Studie: Bezahlverfahren als Erfolgsfaktor

Verfasst am 6. Juni 2008 von .

ZahlungsverfahrenE-Commerce hat in der Bevölkerung erheblich an Akzeptanz gewonnen, die Zahl der Deutschen, die im Internet Waren und Dienstleistungen einkaufen, ist in den vergangenen zehn Jahren von 600.000 auf mittlerweile 33 Millionen gestiegen.

ibi Research hat in Zusammenarbeit mit dem Partnerkonsortium des E-Commerce Leitfadens 1400 Personen zwischen Mitte März und Mitte Mai 2008 nach ihren Erfahrungen beim Internetshopping befragt. Von besonderem Interesse war die Rolle des Bezahlverfahrens für die Kaufentscheidung. Die Ergebnisse geben Hinweise wo im E-Commerce noch Sachen im Argen liegen und inwieweit die von Webshops angebotenen Bezahlverfahren eine Erfolgsbremse sein können.

So zeigt die Studie, dass über 56 Prozent der Befragten schon einmal schlechte Erfahrungen beim Online-Einkauf gemacht haben. Am häufigsten störten sich die Teilnehmer an längeren Lieferzeiten als ursprünglich im Shop angegeben. Bei jedem vierten Teilnehmer mit schlechten Erfahrungen wurde nicht die bestellte Ware geliefert oder der Kaufpreis wurde bereits vor der Warenlieferung abgebucht.

Besonderst interessant ist, dass sich die schlechten Erfahrungen unmittelbar auf die Akzeptanz der Zahlungsmittel auswirken. Steht nur Vorkasse zur Wahl, brechen 79 Prozent der Interessenten den Kaufvorgang ab. Im konkreten Fall eines Notebook-Kaufs im Wert von 1.200 Euro brachen sogar 88% der Teilnehmer den Kauf ab. Auch wenn kein alternativer Anbieter verfügbar ist, würden 56% der Teilnehmer nicht per Vorkasse bezahlen.

Hoch im Kurs steht bei den Online-Käufern natürlich die Zahlung per Rechnung. Die Option per Rechnung zu bezahlen führt zu einem Rückgang der Kaufabbruchquote um etwa 80%. Allerdings sollte man an dieser Stelle berücksichtigen, dass für Online-Anbieter mit diesem Bezahlverfahren auch höhere Risiken im Vergleich zu Vorkasse-Zahlungen einhergehen. Den durchschnittlichen Rückgang der Kaufabbruchquote bei Einführung der verschiedenen Zahlungsverfahren verdeutlicht folgende Grafik:

Zahlungsverfahren und Kaufabruchsquote
Quelle: ibi Research 2008 www.ecommerce-leitfaden.de

Besteht beim Online-Einkauf die freie Auswahl zwischen der Zahlung per Vorkasse, Nachnahme, Rechnung, Kreditkarte, E-Payment-Verfahren (z.B. PayPal) und Lastschrift, so wählt nur 1% der Kunden die Zahlung per Vorkasse, so die Autoren der Studie.

Eine gute Möglichkeit, für Webshopbetreiber der Kundschaft die Zahlung per Vorkasse schmackhafter zu machen, ist die Gewährung von Rabatten. Wird den Kunden nämlich ein Rabatt von 3% angeboten, wenn sie per Vorkasse bezahlen, so würde laut Studie jeder fünfte Kunde dieses Angebot annehmen.

Die Ergebnisse der Untersuchung machen sehr deutlich, dass es für jeden Webshopbetreiber mehr als lohnenswert ist verschiedene Zahlungsverfahren anzubieten und das Rabatte eine gute Option sind Kunden in Richtung einer vom Webshopbetreiber präferierten Zahlungsmethode zu lenken. Da ich als Kunde bisher eigentlich noch keine schlechten Erfahrungen mit der Zahlung per Vorkasse gemacht habe, würde ich natürlich die Rabattoption favorisieren. 😉

Via: Heise

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3 Reaktionen zu “Studie: Bezahlverfahren als Erfolgsfaktor”

  1. Ulrike Moser

    Am 12. Juni 2008 um 21:28 Uhr

    Wir bieten 5 Bezahlverfahren an. Rechnung gehört nicht dazu. Lastschrift haben wir für Neukunden eingeschränkt, weil leider hier die Auffallquote sehr hoch ist. Fazit: 1. Kreditkarte, 2. Vorkasse (4% Rabatt!), 3. Paypal
    Damit sind wir sehr zufrieden.

  2. Zahlungsanbieter #Billpay mit #Magento Extension Kauf auf Rechnung #ecommerce » Billpay, Shopbetreiber, Endkunden, Rechnung, Onlineshop, Zahlungsarten » ShopTrainer

    Am 28. April 2010 um 08:30 Uhr

    […] Studie: Bezahlverfahren als Erfolgsfaktor bei handelskraft.de […]

  3. Zahlung per Rechnung « Der Blog für Shopbetreiber und Entwickler

    Am 6. Juli 2010 um 11:33 Uhr

    […] Studie zufolge ist die Kaufabbruchquote  durchschnittlich um etwa 80% zurückgegangen, nachdem die Zahlungsmethode „Zahlung auf Rechnung“ angelegt wurde. Man kann die Studie […]