Bis dato sah ich mich nicht veranlasst, dass derzeit die gesamte Medienlandschaft dominierende Thema Finanzkrise auch noch hier im Blog aufzugreifen. Doch nun steht auf einmal eine kleine IT-Firma aus der Nachbarschaft im Scheinwerfer- licht der medialen Berichterstattung zur Finanzkrise.
Am Sonntag hat Markus Franz, Geschäftsführer der Jenaer IT-Firma Sugoma KG, gegen das 500 Milliarden schwere Banken-Rettungspaket der Bundesregierung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe per Eilantrag eine Verfassungsbeschwerde eingereicht. Nach Ansicht des Unternehmers verstößt das am Freitag verabschiedete Gesetz gegen das Grundrecht auf Gleichheit, weil es nur Unternehmen der Finanzbranche unterstütze. Das Rettungspaket habe zudem einen wesentlich größeren Umfang als der gesamte deutsche Bundeshaushalt.
Über die Annahme der Verfassungsbeschwerde durch das Bundesverfassungsgericht wird noch entschieden. Ob und wenn ja, wann sich das Bundesverfassungsgericht damit befassen werde, steht zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht fest.
Den Medien gefällt diese „David gegen Goliath“ Geschichte natürlich und deswegen zieht sie derzeit beachtliche Kreise. Markus Franz, Initiator der Verfassungsbeschwerde, gibt mittlerweile bereits Interviews. Hätte sein Unternehmen auch noch eine ordentliche Webpräsenz, statt einer Internet-Baustelle könnte man fast eine PR-Kampagne hinter der Geschichte vermuten.
Aber was meint ihr eigentlich dazu? Wird Jena bald eine heißes Pflaster, weil wütende Bankangestellte und Anleger den Intershop-Tower belagern? Oder ernsthaft gefragt, findet ihr die Verfassungsbeschwerde gerechtfertigt oder schlichtweg unangemessen?
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