ElectronicScout24: Gemeinsamer Warenkorb war Flop

Verfasst am 6. März 2007 von .

electronicscout händlerübergreifender WarenkorbSoeben erhalte ich die Nachricht Electronicscout24 wird grundlegend umstrukturiert über Internet World Business und bin doch erstaunt über die darin enthaltenen Informationen:

Das bisherige Alleinstellungsmerkmal von Electronicscout24, der gemeinsame Warenkorb, wurde dabei aufgegeben. Dieses Feature ermöglichte Kunden, ihre Einkäufe bei verschiedenen Händlern in einem Vorgang direkt bei Electronicscout24 zu bezahlen. Nach Aussagen von Unternehmenssprecher Jungbluth war dieser Service mit erheblichem Aufwand verbunden, wurde von den Kunden jedoch nicht genügend nachgefragt.

Die halbe Internet-Welt spricht davon, endlich den Händlerübergreifenden Warenkorb zum Standard zu erheben und ElectronicScout24 als Vorreiter schafft ihn eben mal ab.

Kernaussage:

  • Zu wenig Nachfrage
  • Zu hoher Aufwand

Jetzt kann man spekulieren, ob der Zeitpunkt zu früh gewählt war, weil die Kunden noch nicht reif genug sind usw. Generell kann man scheinbar festhalten, dass die Lösung von ElectronicScout24 bei geringen Bestellmengen nicht funktioniert hat.

In Zukunft sollte man also bei der Implementierung und dem Betrieb eines Händlerübergreifenden Warenkorb darauf achten, dass geringe Fixkosten entstehen, somit der Betrieb dieses Warenkorbs auch bei geringer Nachfrage problemlos möglich ist.

Ich für meinen Teil sehe den Händlerübergreifenden Warenkorb weiterhin als Zukunft, da immer mehr Kunden das Internet zum Einkauf nutzen und damit auch die produktübergreifenden Bestellungen zunehmen werden. Der eigene Warenkorb von Shopping-Plattformen ist sehr entscheidend zur Kundenbindung und zum Aufbau der eigenen Marke.

Der Händlerübergreifende Warenkorb muss also gut organisiert und durchgerechnet sein, wie der Fall ElectronicScout24 zeigt.

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Kategorie: Design & Usability


2 Reaktionen zu “ElectronicScout24: Gemeinsamer Warenkorb war Flop”

  1. Stefan David

    Am 7. März 2007 um 00:18 Uhr

    Aus der Sicht des Kunden ist der händlerübergreifende Warenkorb sicherlich wünschenswert. Solange aber jeder angeschlossene Händler seine eigenen AGB, eigene Versandkosten, unterschiedliche Lieferzeiten und andere Angaben pflegen will (und das will er), ist es zum Einen schwierig, das für den Kunden klar darzustellen und zum Anderen technisch schwer abzubilden. Von den rechtlichen Schwierigkeiten mal abgesehen. Wer weiß, wie schwierig es ist, seinen eigenen Warenkorb rechtlich einwandfrei zu halten, kann sich ausmalen, wie kompliziert eine händlerübergreifende Version sein muss.

    Die kostengünstige Lösung ist m.E. utopisch. Die Annahme durch die Kunden scheint auch kaum zu funktionieren. Zumindest deutet die Aufgabe von ElectronicScout24 und der bisher gerüchteweise sehr mäßige Erfolg von eBay Express darauf hin.

  2. Holger Weser

    Am 7. März 2007 um 10:31 Uhr

    Wahrscheinlich bedarf es eines großen Players, der die Vorgaben entsprechend den Händlern “aufdrückt” (AGB, Versandkosten, Lieferzeiten).

    Wenn ich die Vorstöße von Amazon (z.B. endless.com) betrachte, so wird es von deren Seite stark forciert. Anscheinend muss man als Anbieter von Händlerübergreifenden Warenkörben selbst Logistiker sein – bzw. werden. Amazon baut seine Logistik-Kompetenzen entsprechend auf. Die eigentlichen Händler mutieren in diesem Fall jedoch zu Zulieferern.

    Damit wird die Strategie von Amazon deutlich sichtbar.

    Ob es eine kostengünstige Lösung geben kann, die es auch kleineren Portalen ermöglicht, übergreifende Warenkörbe anzubieten, kann ich nicht wirklich beurteilen. Es ist letztlich m.E. der Knackpunkt, den es zu lösen gilt.

    Wer hier Lösungen hat, ist scheinbar im Vorteil…sofern es Lösungen gibt.

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