Das nächste große Ding im Web

Verfasst am 4. Juni 2009 von .

„Große Dinger”, an denen sich die Masse orientieren möchte; die die Masse verfolgen möchte: Es war immer so. Die „großen Dinger” werden alt, neue Bedürfnisse entstehen und wollen bedient werden. Wir wollen und brauchen „das nächste große Ding”, das unsere virtuelle Organisation, Denk- und Bewegungsstrukturen neu designt, ihnen einen Aktions- und Interaktionsraum bietet.

Gestern gab es einen wirklich interessanten Denkanstoß von Leander Watting. In einem Beitrag hat sich der Autor der Sehnsucht nach dem „Next Big Thing” angenommen. Wattig erörtert sehr schlüssig, dass nach unzähligen öffentlichen Verhandlungen über die Großen wie Google, Facebook und Twitter neue Kandidaten zwar schon parat stehen und diskutiert werden, wie Wolfram Alpha, Bing und Google Wave, das große nächste Ding aber woanders zu suchen ist: Die Informationsbewertung.

Wieso? Wattig spinnt einen interessanten Gedanken zusammen:

Die Kosten der Informationsaussendung sind für den Sender dank des Internets und der digitalen Technik auf quasi Null gesunken. Daher erleben wir diese enorme Informationsflut. Die höchsten Kosten liegen daher heute beim Informationsempfänger, der vor der momentan kaum lösbaren Aufgabe steht, das für ihn Relevante aus der Informationsflut fischen zu müssen.

Seine Annahme, dass gerade ein Markt entsteht bzw. entstehen wird, in dem sich Unternehmen der Relevanzbewertung von Informationen annehmen, klingt wirklich logisch. Nur nach welchen Kriterien?

twitterBei Twitter ist es die Zeit, die Echtzeit, die neben der erstaunlichen Aktualität nicht nur klassische Medien ins Schwitzen bringt und Druck macht. Druck, der in der Vergangenheit in diesem Zusammenhang immer in fragwürdigen Ergebnissen endete. Druck, der Konsequenzen hat. Ist die Echtzeit ein geeignetes Kriterium? Natürlich – das beschreibt Wattig ebenso gut – gibt es auch hier (bei Twitter) Versuche, das Kriterium der Echtzeit, funktional begleitend zu unterstützen:

Die Instrumente, die dem Informationsempfänger hierzu bisher zur Verfügung stehen, sind in vielen Fällen nicht sehr wirkungsvoll. […] Das wesentliche Relevanzkriterium bei Twitter ist die Zeit. […] Es gibt natürlich allerlei Versuche, Tweets mit Metadaten anzureichern. Es besteht aber zweifellos noch Verbesserungspotenzial. Ich für meinen Teil habe jedenfalls schon manches Mal ebenso verzweifelt wie vergeblich bestimmte interessante Tweets gesucht, die ich mangels entsprechender Metadaten aber nicht mehr auffinden konnte.

Es sind Versuche.

google-wave-01Es werden in Zukunft auf jeden Fall mehrere große Dinger entstehen und koexistieren, weil sie nur zusammen ergänzend groß sein können. Mittlerweile entsteht auf Twitter in bestimmten Segmenten, insbesondere im Unternehmensbereich, eine neue Kommunikationskultur, die mit Austausch von Informationen und Empfehlungen begründet ist, völlig uneigennütziger Natur, eben weil noch niemand an das Geldverdienen über Twitter denken kann. Es kristallisiert sich jedoch eine Entwicklung heraus, die dazu führen könnte.

Verknüpft man das mit Google Wave, und setzt beide Instrumente firmen-in- und extern ein, könnte das mit absoluter Wahrscheinlichkeit das nächste große Ding sein. Zumindest in der Unternehmenskommunikation.

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Kategorie: Social Web


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