Mafia Wars und FarmVille: Wie Social Games Bedürfnisse schaffen

Verfasst am 3. Februar 2010 von .

farmville-logo1Die Social-Gaming-Industrie wächst und wächst und entwickelt sich mehr und mehr zu einem Goldesel, den man nur kräftig am Schwanz ziehen muss.

Der vor kurzem veröffentlichte Report „Inside Virtual Goods – The Future of Social Gaming“ gewährt sehr tiefe Einblicke. Für das Jahr 2010 prognostiziert der Report allein im US-Markt einen Umsatz von 1,6 Mrd. Dollar (durch virtuelle Güter).

mafia wars picDen meisten Facebook- oder MySpace-Nutzern dürften vor allem Spiele wie Mafia Wars oder FarmVille ein Begriff sein. Wenn man nicht selber mitspielt, dann aber gefühlte 90 Prozent des Freundeskreises, die es sich auch nicht lumpen lassen ihre FarmVille- oder MafiaWars-Aktivitäten in den Livefeed einzuspeisen, damit es jeder mitbekommt.

Langeweile goes Hysterie und/oder Begeisterung:

1. FarmVille

Gerade mal sieben Monate alt, hat das Social Game, in dem man mit einem eigenen Avatar eine Farm betreiben muss, über 76 Millionen aktive Spieler (zum Vergleich: Facebook hat über 350 Millionen registrierte Nutzer) und ca. 18,7 Millionen Fans auf der Facebook-Fanpage.

farm_ville

2. Mafia Wars

Das Multiplayer Browser-Game hat seit April 2009 mehr als 24,5 Millionen aktive Nutzer gesammelt und kann knapp 1,6 Millionen Fans vorweisen.

mafia_wars

Für ein Bauernhaus auf Farmville oder ein paar Waffen auf Mafia Wars, sprich virtuelle Güter („Virtual Goods“), greifen Nutzer zum Geldbeutel und bezahlen. Und das nicht zu knapp:

Für 2010 liegt die Umsatzprognose dieser virtuellen Güter bei 835 Millionen Euro. Dieser Run bzw. diese Begeisterung auf neuartige Gaming-Produkte ist selbst für die Gaming-Industrie absolutes Neuland.

Im November legte Branchen-Riese Electronic Arts für den Social-Network-Gaming-Anbieter Playfish 275 Millionen US-Dollar auf den Tisch, um die eigene Position im Bereich Social Gaming zu verstärken. Mafia Wars und Farmville, die populärsten Social Games, stammen aus dem Hause Zynga.

Interessant ist diese Social-Gaming-Entwicklung in vielerlei Hinsicht:

1. Die Begeisterung

Spiele wie Mafia Wars und FarmVille begeistern ihre Nutzer so sehr, dass sie ihre Facebook-Umwelt stetig mit Updates, Avatar-Entwicklungen oder Anfragen nach virtuellen Gütern penetrieren. Dieser Hype sorgt für unvergleichbares Nutzer-Wachstum. Es bilden sich Communities und Austauschstellen rund um das Spiel. Diese Form der Begeisterung führt offensichtlich auch dazu, dass Nutzer mehr als 835 Millionen Euro 2010 ausgeben werden. Man kann diese Entwicklung als erfolgreiches Konzept für eine Emotionalisierung im Social-Networking-Bereich begreifen.

2. Die Positionierung

Wo findet man eine passende Zielgruppe für solche Games und wie kann man diese emotionalisieren und begeistern? Klarer Fall: Diese Entwicklung ist eine Idee, die ihre Wurzeln in sozialen Netzwerken hat. Neben der Kommunikation und dem Sharing von Informationen in allen Formen, ist die Unterhaltung für die Nutzerbindung ein weiteres großes Thema, das im besten Fall mit den anderen Bereichen (Kommunikation und Sharing) verbunden wird. Spiele, die Spaß machen, die dazu animieren Bekannte und Freunde einzuladen und gemeinsam zu spielen ist ein Konzept, das Bedürfnisse schafft, anstatt sie zu bedienen. Alles richtig gemacht.

Grund genug, diese Entwicklung im Auge zu behalten.

(9 Bewertung(en), Schnitt: 4,44 von 5)
Loading...



Eine Reaktion zu “Mafia Wars und FarmVille: Wie Social Games Bedürfnisse schaffen”

  1. 0011/// Mafia Wars und FarmVille: Wie Social Games Bedürfnisse schaffen – Next Level Conference

    Am 4. Februar 2010 um 11:45 Uhr

    […] Via Handelskraft […]

Startseite zurück zur Startseite