Absolute Echtzeit mit Google Wave

Verfasst am 2. Juni 2009 von .

google-wave-0Facebook bot 500 Millionen Dollar für Twitter. Apple legte angeblich 700 Millionen Dollar für den Microblogging-Dienst auf den Tisch. Über Google gab es nur Spekulationen, irgendwas mit 750 Millionen Dollar.

Wie dem auch sei. Twitter lehnte alle Angebote ab, so wurde es nach außen zumindest kommuniziert. Bis auf die Gerüchte der Übernahme Googles war es merkwürdig still um den Daten-Riesen, zumindest in dieser Sache. Bis jetzt, bis Google Wave.

Google ist bereits im Besitz eines Finanzdebakels. Für die Nutzer mittlerweile fast unersetzlich (wenngleich Vimeo eine hervorragende Alternative ist): YouTube. Was soll Google mit einem zweiten YouTube? Und mal Hype beiseite, ich sehe Twitter nach wie vor ohne echte und gute Aussichten auf ein Geschäftsmodell. Zumindest keins, das sich unabhängig bewegt.

Außer ein paar Gerüchten, kam von Google nicht viel in der Übernahme-Sache Twitter. Es kam einem schon fast skurril vor, dass Google kaum über diesen Markt sprach. Es kommt einem so vor, als würde der Hype um den Microblogging-Dienst nur von der Übernahmewahrscheinlichkeit anderer genährt werden. Und wir warten (und berichten) über den Knall.

Twitter hat diesen Schub ausgezeichnet vermarktet. Twitter sagt Nein zu Angeboten. Google Wave erklärt nicht nur die eigenartige Stille seitens Google, sondern wird Twitter und Facebook erheblich Probleme bereiten. Schaue ich mir Google Wave genauer an, wird mir klar, dass Google nie nervös sein musste, was den Hype um Twitter und Facebook angeht.

googlewave2

Google Wave, das noch dieses Jahr erscheinen soll, sieht absolut beeindruckend aus.

Ich schließe mich Jürgen Vielmeier von freshzweinull an: Echtzeit ist das neue Schlagwort. Und Google Wave unterscheidet sich da in einigen Punkten erheblich von Twitter, ähnelt dann sogar mehr Facebook. Das Gequatsche, das im Twitter-Kosmos ignoriert untergeht, erhält bei Google Wave eine fruchtbare Bearbeitungs-Sphäre.

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O stellte Google nun seinen baldigen Dienst Wave vor: Wave ermöglicht Zusammenarbeit an Blog-Seiten und Dokumenten in absoluter Echtzeit. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Instant Messaging, Chat und der klassischen E-Mail. Alles läuft live auf sogenannten Waves ab. Für die Interaktion bedeutet das, dass man während dieser einfach Freunde aus der Kontaktliste hinzuholen kann.Diese können dann direkt oder auch erst später ihre Meinung kundtun.

Vielversprechend sieht es aus. Aber anders als freshzweinull, sehe ich keine Revolution der E-Mail. Diese Revolution hat mit der Masse bereits in sozialen Netzwerken stattgefunden. Privates wird überwiegend in diesen geführt. Netzwertig.com liegt da schon richtig: Die Neuerfindung von E-Mail.

google-wave-test

Was noch? Mit Google Wave kann man gemeinsam an Dokumenten, Websites oder Bildern arbeiten. Bekommt man eine E-Mail kann man diese genau an der Stelle beantworten, die man kommentieren möchte. Weiterhin können mehrere Personen Aufgaben in einem Dokument aufteilen. Einer schreibt eine Überschrift, der andere einen Absatz, der andere lädt ein Foto hoch. Und man kann bei diesen Aktionen stets beobachten, was die anderen schreiben. Live. Toll.

Anstelle von Twitter und Facebook denke ich gerade an andere E-Mail-Anbieter. Schlottern denen schon die Beine?

Was ich bemerkenswert finde, aber mir noch nicht vorstellen kann, ist das Live-Chatten. So kann man mit Leuten aus anderen Staaten chatten und jeweils in der eigenen Sprache. Google Wave übersetzt, live… wahrscheinlich eher zeitversetzt. Dennoch wäre das wirklich großartig.

Und auch hier: Kriegen Dolmetscher kalte Füße?

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5 Reaktionen zu “Absolute Echtzeit mit Google Wave”

  1. mt

    Am 4. Juni 2009 um 00:39 Uhr

    > Und auch hier: Kriegen Dolmetscher kalte Füße?

    Hahaha…

    translate.google.com deu->eng will mir Krieg andrehen:

    > And also here: wars interpreters cold feet

    Aber andererseits:
    Lo-Fi Pixel Youtube hat auch für alle Ü30 das Fernsehen obsolut gemacht…

    Wenn es gut genug ist…

    irgenwann ist man dann hier:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Philosophy_of_artificial_intelligence

    Ich sage NEIN. Aber ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

  2. mt

    Am 4. Juni 2009 um 00:40 Uhr

    ups…

    Ü30 -> U30

    sollte trotzdem klar sein…

  3. Sebastian (Handelskraft)

    Am 4. Juni 2009 um 08:08 Uhr

    Ist klar. Sehe ich im wesentlichen übrigens genauso…

    Schlechtes Englisch ist aber auch lustig, so könnte es also wenigstens amüsant werden… I guess I spider. 🙂

  4. Ingmar

    Am 7. Juni 2009 um 04:42 Uhr

    Danke für Deinen Beitrag zu Wave!

    Wir beginnen gerade das erste “German Wave Camp 2009” anzuschieben:

    http://WaveCamp.org

    WaveCamp.org dient als Netzwerk zur Vorbereitung und Planung des German Wave Camp 2009 in Berlin sowie dem monatlichen WaveWednesday in Berlin.

    Diese (Un-) Konferenzen sollen dazu beitragen die gesellschaftliche Innovation rund um das Google Wave Federation Protocol in Deutschland zu fördern und die an diesem Ziel Interessierten miteinander zu verbinden.

    Das Netzwerk ist offen für alle, die gerne mitmachen möchten! In den Foren können auch kreative Gedanken ausgetauscht werden rund um den Einsatz von Wave in Bildung, Unternehmen, Organisationen usw.

    Falls dich Wave noch mehr interessiert und du Lust an weiterem Austausch hast, schau einfach vorbei. Wir würden uns freuen dich auch dabei zu haben! 🙂

    Liebe Grüße
    Ingmar

  5. Sebastian (Handelskraft)

    Am 9. Juni 2009 um 08:12 Uhr

    Hey danke für den Tipp.Wenn ich davon nicht so kurzfristig erfahren hätte, dann hätte ich dazu sogar noch mal extra was geschrieben. Ich wünsche euch da viel Erfolg bei.

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