wie Liebe, Familie, Ethik sollte das Netz bleiben was es ist, nämlich Mittel zum Zweck.

  3. Holger Weser

    Am 6. Februar 2007 um 14:24 Uhr

    Mir ging es anfangs vorrangig um die Frage:

    Wer ist Urheber in einem Web, welches aus individuellen Inputs gemeinsame Outputs generiert?

    Doch weiter gedacht: Werde nicht erst durch das Internet alte, verkrustete Strukturen aufgebrochen? Und werden nicht gerade durch das Internet bestehende gesellschaftliche Probleme verschärft und damit erst aus dem Untergrund an die Oberfläche gespült? Wie wird damit in der Gesellschaft umgegangen?

    Weiterhin: Wer wird Informationsmacht der Zukunft? Woher ziehen sich die Bewohner unserer Erde Informationen und bilden damit individuelle Meinungen? Medien waren und sind Macht. Wie sieht diese Macht in Zeiten des Mediums Internet aus? Wer hat die Macht? Wie wird mit dieser Macht umgegangen?

    Alte Medien waren nur begrenzt zugänglich für die Nutzer. Jetzt wird der Nutzer zum aktiv-gestaltenden Teil im Medium. Multilaterale Kommunikation für alle. Massenkommunikation für alle. Reale gesellschaftliche Vereinsamung in virtuellen Massen-Communities?

    Ich denke, dass wir am Anfang eines Evolutionssprungs stehen. Das Alte versucht gerade das Neue zu bedrängen und seine (Welt-)Sicht auf das Neue zu übertragen, um sich selbst zu überleben…was daraus entsteht, bleibt ungewiss…bleibt Zukunft.

    Damit hat das Netz Einfluss auf gesellschaftliche Strukturen. Schon jetzt nutzt unsere Jugend das Internet mehr, als dass sie Fernsehen schaut…Ist nicht das schon Veränderung?

    Und: Würden wir ohne das Internet in dieser Art und Weise miteinander versuchen zu kommunizieren?

    Wer sind Sie eigentlich? 😉

  4. Kay

    Am 6. Februar 2007 um 15:03 Uhr

    Alte Strukturen aufbrechen?
    Ehe? Familie? Alles nur noch virtuell?
    Bin ich ohne Internet überhaupt noch?
    Bin ich Internet?
    Will ich das sein?
    Wo ist Privatsphäre? Was kann man über mich im Internet erfahren? Will ich, das man das erfahren kann? Kann ich diese Erfahrung verhindern? Bin ich nicht völlig machtlos? Kann ich mich “ausklinken”? Kann ich einfach mal abschalten?

    Ich denke, eine Menge Menschen werden weiterhin unglaublich vom Internet profitieren. Aber das heiligt es nicht. Denn eine Menge Menschen werden gleichzeitig dadurch auch verlieren (aber das mag die alte Welt sein 😉 )

  5. Holger Weser

    Am 6. Februar 2007 um 15:13 Uhr

    Stimmt. Seh ich auch so.

    Wir sind gerade in dem Prozess, in dem versucht wird, die gelernten Strukturen und Denkmuster auf die “Neue Welt” zu übertragen.

    Es gibt dabei für mich zwei Extrem-Szenarien:
    – Individualität siegt über Zentralismus
    – Zentralismus siegt über Individualität

    Damit runtergebrochen auf diese Entwicklungsmöglichkeiten:
    – viele Gewinner
    – wenig Gewinner

    Hat irgendwas vom Kampf zwischen Diktatur und Demokratie, wie ich finde. Sind Google, Amazon und Ebay damit unsere zukünftigen Diktatoren?

    Schon jetzt diktiert doch eigentlich Google sehr stark, wie eine Website auszusehen hat…oder?!

  6. Holger Weser

    Am 6. Februar 2007 um 15:43 Uhr

    Hier mal ein Beispiel aus dem Bereich der Besteuerung:

    http://www.abseits.de/weblog/2007/01/besteuerung-von-second-life.html

  7. Gerhard Fobe

    Am 6. Februar 2007 um 15:49 Uhr

    Phantastisches Video, sowas Gutes habe ich lange nicht gesehen!

    Die Nutzer und das Netz bilden eine Symbiose, denn keiner kann ohne den anderen. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Neue Technologien machen neue Features möglich. Es wird interessanter, spannender, aufregender. Die Menschen wollen raus mit ihren Gedanken und Gefühlen in die weite Welt, wollen sich präsentieren. Wie sonst ist es zu erklären, dass viele Durchschnittssurfer freiwillig ihr halbes Leben in Schrift, Bild und Ton via social communities der Welt/dem Web zur Verfügung stellen?

    Das Internet hat mich verändert, hat den Fernseher überholt. Es wird langsam erwachsen. Aber es birgt auch immer mehr Gefahren. Ich kann nur sagen, dass ich ohne das Internet nicht das wäre, was ich heute bin.

  8. Nadia

    Am 7. Februar 2007 um 08:37 Uhr

    Hallo Gerhard,
    Du hast recht, das Video ist klasse und gibt recht gut den verwirrenden, rasanten Charakter der Internet-Welt wieder.
    Ich muss Dir aber widersprechen, wenn Du meinst, dass wir nicht ohne das Internet können. Das können wir sehr wohl, aber das Internet kann nicht ohne den Nutzer. Und es liegt in der Verantwortung des einzelnen, auch mit diesem Medium maßvoll umzugehen. Denn es wird nie echte soziale Beziehungen, Vier-Augen-Gespräche und ein gutes gebundenes Buch ersetzen können.
    Sicher wird unsere Gesellschaft und auch das Leben des einzelnen von den Entwicklungen des Internet (und dessen Einfluss auf die “alte” Medienwelt) nicht unberührt bleiben. Ich bezweifle aber stark, dass die Veränderungen so gewaltig sein werden, wie sie von den web2.0-Propheten verkündet werden. Die meisten Menschen aber (ich denke hier vor allem an Leute ab 40 und solche, die durch mangelnde Bildung nie in der Lage sein werden, die Chancen des Internets zu nutzen) werden weder morgen noch in zehn Jahren das Internet in ihr persönliches Leben einbezogen haben. Das sollten wir uns immer mal wieder ins Bewusstsein rufen, sonst könnten wir dazu neigen, das Internet wesentlich zu überschätzen.

  9. Simon

    Am 7. Februar 2007 um 15:51 Uhr

    Guten Tag,

    nachdem ich einige Wochen damit verbrachte mich selbst zu updaten, möchte ich hier einmal meinen Senf – äh…Content – zu der ‘Sache Web 2.0’ abgeben.

    Zunächst zu dem Video: Es erklärt anschaulich, was Web 2.0 sein könnte. Nicht was es ist. Man sollte nicht vergessen, das jede Entwicklung, die uns angeblich unser Leben versüßt seinen Preis hat. Ich persönlich sehe die Gefahr in der, ich nenne es nun einfach mal so, “Entindividualisierung”. Der Einzelne wird nach seinem Content bewertet, nicht ob er menschlich ist. Ich vermisse Menschlichkeit. Danach schreit es in dieser “Internet-Gesellschaft” immer wieder.
    Ich gehöre sicher nicht zu den Menschen die das Internet verteufeln oder gar ihm seine Wichtigkeit absprechen, dennoch finde ich das es ein gravierendes ‘Problem’ gibt: Quantität geht nach wie vor über Qualität. Das war auch vor Web 2.0 so und ich sehe bisher keine einzige Web 2.0 Anwendung, die mir Qualitativ Vorteile gegenüber ‘herkömmlichem web’ bietet (hier könnt ihr mich gerne eines Besseren belehren).

    Was ich auch feststellen musste war, das wir das Internet nach wie vor meist nur aus “Bequemlichkeit” nutzen. Wir können Dinge schneller, einfacher und bunter erklicken und uns daran erquicken. Allerdings fragt oft niemand nach dem wirklichen Nutzen.
    Doch nun zu dem gesellschaftlichen. Ich las in einem Post hier, das der Schreiber davon ausgeht, dass Web 2.0 unsere Gesellschaft weiter verändern/verbessern wird. Dem kann ich nun gar nicht zustimmen. Anwendungen die wir im Internet sehen bringen uns menschlich oder gar gesellschaftlich null voran. Ich kann bisher nur wirtschaftlichen Nutzen entdecken. Jemand macht Gewinn nur tun wir, die Menschen, das denn auch? Es gibt keinerlei “Aktionen” im Web, seien es politische oder menschliche die unsere Gesellschaft ändern könnten. Wir werden nur 15min länger arbeiten können und 15min weniger Zeit haben Mensch zu sein.

    Danke, Simon.

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