Monatsarchiv für Mai 2009

PR-Derbakel vs. Social-Media-Strategie

Verfasst am 29. Mai 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Der Themenblog hat sich gestern, wie einige andere Blogs, dem PR-Fake der Deutschen Bahn angenommen. Diese hatte im Jahr 2007 knapp 1,3 Millionen Euro in „no badge”-Aktivitäten „investiert”. Zitat Deutsche Bahn:

Unter “no badge”-Aktivitäten versteht man u.a. Blog-Beiträge, Leserbriefe, Meinungsäußerungen in Foren, Meinungsumfragen oder vorproduzierte Medienbeiträge, bei denen der Urheber bzw. Auftraggeber nicht erkennbar ist.

Kurz gesagt, die Bahn soll Fake-Kommentare, falsche Beiträge in Web-Foren verbreitet haben, Radiobeiträge durch Bezahlung manipuliert haben um das eigene Image aufzupolieren, nachdem man sich ja bereits mit dem Datenmissbrauch mehrfach ins Bein geschossen hat. Dieser neue Fauxpas ergab sich durch eine Anfrage der Vereinigung LobbyControl.

Über die Konsequenzen müssen wir nicht streiten, aber es führt mich zu einem Punkt, den der Themenblog abschließend zur Sprache gebracht hat:

Ob die Medien-Berater schlecht informiert waren oder einfach nur unüberlegt handelten: dass PR-Lügen kurze Beine haben, hat sich bisher in den Medien immer erwiesen [...]. Vielleicht wären die 1,3 Millionen Euro besser in einer Social Media Strategie angelegt gewesen?

Sind PR-Schwindeleien nicht auch eine Form der Social-Media-Strategie? Und wenn dem so ist, reichen da nicht auch schlecht informierte Medien-Berater?

Für mich ist es schwer vorstellbar, dass Medien-Experten bei der Bahn arbeiten, die Einschätzungen bezüglich Wirkungsweisen treffen können, wenn man sich in Kanälen wie Twitter bewegt. Es gibt in Deutschland kaum Medien-Experten, kaum Unternehmen, die Twitter und Social Media richtig bündeln können, richtig nutzen können.

Diesem Umstand kann man auch nicht mit einer Investition von 1,3 Millionen Euro entgegentreten. Vor allem kann man nicht von Social-Media-Strategien sprechen. Bei der Deutschen Bahn sowieso nicht. Man sollte eigentlich Geld einsparen, zum Beispiel “Medien-Experten”, die so einen Mist verzapfen.

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Quelle mit neuem Online-Auftritt

Verfasst am 28. Mai 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Quelle hat ihre Shopping-Plattform quelle.de komplett relauncht. Die Worte von Thomas Schaeben, Leiter Vertrieb und Marketing E-Commerce der Quelle GmbH, sind glasklar:

Unser Ziel ist es, quelle.de zur ersten Anlaufstelle für Mode, Wohnen und Technik in Deutschland zu machen.

090527_quellede-home-relaunch

Und das gilt für Stammkunden, sowie für neue Zielgruppen. Optimierungsmaßnahmen wurden an der Navigation, Shopstruktur und an der Nutzerführung durchgeführt.

Handelskraft hat vor zwei Wochen einen kleinen Beitrag zur Quelle-Studie „Webshopping 2009″ verfasst, die nun endgültig veröffentlicht wurde.

Wie es scheint, hat Quelle selbst auf einige Punkte der eigenen Studie reagiert: 47,9 Prozent der Befragten gaben an, dass gutes Fotomaterial den Erlebnisfaktor im E-Commerce steigert. Quelle hat darauf äußerst ansprechend reagiert. Mit einer Lupe kann man sich im Bild bewegen und teils noch größer auflösen, als auf folgendem Screenshot:

quelle1

Was weiterhin besonders in den Fokus der Überarbeitung geraten ist: der Produktzugang.So können Kunden nun über fünf verschiedene Reiter (siehe folgenden Screenshot) die Angebotspalette entdecken, jeder Reiter beinhaltet weitere tiefer gehende Reiter, die das Spektrum übersichtlich freilegen. Strukturiert nach Nachfrage und Kundenwünsche, werden die Sortimente und Shops hierarchisch nach Beliebtheit gelistet; Beliebtere rutschen also nach oben.

marken-navigation

Ebenfalls neu: Quelle bietet nun personalisierte Angebote nach dem individuellen Klick- und Kaufverhalten an, was wir ja auch bereits von Amazon etc. kennen. Die Richtung ist also klar und stimmt auch, wenn man einige Dinge nicht außer Acht lässt.

quellede-relaunch-beispiel-kleider

Als nächstes sollen die Suchfunktion und der Warenkorb überarbeitet werden, denn auch zu diesem (also letzterem Thema), waren die Studienergebnisse eindeutig. Grafiken und weitere Ergebnisse sind der aktuellen “Internet World Business” (11/09) zu entnehmen.

Quelle läuft übrigens auf Enfinity von Intershop.

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Shoptest: E(soteric)-Commerce

Verfasst am 28. Mai 2009 von Mah.

Heut im Test: orgoneshop.com. Für alle, die nicht wissen was Orgone sind: hier ein kurzer Überblick. Der Aufbau des Shops ist relativ klassisch. Links befindet sich die Navigation, in der Mitte der Inhaltebereich und rechts werden weitere Produkte empfohlen.

or1Sehr gut gefällt mir, auf den ersten Blick, der Aufbau der Hauptnavigation. Hier werden tatsächlich klassische, blau unterstrichende Links verwendet. Etwas ungewöhnlich ist die Tatsache, dass Unterkategorien größer dargestellt werden als Oberkategorien. Das wirkt unlogisch, da der hierarchische Aufbau doch eine gegenteilige Darstellung erfordern würde.

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Eine Auszeichnungsfarbe des Shops ist lila. Es findet Verwendung bei Überschriften, aber auch um zu markieren in welcher Unterkategorie sich der Kunde aktuell befindet. Das Hauptproblem hierbei ist, dass im Web typischerweise besuchte Hyperlinks genauso dargestellt werden. Dies wirkt gerade auf interneterfahrene Nutzer sehr verwirrend.
Die Navigation mag noch als halbwegs standardkonform durchgehen, aber in den Kategorieseiten wurden alle guten Vorsätze vergessen. Die verlinkten Überschriften sind auf einmal lilafarben, nicht unterstrichen und in meiner Lieblingsschrift (Comic Sans) gestaltetet, also sehr gegensätzlich zur Navigation.

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Die beiden Links „in den Warenkorb“ und „mehr Information“ sehen nur auf den ersten Blick in Ordnung aus. Hier wurden unverständlicherweise Grafiken zur Darstellung eingesetzt, bei denen mal wieder kein Alt-Tag gesetzt wurde. Diese verhalten sich natürlich auch anders als der Rest der Links, hier ist ja auch kein Maus-Over-Effekt gegeben.

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Handelskraft auf der Webinale

Verfasst am 25. Mai 2009 von Christian Onnasch.

webinaleEinige werden sicher schon zur Kenntniss genommen haben, dass in Berlin derzeit die webinale 09 stattfindet. Vom 25. – 27. Mai wollen die Veranstalter im Rahmen der Konferenz die aktuellsten Trends aus den Bereichen mobiles Internet, E-Business, Social Communitys und dem Web allgemein aufspüren und diesen gleich noch eine Plattform geben. Über die kompletten 3 Tage webinale hinweg kann der Besucher zahlreiche  interessante Sessions und Workshops besuchen.

Da lässt sich Handelskraft natürlich nicht zweimal bitten und ist in Person von Sebastian Herold vor Ort vertreten.  Dieser wird übrigens am Mittwoch eine Session über Social Commerce rocken.  Ganz sicher ein Leckerbissen nicht nur für E-Commerce- und Web2.0-Insider. Da Sebastian derzeit unbstritten die mit Abstand höchste Postfrequenz in unserem Autorenteam hat, wird Handelskraft bis Donnerstag ein bißchen auf Sparflamme laufen um dann  mit voller Kraft die webinale 09 Nachberichterstattung abzufackeln. ;)

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Mal am Rande

Verfasst am 20. Mai 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Wolfgang Schäuble war heute in Jena. Ob er die folgende Aktion bereits kennt?

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Quub: Organisationsapplikation für soziale Netzwerke

Verfasst am 20. Mai 2009 von Sebastian (Handelskraft).

quubVernetzung und Profilpflege auf sozialen Netzwerken ist selbstverständlich und zeitintensiv. Neue Organisationsstrukturen, um den Überblick über Updates von Bekannten, Freunden, Kollegen oder sonstigen Kontakten zu behalten, sollen uns dabei behilflich sein.

(Wie ich gestern „schockiert” festgestellt habe, hat Dänemark mehr Facebook-Nutzer als Deutschland.)

Da gibt es schon einige Angebote im Netz, die sich auf Mass-Status-Updates aller sozialen Netzwerke, in denen man angemeldet ist, spezialisiert haben. Ein weiteres, meiner Meinung nach am intelligentesten und besten entwickelt, ist das frisch am 28. April gelaunchte Angebot Quub, das sich derzeit noch in einer begrenzten Beta-Version befindet und extrem stark daher kommt.

Im Grunde vereinfacht Quub das Leben von über-sozialisierten, über-vernetzten Menschen. Und davon gibt es mittlerweile nicht wenige. Quub ist unter anderem mit Facebook, Hi5, LinkedIn, MySpace, Plaxo, Plurk, Tumblr und Twitter vernetzbar.

Was ist jetzt das besondere an Quub?

Zum einen ist Quub besonders einfach zu bedienen, man wird durch den gesamten Prozess hindurch geführt, ohne herablassend behandelt zu werden oder sich als Power-User unterfordert fühlen muss:

Hier kommt eine künstliche Intelligenz zum Tragen, die sich an Dinge erinnert, die man bereits geschrieben hat. Während man also etwas eingibt, ahnt Quub, was man gerade tut und wiederholt die vergangenen Updates einfach. Wenn man also öfter mal „Gehe jetzt in den Park” eintippt, wird dieses Update bevorzugt beim Eingeben. Damit wird das Senden von Updates beschleunigt bzw. es werden maßgeschneiderte Informationen als Fertigbausatz zur Verfügung gestellt, die man im Laufe der Zeit selbst generiert.

Das sollte man neben dem Aha-Effekt jedoch auch kritisch sehen: Hat man bisher sein virtuelles Leben selbst organisieren müssen, übernimmt, wie im Real-Life, nun auch hier die Technologie Aufgaben, von denen wir uns aufgrund der Schnelllebigkeit entwöhnen. Mehr Zeit haben wir dadurch nicht. Das Gegenteil ist der Fall.

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Ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht jedes Update auf alle verlinkten Netzwerke senden muss. Wenn man also ein Update an Twitter und Myspace senden will, kann man das per Liste auch so definieren. Mit jedem Update neu. Es gibt Kontakt- und Nachrichtenanordnungsmöglichkeiten.

Nachteile sind, dass Quub momentan noch nicht auf den moisten mobilen Plattformen arbeitet, derzeit noch kein Browser-Plugin und auch noch keine Desktop-Applikation existiert. Quub läuft via Browser und auf Android und Blackberry-Organizer. Es gibt auch keine URL-Verkürzungsmöglichkeiten wie TinyURL beispielsweise, auch kein Photo-Upload.

Möglicherweise werden diese Funktionen auch ach und nach eingesetzt. Dennoch ist Quub eine bemerkenswerte Applikation, die sehr großes Potential aufweist: Schnell, gut synchronisiert und leicht zu bedienen.

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Schnäppchen-Community Luupo steht vor dem Aus

Verfasst am 19. Mai 2009 von Sebastian (Handelskraft).

luupo1Die Schnäppchen-Community Luupo, gegründet Juli 2007, hat Insolvenz angemeldet, gab Gründer Jörn Kunst gegenüber deutsche-startups.de bekannt. Gesprächsrunden zur Finanzierung scheiterten, obwohl Investoren potentiell interessiert waren. Luupo steht deswegen seit einigen Monaten auch zum Verkauf, inklusive 21.000 Usern.

Leider scheinen auch diese Unternehmungen im Sande verlaufen zu sein. Offenbar ist man mit Kaufinteressenten noch in Kontakt, jedoch wurden schon einige Angebote abgelehnt, weil man die Community nicht im Luupo-Sinn weiterführen wollte.

Die Entwicklung von Luupo ist für uns besonders interessant. Ewig und drei tagelang plädieren Denker der Branche zu Mut, kritisieren die Angst vor neuen Geschäftsmodellen und auch die Ideenlosigkeit. Besonders für Startups ist das eine hoch gesteckte und äußerst gefährliche Messlatte. Die Umsetzung von neuen Geschäftsmodellen ist schwierig und ohne Kapital so gut wie unmöglich. Das war knapp zusammengefasst die Erkenntnis, die Luupo-Gründer Kunst daraus ziehen konnte.

luupo

Noch viele viele Ideen in der Tasche“, hieß es noch vor einiger Zeit bei Luupo. Leider erleben wir jetzt, wie diese Ideen auch in der Tasche bleiben, wenn es sie überhaupt jemals gegeben hat. Jedoch hat man Einsicht in die Liste gemachter Fehler erhalten können. So habe man zu wenig ins Marketing investiert, um das Wachstum und die Vernetzung der Community zu steigern. Zuviel Geld sei in die Programmierung geflossen, die extern getätigt wurde.

Das Konzept von Luupo war nicht unspannend und wies nähere Verwandschaft mit dem Liveshopping-Segment auf:
Bei Luupo sind alle Preise zunächst verdeckt. Durch den Einsatz von sogenannten Luupos (die man käuflich erwerben muss) kann jeder Nutzer den Preis seines Wunschartikels um 40 Cent senken. Gleichzeitig wird mit jedem Einsatz der Preis angezeigt.

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