Monatsarchiv für August 2009

Wenn Macher reden und vergessen zu machen

Verfasst am 20. August 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Es ist ja immer noch ein himmelweiter Unterschied, ob man über bestimmte Entwicklungen oder Trends berichtet, sie verkündet oder ob man zu ihnen etwas beiträgt. Aus der Verkündung sind verschiedene selbsternannte Experten auferstanden, bei denen niemand so recht weiß, wo sie her kommen und woher sie ihre Skills haben. Das hat dazu geführt, dass die Begrifflichkeit „Social Media“ bei vielen mittlerweile nur noch Gähnen oder Augenrollen auslöst. Der ständigen Verkündung von Hype und der Redundanz zum Dank.

Und irgendwie bleibt da ein fader Beigeschmack, wenn man solche Dinge liest. Inhaltlich ist der Artikel von Don Alphonso auf so manch anderes Feld übertragbar. Mein persönliches Zitat der Woche und Prototyp der Bizz-Wahrheit lautet:

Es gibt da meines Erachtens einen ziemlich deutlichen Zusammenhang zwischen Grossmäuligkeit, den Medienwandel zu verkünden, und der Unfähigkeit, jenseits der Verkündung etwas dazu beizutragen. Es sind genau genommen keine Experten für den Medienwandel, sondern Experten für Medienwandelausrufung.“

Das Wort „Medien“ kann in diesem Zitat gerne durch andere Buzzwords ausgetauscht werden. Für mehr Mut plädieren schon viele Seiten und ich bin mir sicher, dass unter vielen Dächern auch bereits getüftelt wird. Aber bis es soweit ist, sind verbale Tritte in den Hintern, wie vom Don Alphonso, mehr als erwünscht. Zwar nicht gerne gesehen oder gerne gehört, aber so ist das nun mal mit der Wahrheit:

Nicht nur ankündigen. Sondern auch umsetzen. Reich werden. Imperien errichten, auf den Trümmern derer, die es nicht konnten. Oder glaubten, es reiche schon, wenn man sich gute Geschichtenerzähler einkauft. Oder dem Irrglauben anhingen, es käme allein auf die Qualität an, dann kämen die richtigen Leser schon alleine, solange nicht nur über das Netz geschwafelt wird.

Na los, Ihr Könner. Zeigt mal, wie das geht.“

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Onlinehandel: Effektivität oder Effizienz

Verfasst am 19. August 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Seit der Pressemitteilung – Handelskraft hat davon berichtet - des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh) am 28. Juli, in welcher die Zwischenergebnisse der bvh-Verbraucherstudie „Distanzhandel in Deutschland 2009“ kommentiert wurden,  ist eine wirklich äußerst fruchtbare Diskussion in Expertenkreisen entstanden. Insbesondere Akteuren im Online- und Versandhandel, ist die Verfolgung dieser sehr klugen Diskussionen und Gedankenexperimenten nahe zu legen.

In einer scharfsinnigen Analyse beschrieb Jochen Krisch von Exciting Commerce die Bewegungen und Richtungen des Strukturwandels im gesamten Handel. Jenes hat auch das SinnerSchrader-Branchenblog Fischmarkt aufgegriffen und auf den ausstehenden “1. Europäischen Handelskongress“ in Berlin verwiesen, inklusive inhaltlicher Fragestellungen, die dort zur Debatte stehen werden.

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Ende 2009 wird der E-Commerce-Anteil im Versandhandel hierzulande das erste Mal die 50-Prozentmarke knacken (Prognose: 53 Prozent). Dass sich Onlinehändler allerdings nicht als Versandhändler sehen sollen, E-Commerce sei weit mehr als das, thematisierte Krisch sehr schlüssig. Der Onlinehandel verändere die Strukturen im klassischen Handel von Grund auf:

Und Strukturwandel heißt in diesem Fall tatsächlich, dass sich die bekannten Strukturen verändern. Es sind nicht bloß graduelle Marktanteilsverschiebungen […]. Der Markt richtet sich komplett neu aus und zwar in noch nicht bekannter Richtung.

Krisch spaltet die Begrifflichkeiten „Onlinehandel“ und „Versandhandel“ nicht nur klar voneinander ab, er ermahnt den Leser damit gleichzeitig, Dinge falsch zu verstehen.

In einem Kommentar dazu, schrieb ein Besucher:

All diese Definitionen zerteilen künstlich die Welt in kleinere Stücke und hinterher muss man sich dann fragen, wie diese Stücke nun zusammen passen […], anstatt gleich das große Ganze zu sehen… Alles im Allen also ein rein sprachliches Problem, welches wir uns künstlich auferlegen und von dem wir uns all zu oft blenden lassen – meist sogar fahrlässig Entscheidungen daraus ableiten.

Etwas von dem sich Onlinehändler definitiv blenden lassen, ist das Missverständnis, ja gar die Verwechslung von Effektivität und Effizienz im Bezug auf den Blick in die Zukunft. Wollen Onlinehändler effektiv oder effizient arbeiten? Unter dieser Frage wird sich die Zukunft des Onlinehandels aufbauen. Effektiv ist, die richtigen Dinge zu tun. Effizient ist, die Dinge richtig zu tun.

Den Unterschied zu verstehen, in der Praxis spürbar zu machen, ist Teil der Lösung im Wirrwarr, in dem sich der Onlinehandel befindet.

Im Großen und Ganzen ist der E-Commerce in einer ähnlich verwirrten Lage, wie der klassische Versandhandel: Es ist turbulent geworden. Allerdings geht es für den Onlinehandel nach oben. Wenigstens diese Richtung ist gewiss. Verständnisprobleme sind eben nicht immer sprachlicher Natur.

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Herzlichen Glückwunsch, Wikipedia

Verfasst am 18. August 2009 von Sebastian (Handelskraft).

wikipedia-logo-de (1)Beginnen wir den Tag mit einer Gratulation. Das Mitmach-Web, in diesem Fall Wikipedia, ist in den letzten Jahr wirklich groß geworden. Also weg mit den Kinderschuhen. Die englische Version des Online-Everybody-Nachschlagewerks Wikipedia hat gestern, laut IWB, die Drei-Millionen-Artikel-Grenze überschritten. Wikipedia, das in etwa 200 Sprachen verfügbar ist und insgesamt mehr als 13 Millionen Artikel aufweist, startete 2001.

Auf Platz 2 hinter der englischsprachigen Version, liegt bereits die deutsche Version mit 940000 Artikeln. Dahinter die französische Ausgabe mit 840000 Artikeln. Genauso wie bei Twitter, generiert auf Wikipedia ebenfalls der geringste Teil der mitmachenden Nutzer den Löwenanteil des Inhalts, im guten alten Paretoprinzip. Möglicherweise hat eben auch dieser Umstand dazu geführt, dass Wikipedia, das englischsprachige zumindest, seit März 2007 weitaus geringer wächst als zuvor, so Forscher des Palo Alto Research Center.

Der dreimillionste Artikel befasst sich im Übrigen mit der norwegischen Schauspielerin Beate Eriksen und ja sie hat bei der Olsenbande mitgespielt.

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I wear your Shirt: Von einer tollen Idee zum Social Marketing in der Praxis

Verfasst am 17. August 2009 von Sebastian (Handelskraft).

iwearyourshirtEs ist doch so einfach. Manchmal führen die naheliegenden und schlichten Ideen zu Ruhm. Wie die Idee von Jason Sadler, die ich letztens bei Leander Wattig aufgelesen habe. Es hätte jedermanns Idee sein können. War es aber nicht. Dafür hat Herr Sadler jetzt einen vollen Terminkalender und eine volle Brieftasche.

Seine Idee: I wear your shirt.

Sein Plan: Jeden Tag trägt er für ein Unternehmen ein neues Shirt mit Werbung bedruckt. Das gesamte Jahr lang, sprich 365-mal. Am ersten Tag bezahlt das Unternehmen für die wandelnde Werbetafel aus Fleisch und Blut einen einzigen Dollar. Am zweiten Tag zwei Dollar. Und so weiter und sofort. Am 365. Tag kostet diese Form der Werbung für ein Unternehmen eben 365 Dollar. Das sind im Jahr knapp 70000 Dollar.

Und damit das Unternehmen auch wirklich was davon hat, filmt und fotografiert Jason Sadler sich mit den Shirts selber und verbreitet diese in allen gängigen großen Kanälen des Social Webs. Das ist quasi ein praxisorientierter Social-Media-Consultant, der eine witzige Idee zu einem interessanten und anscheinend auch sehr lukrativen und attraktiven Geschäftsmodell umgesetzt hat. 2009 ist Jason Sadler jedenfalls komplett ausgebucht, ebenfalls bis Mai 2010. Schade, dass der Herr sich nicht klonen lässt (um mal schreiend mit einem übergroßen roten Zaunpfahl zu winken).

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Diese Form der Werbung ist wirklich äußerst angenehm, die Idee verblüfft gerade wegen der simplen Struktur. Ich kann mir so eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und aktiven Usern im Netz durchaus vorstellen, zumal diese Idee an sich ja keine Neugeburt ist. Natürlich fällt dieses Geschäftsmodell unter Spielereien. Diese scheint aber zumindest zu funktionieren, sehr gut sogar. Die Unternehmen haben einen Akteur im Social Web, der die Werbepenetration auf angenehmen Level hält, und der Akteur wird scheinbar nur am Anfang seiner Geschäftsbeziehung mit dem Unternehmen über den Tisch gezogen. Ein Unternehmen kann sich so verspielter und wesentlich moderner und attraktiver darstellen, ohne heucheln zu müssen. Das ist in der Tat sehr attraktiv für mehrere Seiten.

Sadler Idee kann man genauso gut als den ausgereckten Mittelfinger sehen, welcher der stotternden Werbebranche gewidmet ist. Das macht ihn ein Stück weit sympathischer als es mit der Idee ohnehin schon ist.

Die Schattenseite ist jedoch, dass so eine clevere Idee nie lange warten muss, bis die ersten Trittbrettfahrer aufgesprungen sind. Und die sind wie Fliegen, wenn einmal ein Meinungsmacher sagt: „Joa, das ist trendy und fancy“.

Und dass dann das Zeitalter wandelnder Werbetafeln anbrechen könnte, jagt mir einen Schauer über den Rücken. Sicher, Werbung lässt sich im Bezug auf Textilien sehr ansprechend visualisieren, aber das tut der potentiellen Reizüberflutung keinen Abbruch.

An besten ich genieße die Idee noch solange, bis ich in einem Jahr Augenbluten auf der Straße bekomme. Und wer weiß, vielleicht ist die Idee ja auch lediglich für die Web-Bevölkerung und nicht für die Straße. Das ist für Unternehmen eine attraktive Zielgruppe, aber auch eine kritische.

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24 Argumente, die gegen Twitter sprechen

Verfasst am 14. August 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Ich benutze ja selber Twitter und finde den Dienst an sich nicht verkehrt. Er ist, wenn man damit richtig umgeht, sehr nützlich. Er ist nur lediglich überschätzt.

via Themenblog

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Intershops Genesung in schweren Zeiten

Verfasst am 13. August 2009 von Sebastian (Handelskraft).

intershopGestern legte der Jenaer E-Commerce-Software-Hersteller Intershop seinen Halbjahresbericht vor. Mit diesen Quartalszahlen schreibt Intershop zum achten Mal in Folge, trotz eines Umsatzrückganges von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr, schwarze Zahlen. Knapp 13,6 Millionen Euro Nettoumsatz erwirtschaftete das Unternehmen in den ersten sechs Monaten.

Konnte man im Vorjahreszeitraum noch einen Nettogewinn von 585.000 Euro verzeichnen, beträgt er dieses Jahr lediglich 440.000 Euro. Dieses Minus ist jedoch auch damit zu begründen, da noch Zahlungen der insolventen Arcandor-Tochtergesellschaften in Höhe von 268.000 Euro ausstehen, auf die Intershop derzeit noch hoffen kann.

Sollten diese Zahlungen nicht mehr getätigt werden können, sollte jenes dem Intershop-Vorstand dennoch keine Bauchschmerzen bereiten. Auch das neue Vorstandsmitglied Peter Mark Droste blickt zu Recht optimistisch nach vorne:

Die Entwicklung im ersten Halbjahr macht deutlich, dass wir sowohl beim Lizenz- als auch beim Service-Geschäft trotz Wirtschaftskrise stabil sind. In einem äußerst herausfordernden Umfeld haben wir zwei weitere Quartale mit Gewinn abgeschlossen. […] So halten wir auch an unserer Prognose fest, im Gesamtjahr eine Nettoumsatzsteigerung von 7% bis 9% auf über 30 Mio. EUR zu erreichen.

Das heißt, der Gewinn soll am Jahresende in etwa auf Vorjahresniveau liegen: 1,5 Millionen Euro Gewinn.

Die Aussichten dieses Ziel zu erreichen, stehen gut. Trotz des wirtschaftlich schwerer gewordenen Umfeldes, ist die Auftragslage sehenswert:

1. Verteilt über fünf Jahre, hat Intershop einen Full-Service-E-Commerce-Großauftrag unter Dach und Fach gebracht, der ein Gesamtvolumen von bis zu sechs Millionen aufweißt. Kunde ist das internationale Modeunternehmen Mexx.

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2. Neu als Kunde, ist die Messe München International (MMI), für die Intershop „eine einheitliche Internet-Plattform [auf Basis von Enfinity Suite 6] für alle Fachmessen der MMI“ aufbaut.

3. Weitere Neukunden: Tabakgroßkonzern Imperial Tobacco, die belgische Verlagsgruppe Lannoo und die Franchise-Kette für Baby- und Kleinkinderbedarf BabyOne.

4. Des Weiteren konnte Intershop Ende Juni einen Service-Großauftrag verbuchen. Kunde ist, wie auch aus der Pressemeldung hervorgeht, das australische Telekommunikationsunternehmen Telstra, dessen Auftrag ein Gesamtvolumen von knapp 13 Millionen Euro und einen Zeitraum von drei Jahren umfasst. Intershop übernimmt die Betriebsunterstützung, das Testing und den Support.

Im Großen und Ganzen, stimmen nicht nur die Zahlen, sondern auch die Richtung. Es bleibt ein positives Gefühl übrig, dass Intershop in diesen schwierigen Zeiten allmählich gesund wird. Wir gratulieren in jedem Fall zu zwei Jahren schwarzer Zahlen und hoffen weiterhin, dass man sich den Herausforderungen mutig stellt und öffnet.

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Was ist Word-of-Mouth-Marketing?

Verfasst am 12. August 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Heute auf socialcommerce.de: Zuhören und Handeln.

Und weil es thematisch ganz gut passt, reiche ich hier auf Handelskraft.de noch ein kleines Video nach, das die Begrifflichkeit “Word-of-Mouth-Marketing” noch mal sehr schön visualisiert und simpel auf den Punkt bringt. Film ab:

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