Hat Deutschland keine Ideen?

Verfasst am 17. Mai 2007 von .

Web 2.0 in Germany: Nur noch Copy/Paste-Innovation oder doch mehr? Haben wir Deutschen wirklich keine eigenen Ideen. Scheint so…zumindest wenn es um das Web 2.0 geht. Diese Frage wird auf dem amerikanischen Blog TechCrunch angeführt. Eine Gegenüberstellung, wie die deutschen Applikationen im Original heißen, macht das Ausmaß deutlich sichtbar.

web2germany.gif

Ich muss ja sagen, dass es wahrscheinlich weniger an den Ideen mangelt, sondern einfach in den U.S. and A. die Investitionsfreude von Kapitalgebern höher ist als hierzulande. Bei deutschen VCs scheint die Mentalität gegeben, nur was in U.S. and A. gut gelaufen ist, hat auch Chancen in Deutschland bzw. in Europa zu Marktruhm zu gelangen.

Aber gerade und nicht zuletzt das vorangegangene Beispiel von MyMuesli.com scheint zu beweisen, dass eigene deutsche Ideen von Erfolg gekrönt sein können. Und der Markt für Cerealien ist groß und Unilever oder Nestlé haben sicher die einen oder anderen 10 Millionen, die sie für den Aufkauf dieses (noch kleinen) E-Commerce-Anbieters investieren könnten (kleiner Tipp für potenzielle Kapitalgeber 😉 ).

Damit hätte MyMuesli.com die Chance zu Weltruhm zu gelangen.

Mein persönliches Fazit: Die Ideen sind da nur schielen alle lieber gern in Richtung U.S. and A., was die finanziellen Ressourcen hier in Deutschland für Deutsche Ideen rar macht.

[via: Blogbote]



10 Reaktionen zu “Hat Deutschland keine Ideen?”

  1. lopsta

    Am 18. Mai 2007 um 07:21 Uhr

    Liegt aber auch an dem im vergleich recht kleinen Markt in DE. In US and A könnne Nieschenideen viel schneller die kritische Masse erreichen als in DE.

  2. Holger Weser

    Am 18. Mai 2007 um 08:57 Uhr

    Jedoch sehe ich Deutschland als Teil von Europa und gute Ideen haben generell die Chance zu guter Größe heranzuwachsen. In U.S. and A. und Europa.

    Aber grundsätzlich gebe ich Dir recht.

  3. paulinepauline

    Am 18. Mai 2007 um 11:01 Uhr

    Ok, wenn man aus US-Sicht rangeht und für jede erfolgreiche US-Applikation das deutsche Pendant sucht, sieht man natürlich nichts, was an Innovation aus Deutschland kommt. Vielleicht sollten wir mal andresrum denken?
    Gibt in den USA ein vergleichbares Yieeha? Oder ein vergleichbares Dealjaeger?
    Ich weiß es nicht, ich kenn den amerikanischen Web2.0-Markt nicht so gut … aber es gibt doch bestimmt noch mehr als die paar Social Commerce-Dinge, die ich auf dem Radar hab.

  4. Holger Weser

    Am 18. Mai 2007 um 11:07 Uhr

    Genauso seh ich das auch! 🙂

  5. Georg Dittrich

    Am 21. Mai 2007 um 18:24 Uhr

    Was ist an mymuesli.com denn Web 2.0? Mal abgesehen davon, daß es extrem wenig Applikationen gibt, die dieses Buzzword wirklich verdienen, ist das doch ein ganz normaler Onlineshop, in dem man ein paar Sachen im Konfigurator zusammenstellt – gab´s bei Dell und Co. schon im Web 1.0 – und der einen kleinen Newsbereich mit Kommentarfunktion hat – heute muß man unbedingt Blog dazu sagen, um zur Elite zu gehören, trotzdem gibt es das bei heise, golem oder anderen Websites schon so lange, daß mir da nichts mehr zu einfällt.

    Die Idee finde ich auch lustig und deswegen hat es sie auch verdient hier erwähnt zu werden im Blog. Web 2.0 muß doch aber hoffentlich was anderes sein, denn das was man da sieht haben wir schon seit Jahren.

  6. Holger Weser

    Am 21. Mai 2007 um 18:51 Uhr

    Über den Begriff “Web2.0” streiten sich bekanntlich die Geister, sodass wir hier sicher auch zu keinem revolutionären Ergebnis kommen, wenn wir die Diskussion neu entfachen.

    Jedoch um den Kontext zu wahren:
    Web2.0 ist für mich ein Begriff und dient damit der Komplexitätsreduktion. Unter diesen Begriff fallen nun für mich all die Dinge bzw. Websites, die das Netz als Plattform und damit als Kommunikationsapparat begreifen. Ich verwende gern das Bild: Kommunikation ist eine mehrspurige Autobahn. Während Web1.0 die klassische Einbahnstraße ist, die keine (wirkliche) Kommunikation zulässt…was letztlich auch wieder vom darunterliegenden Kommunikationsmodell abhängt.

    Für MyMuesli.com bedeutet Plattform: Die Kunden kommunizieren ihre individuellen Bedürfnisse und das Unternehmen reagiert darauf. Klar, Online-Konfiguratoren sind nicht neu. Sie sind in meinem Sinne auch “Web2.0”. Damit wird “Web2.0” kein zeitlich nachgelagerter Begriff nach “Web1.0”, sondern ist eine andere Art (Version) mit Kunden in Kontakt zu treten.

    Web2.0 ist damit für mich:
    Das Netz als Plattform für echte Kommunikation zu begreifen.

  7. Georg Dittrich

    Am 22. Mai 2007 um 10:26 Uhr

    Eine neue Begriffsdiskussion wollte ich nicht entfachen – mich hat nur interessiert worin Ihr hier das Web2.0 Element seht 🙂 und warum gerade überall soviel über alte Hüte geschrieben wird.

    Die Definition der Kommunikation finde ich dahingehend auch ein bisschen zu einfach, denn auch auf klassischen Webseiten kommuniziert der User durch sein Votum, daß er abgibt (ich klicke hierhin, ich klicke dorthin). Auch bei xyz-shop.de.vu kommuniziere ich meine Bedürfnisse – verschiede Artikel lege ich in den Warenkorb, auch wenn es keinen Konfigurator gibt – und die Firma reagiert und schickt mein persönliches (die von mir und keinem anderen bestellte Zusammenstellung) zu mir.

    Das andere “neue” ist dann vielleicht noch der news Bereich, in dem die Kunden Ihre Gedanken kommunizieren können, aber das ist ja jetzt keine neue Idee, die MyMuesli.com die Chance zu Weltruhm gibt, oder?

    (Und ich will nochmal betonen, daß ich die Idee trotzdem tgut finde – nur nicht Web2.0 :-))

  8. Holger Weser

    Am 22. Mai 2007 um 10:37 Uhr

    🙂 Vielen Dank für Deine Gedanken zu diesem Thema.

    Klar findet irgendwie immer ein Austausch statt. Jedoch ist der Service-Charakter eine Leistung, wie die bei MyMuesli.com deutlich höher, als die reine Lieferung eines fix und fertigen Schneekoppe-Müslis. Das Müsli wird auf Kundenanfrage hin erst produziert. Mass customization.

    Wahrscheinlich ist der Grad des Services letztlich ein brauchbares Maß zur Abgrenzung. Die Grenzen sind jedenfalls für mich fließend.

    Was hältst Du eigentlich von der Idee, einen Fußball-Club zu kaufen?
    Hier gehts zum entsprechenden Artikel

  9. paulinepauline

    Am 25. Mai 2007 um 11:11 Uhr

    ok, vergleichbare dealjaegers gibts wohl en masse 😉
    http://probargainhunter.com/2007/05/02/popular-deal-sites-april-2007/
    (hab ich grad bei jochen krisch erfahren)

  10. Holger Weser

    Am 25. Mai 2007 um 11:24 Uhr

    Danke. Interessante Liste. Nur sind zum Teil sehr merkwürdige Seiten hinter den Links, die nicht sehr ansprechend wirken. 😉

    Dealjaeger und Deal.de sind für mich ansprechender und haben auf den ersten Blick auch ein anderes Konzept, wie mir scheint. Die Vergleichbarkeit leidet aus meiner Sicht darunter.

    Im deutschsprachigen (vielleicht sogar europäischen) Raum scheint die Liste zudem deutlich kürzer zu sein – meine Vermutung. Aber vielleicht gibt es im Ozean des Webs noch für mich unbekannte Projekte. Ich lass mich gern überraschen.

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