Monatsarchiv für November 2009

Zitat der Woche: Wer den Weg in Frage stellt

Verfasst am 27. November 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Einfach nur, weil jetzt das Ende der Woche an die Tür klopft, der Dezember sich bereit macht und weil Recht immer über Unrecht stehen sollte, präsentiere ich mein Zitat der Woche.

Aus dem Artikel “Die Stöcke in den digitalen Ärschen” von Don Alphonso:

Gerade die deutschen Blogs kranken daran, dass die meisten bekannten Personen über solche Themensetzungen bekannt geworden sind. In anderen Ländern hat sich die Szene längst thematisch aufgefächert, aber in Deutschland haben wir es mit einem durch gemeinsame Interessen verfilzten Zirkel zu tun, der es nicht verstanden hat – oder es auch einfach nicht beherrscht – sich entsprechend neu zu justieren. Im Ergebnis redet man nicht mehr über Themen, sondern über die Technik, die Themen zu bringen. Oder wie man Medien die Technik verkauft, um die Technik für Themen zu thematisieren, am besten mit einem selbst als bezahlter Kraft. Oder wie blöd die Medien sind, dass sie nicht kapieren, wie wichtig es ist, über diese Technik zu reden. Und warum sie nicht kapieren, dass die Vorreiter recht haben, und wie sie es überhaupt wagen können, die Heilsversprechen in Frage zu stellen.

Und was ich mir einrahmen werde, aus diesem wirklich sehr großen Artikel, ist der Satz: “Wer der den Weg in Frage stellt, bekommt schnell eins reingewürgt [...]“.

Und das ist in Zeiten, in denen man von Experten, Trendvorhersagern und Marktschreiern umgeben ist, nicht unwahrscheinlich. Danke, Don.

Woot sensibilisiert mit Deals.Woot weiter die Social-Commerce-Beobachter

Verfasst am 25. November 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Ein wenig pathetisch klingt der Anfang der gestrigen Woot-Meldung ja schon, wenn Jason Toon schreibt:

Today is the first day of the greatest ecommerce experience of your life. This is the day everything changes forever. […] And yea shall the mountains churn and the rivers crumble, and the crunchy shall lie down with the creamy […].”

Der Grund für diese Aufregung ist Deals.Woot, das gestern ins Leben gerufen wurde.

woot

Sieht alles ganz nett und unspektakulär aus, ist dennoch ziemlich beeindruckend. Deals.Woot ist eine community-getriebene Plattform zum Finden, Teilen, Diskutieren und Bewerten, aber nicht etwa Woot-Deals, nein, es geht um Produkte anderer Shops. Und hier wird es extrem spannend, sowohl aus Social-Commerce-Sicht, als auch aus Ads-Sicht:

Das Liveshopping-Portal Woot lässt sich die links oben auf der Plattform angezeigten Produkte von den entsprechenden Shops sponsoren („Sponsored Deals“). Aber nicht irgendwelche Produkte, wie Woot meint, sondern Produkte, die für die Community relevant sein könnten:

OK, yes, companies pay a little something to be Sponsored Deals. But we don’t allow just any old crap in this section. Sponsored Deals are proposed to us by other retailers, manufacturers, and even other daily deal sites. If we find the deal compelling enough that our members will appreciate us bringing it to their attention, we’ll feature it here. […]”

Woot macht hier einen großen Schritt und zeigt einmal mehr auf, wie wichtig gute Ideen für Stand-Alone-Liveshopping-Portale sind. Und Woot geht noch weiter:

This is the mission our community has been training for: subjecting the rest of the Internet to the deal-seeking prowess you guys display so lethally in our forums every day. […] Instead of us bringing the great deals to you, Deals.Woot is all about you bringing the deals to us.

It’s all about community and user generated content. Vor allem im E-Commerce. Und weil das Ganze nicht nur auf einem Kanal funktionieren kann, müssen auch Shops und Angebote, egal wie spannend sie sein mögen, erkennen, dass es einen Rückkanal geben muss. Und gute Ideen. Woot hat sich mit diesem Schritt wieder sehr spannend gemacht.

Und da momentan viel über das Thema Social Commerce gesprochen und geschrieben wird, kommt das genau richtig. Marktbeobachter sind gerade sehr sensibel.

Worst Case: Marketing

Verfasst am 19. November 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Schon vor vielen Jahren habe ich zu meinem Geburtstag automatisierte Glückwunschkarten von Firmen bekommen, mit denen ich irgendwie mal in Kontakt gestanden haben muss. Diese standardisierten Karten haben mich genervt und sind umgehend in den Müll gewandert. Das war noch zu Zeiten, in der die E-Mail eher von dubiosen Viagra-Händlern zum Spammen benutzt wurde. Mittlerweile haben sich die Zeiten geändert. Man ist Mitglied in Netzwerken und kauft im Netz verstärkt ein.

Hat man Geburtstag, trudeln die automatisierten Glückwunschkarten von Onlineshops im Minutentakt in den Posteingang. Im besten Fall mit einem lustigen Bild und vielleicht einem Gutschein. Die Methode hat sich einfach noch nicht geändert, eine Sache, die Marketers immer noch nicht verstehen wollen. In Zeiten, in denen Nutzer mit dem Web, und mit dem Social Web vertraut sind – schon allein, weil sie sich dort in ihrer Freizeit aufhalten – müssen Marketingentscheider neue Verhaltensweisen annehmen. Es ist ein Leichtes für jeden mit Internetanschluss überall zu sagen, was er denkt (zumindest in Deutschland). Worst Case ist folgendes:

Ein Jetzt.de-User namens “interliqui” machte sich in einem kurzen Beitrag Luft und bringt meiner Meinung nach die Problematik auf den Punkt, wenn Marketing längst noch nicht so 2009 ist, wie viele es proklamieren und fordern:

“[...] und Onlineshops: Ich meide euch alle, wenn ihr mir solchen beknacht unauthentische, verlogene, Umsatzgetriebene Mails schickt! Fuck off eCommerce-Heinis ohne jeden Verve!”

Den kompletten kurzen Eintrag kann man hier nachlesen. Ich schätze mal, dass sich die Ansprache an Kunden 2010 auch nur in sehr wenigen Häusern ändern wird. Aber ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt. Auf Fischmarkt.de gibt es auch eine kleine Slideshow (”What’s Next In Marketing and Advertising“), die das Problem der Ansprache und Interaktion aus Marketingsicht anschaulich zusammenfasst:

Google Commerce Search

Verfasst am 5. November 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Google hat heute Google Commerce Search gelauncht, eine cloud-basierte Enterprise-Such-Applikation – angeblich für 50.000 Dollar im Jahr zu haben – für Internethändler. Diese Funktion verspricht die Sales-CR zu verbessern und das Onlineshopping-Erlebnis für die Kunden der Netzhändler zu vereinfachen. Nitin Mangtani, Lead Product Manager für Googles Enterprise-Suche, gegenüber der Internetnews.com:

We’re providing a hosted solution that gives users ultra-fast results with all the features like spellchecker and built-in query stemming capabilities.

Hierzu empfehle ich den kurzen Screencast von Google:

Internet-Händler sind damit in der Lage ihre eigenen Merchandising-Regeln aufzustellen und sich als Suchergebnis (oder Liste) bestimmte Produkte einer Kategorie anzeigen zu lassen, in absteigender Preis-Reihenfolge.

Angeblich soll bereits Birkenstock USA diese Applikation in einem Live-Entwicklungsumfeld nutzen, sowie 20 bis 30 andere Händler, die mit einer Beta Version des Produktes laufen.

Die Missverständnisse zwischen Intershop, Magento und OXID auf der Insight E-Commerce

Verfasst am 4. November 2009 von Sebastian (Handelskraft).

Der gestrige Tag auf der 3. Netzwerkkonferenz Insight E-Commerce in Jena war in einem Punkt besonders spannend: Die angekündigten Impulsvorträge und Plenumsdiskussionen zum Thema „Open Source im E-Commerce – Risiko im Betrieb oder Chance für Innovationen“. Unter der Moderation von Truition-Geschäftsführer Sirko Schneppe, versammelten sich – neben den vielen Zuhörern – die Referenten Roy Rubin (Varien-CEO), Roland Felsenmayr (OXID eSales-Vorstandsvorsitzender), Stefan Hollmann (Director Consulting Hamburg bei Intershop Communications AG) sowie Martin Groß-Albenhausen (Herausgeber und Chefredakteur vom Versandhandelsberater).

Angeheizt und vorbereitet wurde man auf dieses brisante Zusammentreffen bereits ein Panel zuvor, als man beim „Viel Gerede um Geschäfte – wieviel Community verträgt der Onlinehandel“ mit Jochen Krisch, Jana Eggers (Spreadshirt-CEO) und dem Marketingchef von edelight immer wieder auf den Untergang von Quelle zu sprechen kam, was nicht unbedingt an den Referenten lag. Gefühlt war das alles eher wie ein endgültiges verbales Zugrabetragen von Quelle.

Jochen Krisch hat bereits berichtet, dass diese Debatte nur mit sehr großen Schwierigkeiten zu führen war und bemerkt, dass vor allem ausgeblendet wurde, „[…] wir sehr sich die Open Source Szene in den letzten Jahren professionalisiert hat und wie sie Wege und Modelle gefunden hat, die wesentlichen Kritikpunkte (mangelnde Zukunftssicherheit, mangelnder Support etc.) schon alleine dadurch zu entkräften, dass hinter vielen modernen Open Source Lösungen (im Gegensatz zu osCommerce & Co.) mittlerweile professionelle Softwarehäuser stehen, die sich in die Pflicht nehmen lassen.

Krisch spielt damit auf den teilweise polemischen Beitrag von Hollmann (Intershop) an, der in einer ansonsten sehr lahmen Debatte zumindest für innerliche Aufregung sorgte. Von der Art und Weise mal ganz abgesehen, lag Hollmann auch nicht ganz falsch, dass es den Vorreferenten nicht sonderlich gut gelang über eine Werbepräsentation hinauszukommen, wobei Felsenmayr (OXID) jedoch schon konkreter zur Sache ging als Roy Rubin (Magento).

Eine Debatte konnte man nicht erwarten und man bekam sie auch nicht. In diesem Punkt hatte Hollmann nicht Unrecht, als er bemerkte, dass zwischen Open Source und Closed Source Welten liegen, die sich nicht in einem Gespräch mit Vetretern beider Parteien gerecht diskutieren lassen. Dem Himmel sei Dank hat Krisch im Nachhinein einen Kompromiss gefunden und dotSource-CEO Christian Grötsch befragen können, da die Agentur dotSource Projekte sowohl auf Enfinity, als auch auf Magento realisiert:

Am Ende kann man nur ein sehr eigentümliches Fazit ziehen: Magento ist sexy, Enfinity nicht. Hollmann wies den unausgesprochenen Vorwurf, für den er sich irgendwie doch rechtfertigte, harsch zurück und rief den Anwesenden das „Business“ ins Gedächtnis. Und irgendwie hatte man an diesem Punkt das Gefühl, Hollmann referiert lediglich für Felsenmayr und Rubin. Die Vorteile einer globalen Community wurden von Hollmann tätschelnd belächelt. Felsenmayr stellte im Vorfeld klar: „E-Commerce wird sozial – Die Shopsoftware wird widgetisiert und zur Applikationsplattform“. Rubin noch davor: „Innovations come from the community“. Dass beides irgendwie auch zusammengehen kann, war wohl in den meisten Köpfen der Anwesenden präsent.

Das war der entscheidende Punkt, an dem sich das Thema dieser Debatte („[…] Risiko im Betrieb oder Chance für Innovationen“) verhedderte und nicht in Gang kam: Beide Seiten vertraten ihre Standpunkte und und setzten die Positionen der anderen ins Abseits. Aus Intershop-Sicht kann man Hollmann verstehen, aus Magento-Sicht kann man Rubin verstehen. Magento ist besser aufgestellt. Und auch wenn eine Community noch lange keinen Support im Stile Intershops bieten kann – und das ist eine Tatsache – so ist sie zukunftsorientierter positioniert und bringt genetisch eine Flexiblität und einen Austausch mit sich, der sicher auch irgendwann technisch seitens Magento aufgeholt sein wird. Die Schwachstelle von Magento ist die altersbedingte Technik: Magento ist noch ein sehr junges Shopsystem.

Irgendwie verzettelte man sich danach bei Themen der Verantwortung, und das Outsourcing dieser. Vorwürfe hin und her. Gekämpft hat irgendwie nur einer: Hollmann von Intershop. Gewonnen hat keiner. Und allein einen Gewinner küren zu wollen, erscheint grotesk. Entschuldigung.

Dass Martin Groß-Albenhausen am Ende dieses Diskurses noch einmal überzeugende und neutrale Kompetenz mit ins Gespräch fließen lies, kann man leider nur noch am Rande erwähnen. Die Debatte wurde noch vor dem geplanten zeitlichen Ende „abgebrochen“ und hinterließ weniger Fragen und mehr Enttäuschung. Am Ende heißt es wieder einmal: Abwarten und Teetrinken.

dotSource bringt Liveshopping-Solution für Magento auf den Markt

Verfasst am 4. November 2009 von Sebastian (Handelskraft).
  • Liveshopping-Modul mit zahlreichen Social-Commerce-Features erweitert das Open Source Magento Shopsystem.
  • dotSource Lösung ermöglicht hohe Abverkaufsraten und eine lebhafte Online-Community im Liveshop.

{portrait_image}{427}{}Jena, 28. Oktober 2009 – Onlinehändlern, die am stark wachsenden Liveshopping-Markt partizipieren wollen, bietet die dotSource GmbH ab sofort eine komplette Liveshopping-Lösung zur Integration unter Magento an. Ein abgestimmtes Set aus Modulen und Funktionen ermöglicht es, die Produkte des Tages optimal in Szene zu setzen und dauerhaft starke Kaufimpulse auszulösen. Spezielle Social-Commerce-Funktionen gestalten die Schnäppchenjagd spannend und fördern die Bildung einer Shopping-Community.

Im Liveshopping-Segment wird alternativ zum herkömmlichen Onlineshopping ein einziges Produkt für eine begrenzte Zeit und zu einem besonders niedrigen Kaufpreis angeboten. Der günstige High-Interest-Artikel steht nur kurzzeitig zur Verfügung, der Kunde sollte schnell zugreifen.

Den Kern der Liveshopping-Plattform von dotSource bildet daher das Product-Timeline-Modul. Es zeigt den Verfügbarkeitsstatus des aktuellen Artikels an und ordnet im Produktarchiv alle ausgelaufenen Angebote chronologisch nach ihrem Verkaufsdatum. Im Backoffice regelt die Product Timeline unter anderem die Einstellung des jeweiligen Verkaufsstarts und Angebotsendes und ermöglicht wichtige Reporting- und Analysefunktionen. Zu den Liveshopping-Features der dotSource Lösung zählen weiterhin die Countdown-Uhr des aktuellen Angebotes, die First-Buyer-Anzeige, die Kurzbewertung, ein User-Forum, erweiterte Nutzerprofile, ein Mitgliederbelohnungssystem, die Produktvorschau im Backoffice und vieles mehr. Die Magento Liveshopping-Solution ist für alle Trusted-Shops-Anforderungen vorzertifiziert.

In der aktuellen Version ist die hochwertige dotSource Lösung auf Basis der Magento Community Edition verfügbar. Ihre Feuertaufe bestand die Liveshopping-Erweiterung bei der kürzlich erfolgten Magento-Umstellung des beliebten Shoppingportals „Preisbock“, der derzeit am stärksten erweiterten Magento Plattform am Markt.

Weitere Informationen zu unserer Liveshopping-Solution sind dem anliegenden PDF (300 KB) zu entnehmen: Magento Liveshopping-Solution.

Netzwerkkonferenz insight e-commerce 2009: Trends und Open- vs. Closed-Source

Verfasst am 3. November 2009 von Sebastian (Handelskraft).

insightecommerceHeute und morgen findet hier in Jena die 3. Auflage der Netzwerkkonferenz insight e-commerce statt, für die auch die dotSource GmbH als Partner fungiert.

Alle Teilnehmer dürfen sich auf zwei spannende Tage freuen mit kompetenten Referenten. Nach der heutigen Eröffnungskeynote von Theaterregisseur Jo Fabian („Netzwerke hassen Regelbrecher – Netzwerke lieben Regelbrecher“) ab 13.30 Uhr geht es dann auch direkt los.

Von 14 bis 15.30 Uhr finden die ersten Impulsvorträge und Plenumsdiskussionen statt. Beim Themenblock „Trends im E-Commerce: Viel Gerede um Geschäfte – Wieviel Communitiy veträgt der Onlinehandel?“ geben sich Jochen Krisch von excitingcommerce.de, Spreadshirt-CEO Jana Eggers sowie edelight.de-CEO Peter Ambrozy. Parallel dazu gibt es auch spannende Vorträge im Themenblock „Partner im E-Commerce: Pakete ohne Grenzen - Wie weit sind Prozesse optimierbar?“.

Nach der gestrigen Meet Magento in Frankfurt wird das Programm am heutigen Nachmittag besonders spannend. Varien-CEO Roy Rubin trifft im Themenblock „Trends im E-Commerce: Open Source im E-Commerce – Risiko im Betrieb oder Chance für Innovationen?“ auf Stefan Hollmann von Intershop Communication AG: Eine spannende Open-Source vs. Closed-Source-Debatte wartet da auf uns. Und nein, wir erwarten natürlich kein Revolver-Duell. In diesem Zusammenhang freue ich mich auch sehr auf den Besuch von Martin Groß-Albenhausen, der hier sicher mitmischen wird.

Der morgige Tag wird durchweg mit interessanten Workshops gepflastert sein, die man hier im aktuellen Programm findet.

Wir wünschen eine aufschlussreiche Netzwerkkonferenz mit vielen interessanten Gesprächen. Wer für heute Abend noch einen Tipp benötigt, was in Jena besonders empfehlenswert zum Weggehen ist, der möge sich ruhigen Gewissens an Handelskraft.de wenden.