Monatsarchiv für Januar 2009

Otto wird phlegmatisch

Verfasst am 26. Januar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Der Versandhandelskonzern Otto strauchelt. Jochen Krisch hat das ganz richtig auf den Punkt gebracht und auch in den Kommentaren wird weiter skizziert. Krisch schreibt von einer panischen Schockstarre, in welcher der Konzern momentan steckt. Das Auto steckt im elektronischen Versandhandel fest, als hätte man noch nie Schwierigkeiten beim Fahren gehabt. Wenn die eigene Bestimmung bzw. das eigene Aufgabenfeld zur Krise wird, dann hilft nur ein gewollter, bewusster, planmäßiger Umbruch, sagt Konzernchef Hans-Otto Schrader höchstpersönlich im Manager-Magazin. Jetzt ist auch klar, was Krisch mit Superzeitlupe meint. Alle anderen (beispielsweise Arcandor) rotieren und zelebrieren ihren möglicherweise anstehenden Untergang sehr laut. Und alle haben sie dasselbe Problem: Medialer Leinenzwang. Ich verstehe Otto-Chef Schrader ganz gut. Aber diese fast schon phlegmatische Ruhe, sie ist alles andere als seriös. Ein Konzern in der Größe Ottos sollte natürlich nicht wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den Stall rasen, aber wie ein Faultier am Ast zu hängen, während der Baum brennt, ist auch keine Lösung.

Lösung Krisch:

„Die einzige Chance für Unternehmen, die auch in Zukunft vorne mitmischen wollen und den radikalen Wandel aktiv gestalten wollen, bestünde darin, auf Teufel komm raus zu experimentieren, breitgefächert mit Hypothesen zu arbeiten, diese täglich erneut auf den Prüfstand zu stellen und sich so mit der Zeit ein Bild von der Zukunft zu erarbeiten.”

Das ist zwar auch kein fertig skizzierter Fahrplan, aber so einen sollte ein Global Player nicht extern beziehen. Fangen wir lieber nicht an, Otto zu kommentieren. Das macht einen ja ganz trübsinnig. Das arme Faultier am brennenden Baum. Und Löschwasser ist auch keines zu sehen. Hilft nur springen. Und wir wissen alle: Wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung.

{lang: 'de'}

In eigener Sache

Verfasst am 25. Januar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Wir sind hier wirklich ein gutes Team. Wir sehen nicht nur professionell aus, wir sind es auch hin und wieder. Aber manchmal sind die Umstände schwieriger. Man hatte keinen guten Start in den Tag und ist gereizt. Und dann kracht es auch hin und wieder mal bei uns auf Arbeit…


The Great Office War from

{lang: 'de'}

History of the Internet

Verfasst am 24. Januar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Eine wirklich toll und informative Arbeit über die Geschichte und Entwicklung des Internets. Unbedingt ansehen.

{lang: 'de'}

ONLINE HANDEL 2009 – Eine Branche im Wandel

Verfasst am 23. Januar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

E-Commerce im Zeitalter des digitalen Lebens? Das war mal eine Frage und ist mittlerweile eine klare Aussage. Gerade auf der ONLINE HANDEL 2009 sprach man von der nächsten Generation: Social Commerce. In einer Reihe von Vorträgen konnte man als Zuhörer sehr gut nachvollziehen, warum und womit die Aufregung und die Neugierde begründet sind. So konnte man den Umfang dieser neuen Dimension erfassen. Der „verspielte” Online Handel kommt und ist nicht mehr aufzuhalten. Die Entwicklung von Community-getriebenen Verkaufskonzepten schreitet ohne Luft zu holen voran und was ganz entscheidend ist: es funktioniert.

Eine spannende Entwicklung zeichnet sich hier im Bereich der Produktvideos ab: Die wohl zukunftsschwangerste Schnittstelle im Social Commerce. Produkte funktionieren visuell, vor allem das Internet reagiert auf dieses Bedürfnis und entwickelt beinahe eigendynamisch die digitale Landschaft der Produktpräsentation. Empfehlungen und Bewertungen anderer Menschen spielen bei einer Kaufentscheidung im Internet mittlerweile eine entscheidende Rolle. Gut gestaltete und informative Produktvideos hebeln diese Gesetze des Kaufverhaltens aus und revolutionieren sie.

Klaus Driever, Geschäftsführer bei New Media (Verlagsgruppe Weltbild GmbH) referierte hierzu über den Einsatz neuer Technologien für den Online Handel: von Mobile bis Web-TV. Und das Herz schlägt bei so manch geäußertem Gedanken und Faktum lauter. Der Einsatz dieser neuen Technologien und die Idee allgemein lässt mittlerweile eine ganz neue Branche erwachsen, einen ganzen Industriezweig, der da andockt, wo wir den Bruch zur Zukunft vermuten. Es gibt heute Agenturen, die sich auf Produktvideos und deren Umsetzung spezialisiert haben. Die Spezialisierung entsteht aus banalen Ideen und Vorstellungen, in diesem Fall wird eine Nische bedient, die schon in den letzten Jahren immer mal wieder aufgetreten ist. Mittlerweile versucht man sich schon aktiv an unterschiedliche Arten des Videoangebots zu gewöhnen. Es zeigt auf, wie schnell Normalität sein sollte um noch mitzukommen. „Ich brauche Zeit, mich daran zu gewöhnen” unterliegt einem neuen medialen Bedürfnis, das im Social Commerce zum Hauptakteur wird.

Das ganze Format der Social-Commerce-Funktionalität, die gesamte Palette der virtuellen Interaktion zwischen A und B (C, D, E, …) möchte man am Mutterschiff Amazon vermuten. Es gibt jedoch deutsche Formate, da hat man das Gefühl, als würde man Amazon schon einiges voraus sein. Der Webauftritt von Globetrotter hat sich den Terminus „Auftritt” wirklich verdient. Taucht man in diese Umsetzung der Social-Commerce-Idee erstmal ein, fehlt am Ende eigentlich nur noch der rote Vorhang. Es wird nicht mehr lange dauern, da werden Online- und Liveshopping-Portale regelmäßig wenn nicht sogar ständig mit dieser Funktion hantieren. Sie werden es müssen. Und sie werden es auch wollen, wenn man bedenkt, dass so manches Portal den Umsatz aufgrund des Einsatzes von Produktvideos verdoppelt oder gar verdreifacht hat. Der Vorteil von Produktvideos ist international derselbe, obwohl das Verhalten in Communities und der Gebrauch anderer Funktionen wie Bewertungen, Empfehlungen und Rezensionen unterschiedlich ausfallen. Der deutsche Online-Kunde schreibt ausführlicher seine Rezension, wohingegen der französische Online-Kunde sich eher zurückhält mit Worten, und so weiter. Produktvideos sind international vom Prinzip des Sendens und Empfangens.

Nicht weniger interessant waren Vorträge aus dem Bereich Mobile Marketing & Advertising. Wie wird in Zukunft Werbung aussehen? Wie mobil wird die Werbung werden und inwiefern wird das wortwörtlich verstanden werden? Bei Anruf: Werbung, die als Applikation auf dem Display erscheint. Nein, keine Gedankenexperimente mehr. Das mobile Verständnis wird unser alltägliches Verständnis. Microblogging à la Twitter ist nur eine Facette. Irgendwann gehen Menschen mit ihrem Handy in ein Geschäft und bringen den Verkäufer zum Schwitzen, wenn sie die neuesten Preisvergleiche live auf das Handy holen.

Die ONLINE HANDEL 2009 hat viele Antworten gegeben. Und das sehr eindrucksvoll. Und sie hat viele Fragen aufgeworfen, den man sich nur stellen kann, wenn bereit ist einen Gang höher zu schalten, schneller zu fahren und dabei nicht den Überblick zu verlieren. Denn sich zu verfahren bedeutet mittlerweile schon fast, nicht mehr aufholen zu können.

{lang: 'de'}

Shoptest: Holzspielzeug bei Paulitoys

Verfasst am 22. Januar 2009 von Mah.

Der Shop von Paulitoys hat sich hauptsächlich auf Holzspielzeug aller Art spezialisiert. Hier gibt es alles vom Steckenpferd über Bollerwagen bis hin zum Holz-Kaufladen. Auf der Startseite erwartet den Kunden eine Übersicht der angebotenen Kategorien und ein besonders empfehlenswertes Produkt.

Zusätzlich ist dort der Blog zum Shop verlinkt. Den hätte man sicherlich auch in der Navigation abbilden können, denn so geht er leider etwas unter. Immerhin befindet sich der Link auch auf der Startseite nicht im Sichtfeld des Besuchers, erst muss gescrollt werden und auch die Linkgestaltung ist denkbar ungünstig gewählt.

weiter »

{lang: 'de'}

Produkt der Woche: Sparbuch

Verfasst am 22. Januar 2009 von Christian Onnasch.

In Zeiten in denen es bei vielen Banken trotz des staatlichen Bankenrettungsplans nach wie vor heftig kriselt, suchen viele Menschen nach einer wirklich sicheren Möglichkeit ihr Geld aufzubewahren. Irgendwann ist halt einfach kein Platz mehr unter dem Kopfkissen. ;)

Abhilfe könnte da das Sparbuch für das heimische Bücherregal schaffen. In diesem kann man Münzen und Scheine relativ krisensicher aufbewahren. Ein sehr schönes Exemplar eines solchen “echten“ Sparbuches kommt sogar mit einem Karl Marx „Das Kapital“ Einband daher, dem Buch also das durch die Banken- und Finanzkrise grade wieder mal Konjunktur hat. ;)

Via

{lang: 'de'}

Erfahrungsbericht: Live- und Clubshopping

Verfasst am 21. Januar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Madarts.de hat einige große Live- und Clubshopping-Anbieter unter die Lupe genommen, dort bestellt und liefert nun einen umfangreichen Erfahrungsbericht über die Anbieter Brands4Friends, BuyVip, Vente-Privée, Preisbock und Myby ab. Höchst interessant. Was die Schnäppchenjagd angeht, so seien alle Anbieter mehr als brauchbar. Aber wie verhält es sich mit Angebotsspektrum, Zuverlässigkeit, Service und Qualität?

1. Brands4Friends schneidet ganz gut ab. Aber es gibt noch Stolpersteine: Man kann lediglich aus einer Kampagne bestellen. Laufen zwei interessante Kampagnen parallel und möchte ebenfalls einen Artikel aus dieser anderen Kampagne, so müssen zwei Bestellungen gemacht und damit auch zweimal Porto gelöhnt werden. Ich kann mir an dieser Stelle nicht verkneifen einzuschieben, dass man bei Brands4Friends ja an einer eigenen Shoplösung arbeitet. Ich wette von den ganzen Kinderkrankheiten hat man nichts mitbekommen, während des Entwicklers Arme und Beine bei B4F eine rotierende Scheibe gebildet haben müssen. Solange das Kerngeschäft das uns bekannte bleibt, gibt es ja nichts zu meckern. Aber genau wie bei mydeco muss man das „Problem” mit der Bestellung in den Griff bekommen, dass heißt, es muss möglich sein zwei Produkte aus zwei zeitgleichen Kampagnen in einer Bestellung zu erhalten. Nach der Bestellung gibt es laut Madarts noch Probleme mit der Kommunikation.

2. BuyVip ist im Grunde ein bisschen größer aufgezogen und dementsprechend auch mit mehr Bauchschmerzen verbunden. Auch hier sind die Koordination nach dem Kauf, sowie die Kommunikation noch nicht ganz glatt gebügelt. Man muss damit rechnen, dass einem ein Bart wächst, wenn man auf seine Bestellung wartet, da soll nichts unter 4 Wochen gehen. Produktpräsentation sowie der Service und das Stornieren sollen hervorragend laufen. Tja, hat trotzdem am schlechtesten abgeschnitten.

3. Vente-Privée. Hat am besten abgeschnitten. Mehr dazu auf Madarts.

4. Preisbock. Auf der Preisbock-Alm wird im Gegensatz zu den drei Vorgängern nur einem Produkt hinterher gejagt. Das klassische Live-Shopping-Konzept. Nicht nur Fashion, sondern Produkte aus so ziemlich jedem Bereich, stehen im Angebot. Die Social-Funktionalitäten sind positiv aufgefallen, sowie der Service, der seit letztem Jahr einen gewaltigen Satz nach vorne gemacht hat. Gelobt werden vor allem auch die Kommunikation, sowie die Produktpräsentation. Der Preisbock ist ausgereift, zu meckern gab es nichts und die Ruckeleien letztes Jahr wurden beseitigt. Man hat seinen Kunden zugehört.

Und last but not least: Myby bzw. der “Liebling” unserer Leser. Ganz ähnlich „beliebt” wie designenlassen.de. Wie bereits gesagt, der Versand ist umsonst, der Preis ist immer okay. Es hapert wie gesagt beim Service, Support und bei der Lieferung. Madarts hat jenes jedoch anders erfahren. Da gab es keine Probleme. Etwas, bei dem ich wirklich lachen musste, war jener Kommentar:

Punktabzug gibt es für die Reaktionsgeschwindigkeit bei Emailanfragen und Erreichbarkeit der Hotline.

Das war wirklich sehr diplomatisch ausgedrückt. Auch hier wachsen Bärte.

Wir danken Madarts für seinen Erfahrungsbericht.

{lang: 'de'}