Intershop: 1.600.000 neue Aktien

Verfasst am 26. Juli 2007 von .

Wie die aktuelle Pressemitteilung der Intershop Communications AG verlautet, …

…gab es heute die Beschlussfassungen von Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft zur Durchführung einer Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre durch Ausgabe von 1,6 Mio. neuer auf den Inhaber lautenden Stückaktien.

Zur Zeichnung der neuen Aktien zu einem Ausgabebetrag von 3,00 Euro je Aktie wurden mehrere Investoren, die jeweils Tranchen von mindestens 50.000 Aktien übernehmen, zugelassen. Grundlage des Ausgabebetrags ist der durchschnittliche Xetra-Schlusskurs, zu dem die Aktie der Gesellschaft an den letzten fünf Börsenarbeitstagen vor der Beschlussfassung notiert war.

Die Eintragung der Kapitalerhöhung ins Handelsregister sowie die Börsenzulassung der neuen Aktien werden in Kürze beantragt. Durch die Kapitalmaßnahme wird die freie Liquidität Intershops um 4,8 Mio. Euro erhöht. Damit steht dem neuen Management der finanzielle Handlungsspielraum für die abschließende Restrukturierung und den forcierten Aufbau des Fulfillment-Geschäftsbereichs zur Verfügung.
Mit Ausgabe der neuen Aktien wird sich die Gesamtzahl der ausgegebenen und im Umlauf befindlichen Intershop-Inhaberstammaktien von derzeit 22.750.821 um 1.600.000 auf 24.350.821 erhöhen.

Das klingt nicht schlecht, um die nächste Zeit gut zu überstehen und die Trendwende in Richtung schwarze Zahlen zu schaffen.

Wir drücken die Daumen, dass die angelaufenen Maßnahmen fruchten!

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2 Reaktionen zu “Intershop: 1.600.000 neue Aktien”

  1. C-laus

    Am 30. Juli 2007 um 23:45 Uhr

    Meine Meinung in einem kurzen Kommentar:

    Business as usual?

    Seit Bestehen der Firma hat es die Intershop AG aus Jena bisher nie geschafft, ein positives Jahresergebnis auszweisen. Im Zuge der Neuen Markt-Blase wurden viele Managementfehler infolge von Größenwahn gemacht, unter denen die Firma heute noch zu leiden hat. So wurden zu optimistische Annahmen über die Geschäftsentwicklung (mit der Folge von Sammelklagen) versprochen, ein kompletter Büroturm eigens für Intershop gebaut und langfristig gemietet (ohne Escapeklauseln), Millionen investiert, um auch in den amerikanischen Staaten Fuß zu fassen, usw.
    Ohne ständig den Kapitalmarkt anzuzapfen in Form dubioser Kapitalerhöhungen (oft nach einem Kapitalschnitt, um den Kurs über 1€ zu hieven), wäre die Firma wohl schon längst pleite.

    Jetzt dachte man, dass es im Zuge des kompletten Managementwechsels endlich bergauf gehen müsse. Der Kurs hat Einiges vorweggenommen und stieg um etwa 200 %.
    Auf der Hauptversammlung wurde Optimismus versprüht und die Aktionäre waren elektrisiert.
    Doch was uns diese Woche vom Vorstand geboten wurde, erinnert an längst vergangen geglaubte Zeiten: Gewinnwarnung fürs Gesamtjahr, Quartalsverlust von 1,7 Mio. Euro sowie eine neuerliche Kapitalerhöhung. Außerdem keinerlei Hinweise auf einen strategischen Investor, der den enormen Verlustvortrag von etwa 1 Milliarde € nutzen könnte. Die Krönung war eine Verkaufsempfehlung von SES Research mit Kursziel 1,30 €.
    Nach kurzem rauf und runter, entschied sich die Aktie am Freitag erst einmal für den Weg gen Süden.

    Aber: Muss man es wirklich alles so pessimistisch sehen?
    Werfen wir mal einen genaueren Blick auf das Zahlenwerk. Der Umsatz ist zum ersten Mal seit langem drastisch gestiegen und hat sich zum Vorjahresquartal gar verdoppelt. Selbst wenn man Sondereinflüsse (Soquero, Großauftrag) rausrechnet, kann sich der Umsatz sehen lassen. Dass die Kosten ebenfalls explodiert sind, liegt – so die Aussage von Bischofs in seinem Interview – an der Vergabe von Aufträgen an externe Berater, um den plötzlichen Umsatz abarbeiten zu können. Sicherlich wird der Vorstand an dieser Stellschraube drehen, um hier die Kosten zu verringern.
    Nun zum Gewinn: Immerhin hat es der neue VV geschafft, einen Gewinn vor Restrukturierung auszuweisen! Und das, obwohl er nicht für das volle Quartal verantwortlich zeichnet. Das verdient allergrößten Respekt. Schmerzhaft allerdings sind die Restrukturierungskosten von 2,1 Millionen Euro. Damit ist die anfangs erwähnte Vergangenheit wohl endgültig abgehakt; Intershop kann sich nun auf seine Kernaufgaben konzentrieren und spart künftig einiges an Geld. Sollte der Mietvertrag mit Saller kurzfristig gelöst werden, spart Intershop jährlich ca. 1 Mio. Euro ein. Das restricted cash sollte für eine Einigung ausreichen. Auch die auf der HV angekündigte Schließung der Vertriebsbüros, die bisher kaum Aufträge geschrieben hatten, wird sich auf der Kostenseite positiv auswirken. Schließlich ist die Last der Wandelanleihe fast weg; gab es anfangs 13 Millionen WA mit jährlich auflaufenden Zinsen von 1,3 Millionen Euro, so ist die Zahl der WA auf etwa 1 Million geschrumpft. Im Falle eines Börsenkurses über 5 € der Aktien über 10 Tage ist das Problem durch Zwangswandlung vollends gelöst. Auch die jüngste Kapitalerhöhung stimmt positiv: Wurden unter Schöttler die Aktien regelrecht verramscht, werden sie jetzt zu Marktpreisen ausgegeben. Das schafft einerseits Vertrauen, andererseits spült es 4,8 Millionen Euro in die Kassen von Intershop. Damit müsste Intershop deutlich über 7 Millionen frei verfügbares Cash haben. Da das Q2 cashflow positiv war, sollten auch zaudernde Kunden zur Überzeugung gelangen, dass Intershop von einer Insolvenz endlich meilenweit entfernt ist.
    Fazit: Sollte Intershop es schaffen, das traditionell schwächste 3. Quartal wie angekündigt mindestens mit einer schwarzen Null abzuschließen und weitere Kunden zu vermelden, sollte man die Aktie nicht aus der Hand geben. Denn dann haben wir es mit einem klaren Turnaround zu tun bei einer Aktie, die zu den spannendsten auf dem Kurszettel zählt.
    Ach ja, eines passt nicht zur Überschrift “business as ususal”: Der neue VV Bischofs wartet nicht bis November, um eine Gewinnwarnung auszugeben. Er ist sehr konservativ und hat damit eine gute Chance, uns Aktionäre positiv zu überraschen. Hier liegt der wahre Unterschied zwischen der alten und der neuen Intershop!

  2. Markus Schneider

    Am 15. September 2007 um 21:06 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    1. Zunächst ist es positiv ,dass das Kernprodukt auch nach den zahlreichen Verlustjahren am Markt immer noch Spitze ist.

    2. Sollte es wirklich gelingen, dass Intershop eine schwarze Null schreibt steht das Unternehmen auf einer wesetlich besseren Basis und betriebswirtschaflich in einer besseren Handlungsposition.

    3. Als Softwareentwickler kann ich nur noch sagen , dass die Produkte und das gesamte Team um Herrn Bischof super motiviert und die besten immer noch mit an Board sind.

    4. Also dann – viel Glück

    DR.dr. Markus Schneider

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