Monatsarchiv für Februar 2009

Shoptest: Denglisch mal anders

Verfasst am 26. Februar 2009 von Mah.

Der amerikanische Kleidungshersteller Stussy betreibt einen internationalen Onlineshop, in dem die eigenen T-Shirts, Sweatshirts und andere Bekleidung verkauft wird.

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Auf der Startseite werden dem Kunden neben acht Modells, auch News und eine Mischung von deutschen und englischen Links präsentiert. Unverständlich ist die Darstellung der Neuigkeiten als Grafik, in der Links als roter Text dargestellt werden. Dies erschwert wahrscheinlich auch die Übersetzung. Es sieht aber auch so aus, als ob die Übersetzung sowieso keine hohe Priorität hatte, davon zeugt jedenfalls der „Mein-Kanto“-Bereich.
Falls man sich eins der präsentierten Outfits genauer anschauen möchte, klickt man natürlich darauf um weitere Informationen zu erhalten. Das gelingt aber nicht, da alle Abbildungen mit der T-Shirt-Kategorie verlinkt sind. Natürlich ist auf keinem der Bilder ein Shirt zu sehen.

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Die Produktdetailseite wirkt eigentlich ganz aufgeräumt, aber auch hier sorgen verschiedene Sprachen für Verwirrung, wie beispielsweise bei den beiden Elementen „Please Select Size“ und „Bitte Stueckzahl eingeben“. Wählt der Kunde hier nicht die passende Größe erscheint die etwas kryptische Fehlermeldung:

The Item Blot Logo V-Neck Tee – Burgandy could not be added to cart because one or more options are required, please make sure all required options have been selected

Und die Aufforderung: “Weiter- hier klicken”. Es fehlt also die genaue Beschreibung des Fehlers. Der Nutzer wird nicht informiert was passiert wenn er auf weiter klickt und wer kein englisch kann… der wird hoffentlich die Seite schon eher verlassen haben.
Auch nicht ganz ausgereift ist der Button: „Weiter Einkaufen“. Hiermit wir der Nutzer auf die Startseite des Shops zurückgeworfen und nicht wie erhofft auf die vorherige Seite. Hier kann man Besuchern nur raten lieber die Zurück-Taste des Browsers zu benutzen.

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Auf der Warenkorbseite finden sich wieder einige interessante Optionen. Hier kann man einen „Gutschein anfordern“. Leider erscheint nachdem ich meine E-Mail-Adresse eingegeben habe eine Fehlermeldung mit „Invalid Coupon“… Versteh ich nicht, soll ich meine Postanschrift eingeben um den Gutschein zu erhalten?
Sympathisch wirkt der Button „Shop verlassen“, nach den vielen Missverständnissen. Leider verlässt man diesen nicht, sondern es wird der Checkout-Prozess gestartet, der scheint aber einen eigenen Shoptest verdient zu haben ;)

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Produkt der Woche: Das Bush-Shirt

Verfasst am 26. Februar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Ich würde dieses Produkt der Woche ja am liebsten einfach unkommentiert im Raum stehen lassen, aber ich kann einfach nicht. Wer mir dieses Shirt für 16 Dollar hier kauft, dem werde ich auf ewig in Dankbarkeit verpflichtet sein. Und zu dem Aufdruck auf diesem Shirt würde prima meine Run -DMC-Sonnenbrille passen. Und eine Propellermütze. Die perfekte Kombination.

shirt[via print liberation]

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OTTO und Bunte.de bringen die Talkshow ins Netz

Verfasst am 25. Februar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Talkshows bald im Netz? Ich muss zugeben, dass dieser Gedanke schon irgendwie ziemlich gruslig ist. Ich möchte sagen, dass das erfolgreiche Format der Talkshow viel zu unserem kulturellen Verständnis beigetragen hat. Es hat uns klare Vorstellungen davon vermittelt, was Traurigkeit und Fremdscham bedeutet. Vielleicht hat man ja deswegen so gerne zugesehen. Ich kenne niemanden, der zugeben würde, jemals Talkshows gesehen zu haben.

Aber jetzt schleicht sich das Format ins Netz. Beziehungsweise die Akteure von damals, die nachmittags im Fernsehen aufgelaufen sind. Das Versandhaus OTTO und Bunte.de kooperieren und stellen mit „Bunte Life” eine Sendung auf die Beine, die uns ja schon bekannt ist. Produziert wird diese Mode- und Lifestylesendung von dem ehemaligen Daily Talker Andreas Türk. Dreimal die Woche soll das Magazin oder Web-Show live gestreamt werden (16.30 Uhr – montags, mittwochs und freitags).

Das besondere an dieser Sendung ist wohl das Mitmach-Konzept. Man lädt ein paar Prominente als Studiogäste ein und lässt diese mit dem Moderator über Mode- und Lifestylethemen reden. Die Zuschauer können sich während der Sendung via Telefon, Skype oder Chatbox auf der Homepage in das Geschehen einklinken, mit den Moderatoren und den Studiogästen interagieren, Kommentare abgeben, Dateien hochladen, die unter Umständen in die Sendung sogar mit einfließen.

Auf meedia.de heißt es:

„Durch die Bunte-Zusammenarbeit mit Otto soll es demnächst möglich sein redaktionelle Inhalte mit Angeboten der E-Commerce-Plattform des Versandhändlers zu verbinden. In der Show und auf der Plattform soll es darüber hinaus noch spezielle Shopping-Tipps geben [...]

Die Idee ist an sich wirklich sehr interessant. Wie genau dieses Format im Web bestehen kann, ist überhaupt nicht einschätzbar. Und obwohl es um Mode und Lifestyle geht, fragt man sich welches Zielpublikum damit genau aktiviert werden soll. Aber an sich eine wirklich tolle Idee. Die Umsetzung lassen wir jetzt mal außen vor. Produzent Türk jedenfalls glaubt fest daran, dass „durch die optimale Abstimmung von Bewegtbild, Interaktivität und redaktioneller Führung der Nutzer an ‘Bunte life’ gebunden [wird] [...] Die journalistischen Inhalte und die Präsenz von Charlotte Karlinder sind die perfekte Kombination, möglichst viele User zu aktivieren.”

Wollen wir seine Ambitionen mal nicht erschüttern. Nur eins noch am Rande, das mit dem Thema hier nicht direkt was zu tun hat:

Ich warte nur darauf, dass Formate wie dieses nackige Herumgehüpfe auf komischen Sendern, wo man teuer anrufen darf um unlösbare Rätsel zu entknobeln ins Web geht. Eine Ein-Mann-Show mit völlig nervigen „Moderatoren”. Wenn das irgendwann mal ins Netz kommt, dann ziehe ich den Stecker.

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BuyVIP: Kundensupport mit Livechat

Verfasst am 23. Februar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Der Shoppingclub BuyVIP ist dem Gedankenexperiment von BuyVIP-Gründer Gerald Heydenreich anscheinend gefolgt. Noch im Januar philosophierte Heydenreich öffentlich über neue Modelle im Online-Handel und scherzte eher unfreiwillig über den Rollentausch von Online- und Reallife-Geschäften, wobei man (auch unfreiwillig) an eine Vermischung dieser denken musste:

„Warum gibt es zum Beispiel nicht einen Laden, in dem man sich all das ansehen kann, was man online kaufen kann. Das wäre doch der nächste logische Schritt, wenn doch sowieso ein Großteil der Käufer nur noch in den Laden geht, um sich eine kostenlose Beratung zu holen, nur um dann online das günstigste Angebot auszuwählen.”

BuyVIP

Und nun? Nun wird der Support liver (was anderes als der Komparativ ist mir nicht eingefallen). Mittels Livechat können Mitglieder der Community ihre Fragen sofort klären lassen. Eine Sache, die man schon von paul-direkt kennt und dem Anbieter Myby nur ans Herz legen könnte. So mancher Ruf könnte damit wieder korrigiert werden. BuyVIP mischt mit diesem Schritt ein neues Gefühl der Beratung und des Supports in das eigene Kerngeschäft und nimmt damit vertraute Züge des Real-Life-Einkaufens an. Praxis und Theorie (Heydenreichs Gedankenexperiment) sind vielleicht doch nicht unfreiwillig.

Auch INTERNET WORLD berichtete von diesem Schritt und schreibt:

Nach der Angabe von Namen und E-Mail-Adresse steht den Kunden des geschlossenen Shoppingportals ein Servicemitarbeiter zur Verfügung, der sofort per Chat Anfragen zu Produkten oder Auftragsstatus beantwortet. Von dem neuen Service verspricht sich der Betreiber von BuyVIP einen schnelleren Service und damit indirekt eine höhere Kundenbindung.

Ein wahrhaft weiser Schritt. Und ein logischer dazu.

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Todesstrafe, Freunde und Lokalisten.de

Verfasst am 20. Februar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Nachdem Xing erst vor wenigen Tagen für ihr savethesacked.com-Spiel verbal gesteinigt wurde (und im Zuge dieser verbalen Steinigung sich dazu bewegen ließ, das Spiel aus dem Netz zu nehmen), darf sich nun auch die Werbeagentur DDB Berlin die Pfeife der „Werbepannen” anstecken. Oder sagen wir lieber: Anstecken lassen.

Die Werbeagentur kam ohne beauftragt worden zu sein auf die Idee, man könne ja für die ProSieben.Sat1-Community Lokalisten.de drei Werbe-Comic-Strips zum Thema „It’s good to have friends” entwerfen. Einer dieser Entwürfe wird jetzt natürlich wieder im Netz zerpflückt. Es fallen die gängigen Termini: „geschmacklos”, „peinlich”, „schockierend”, „krank”, etc.

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Alper Iseri versteht die Welt nicht mehr, weil er findet, dass Todesstrafe, Lokalisten.de und „It’s good to have friends” nicht in ein Werbe-Konzept passen.

Marcus Prosch, Unternehmenssprecher vom Hauptgesellschafter SevenOne Intermedia (ProSieben.Sat.1-Gruppe) ist zutiefst schockiert, distanziert sich sofort von dieser „Werbung” und mahnt die Agentur auch gleich mal ab.

Und ich frage allen Ernstes: Haben wir Angst vor der Werbung oder haben wir Angst vor den Menschen, die diese Werbung beurteilen und in ihrem „moralischen” Weltbild einzuordnen versuchen?

Diese Werbung finde ich sehr witzig, Geschmäcker gehen eben auseinander. Diese Werbung ist selbstverständlich auch sehr makaber, das war ja der Sinn an der Sache.

Da baumeln im Hintergrund zwei Strichmännchen am Galgen. Und? Einer wurde vom Henker gerettet, weil man sich kennt: „It’s good to have friends”. Wo ist das Problem? Warum schlagen manche, die das unmöglich finden und unbedingt Konsequenzen sehen wollen, nicht auch eine Anzeige gegen Monty Python vor? „Das Leben des Brian” oder so. Ganz schlimm. Weil da Leute am Kreuz singen und Pfeifen.

Lasst die Kirche ruhig mal im Dorf, da gehört sie nämlich hin. Was uns täglich an fiktivem Mord und Totschlag im Fernsehen präsentiert wird, ist wesentlich schlimmer. Im Übrigen handelt es sich hier um einen Comic. Er ist makaber, ja, aber als Werbemittel ist das sehr gut geeignet. Ich denke da jetzt mal lediglich an die Zielgruppe. Das Xing-Spiel war genauso fiktiv. Es gab keinerlei identifizierbaren Kontakt zur „echten” Welt. Die Burger-King-Kampagne hingegen war sehr geschmacklos, weil da „echte” Menschen gedemütigt wurden.

Sprechen wir lieber nicht von Dingen, die Grenzen überschreiten oder von Pietät. Man ist hier niemanden auf die Füße getreten. Falsche Moral ist auch eine Moral?

Sehe ich anders. Die Werbung ist lustig, die Agentur hat das gut gemacht. Ich bin übrigens entschieden gegen die Todesstrafe und schaue gerne Monty Python. „It’s good to have friends”. Stimmt schon. Ist wirklich gut.

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Handelskraft verschenkt CeBIT-Karten

Verfasst am 19. Februar 2009 von Sebastian (Handelskraft).

cebit_logo1Nein, wir meinen das ganz Ernst. Handelskraft hat noch ein paar Karten über und will diese an den Mann bringen. Insgesamt haben wir 20 Eintrittskarten für die CeBIT, die vom 3.-8. März in Hannover läuft, zu verschenken (Fachbesucher-Tickets).

Wenn  Du also eine der Eintrittskarten haben möchtest, dann hinterlasse einen Kommentar samt valider E-Mail-Adresse. Wir benachrichtigen die  ersten 20 Kommentatoren bis spätestens kommenden Donnerstag, 26.02. über ihren Erfolg. Die Eintrittskarte gibt es dann schnell und unkompliziert als Code per E-Mail.

Vielleicht sehen wir uns dann ja auf der CeBIT am gemeinsamen Thüringen-Stand der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) und des Wirtschaftsministeriums Halle 9/A12).

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Produkt der Woche: Bullshit Button

Verfasst am 19. Februar 2009 von Christian Onnasch.

bullshit-buttonDer Bullshit Button ist nun schon eine ganze Weile auf meiner „potentielles Produkt der Woche“-Liste. Das Gerät kann zwar nicht viel und ist auch nicht gerade eine Zierde, aber die Idee hat schon was.

Man kennt das ja: Kollegen, Bekannte und Freunde reden halt manchmal einfach eine ganze Menge Stuss daher wenn der Tag lang wird, oder werfen derart wild mit Buzz-Wörtern um sich, dass einem ganz schlecht davon wird. Diesem landläufig auch als Bullshit-Bingo bezeichneten Phänomen kann man nun adäquat etwas entgegensetzen.

Wie sich das Hightechgerät im Praxistest schlägt verrät das folgende Video, dass im Rahmen des Flametoys Videowettbewerbs entstanden ist: ;)

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