Monatsarchiv für Februar 2010

Social Commerce: Transparenz im modernen Handel

Verfasst am 10. Februar 2010 von Sebastian (Handelskraft).

Wenn man von Social Commerce spricht, trifft man des Öfteren auf fragende Gesichter, sei es bei Kunden, Freunden aber auch bei E-Commerce-Playern. Der Begriff Social Commerce ist noch zu abstrakt, zu irreführend und kann derzeit nur mit dem Begriff des Social Shoppings klarer gemacht werden. Einige Marketeers haben Social Commerce 2010 auf der Agenda, haben allerdings – da bin ich mir sicher – Schwierigkeiten, Mehrwerte oder Konzepte an den Entscheider zu kommunizieren.

Ein Aspekt des Social Commerce, des modernen Handels im Netz (damit ist nicht der E-Commerce allgemein gemeint, sondern neuartige Shopping-Konzepte aus den letzten 5-7 Jahren), ist natürlich die Transparenz.

Hier ein kurzes, geistreiches und lehrreiches Video, dass den Begriff mit Zahlen unterstützt und die anlaufende Entwicklung ganz gut auf den Punkt bringt:

Quellen für die im Video genannten Zahlen sind unter anderem  eMarketer, BIG Research, IBM Institute for Business Value, National Retail Federation und die New York Times.

Mehr und mehr wird online eingekauft. Auf modernen Shopping-Plattformen schreiben und lesen Shoppingbegeisterte jährlich mehrere Millionen Produktkommentare oder Rezensionen und tragen damit zum Wandel der Kaufentscheidung bei – und auch wie Unternehmen ihre Produkte gestalten. Weil ich eingangs neuartige Shopping-Konzepte schrieb: Social Commerce bzw. Social Shopping macht seit kurzer Zeit die ersten spannenden Schritte, deren Impulse überwiegend aus den USA oder Frankreich kommen.

Müsste man versinnbildlichen, in welcher Entwicklungsphase sich der (deutsche) Social Commerce befindet, so könnte man sich einen Fuß in der Tür vorstellen.

Handelskraft verschenkt Fachbesucher-Tickets für die CeBIT 2010

Verfasst am 4. Februar 2010 von Sebastian (Handelskraft).

CeBIT2010

[UPDATE 2: Es sind jetzt über 30 Tickets weg. Könnte aber noch mal 20 Tickets in den Pot schmeißen. Wer will noch ein kostenloses CeBIT-Fachbesucher-Ticket?]

[Update: Es stehen zusätzlich zu den 20 bereits vorhandenen, noch 11 weitere Karten zur Verfügung. Habe noch weitere auftreiben können.]

Genau wie letztes Jahr verschenkt Handelskraft.de wieder 50 Eintrittskarten für die CeBIT, die dieses Jahr vom 2.-6. März in Hannover stattfindet. Es handelst sich bei den Tickets um Fachbesucher-Tickets.

Wer an einer kostenlosen Eintrittskarte interessiert ist, der hinterlasse unter diesem Beitrag bitte einen Kommentar samt valider E-Mailadresse, da ich das Fachbesucher-Ticket dann umgehend als Code ganz unkompliziert per E-Mail zurückschicke.

Und wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Die Karten werden an die ersten 20 Kommentatoren verlost.

Vielleicht sehen wir uns ja auf der CeBIT wieder, am Thüringer Gemeinschaftsstand in Halle 9, Stand B 47.

Mafia Wars und FarmVille: Wie Social Games Bedürfnisse schaffen

Verfasst am 3. Februar 2010 von Sebastian (Handelskraft).

farmville-logo1Die Social-Gaming-Industrie wächst und wächst und entwickelt sich mehr und mehr zu einem Goldesel, den man nur kräftig am Schwanz ziehen muss.

Der vor kurzem veröffentlichte Report “Inside Virtual Goods – The Future of Social Gaming” gewährt sehr tiefe Einblicke. Für das Jahr 2010 prognostiziert der Report allein im US-Markt einen Umsatz von 1,6 Mrd. Dollar (durch virtuelle Güter).

mafia wars picDen meisten Facebook- oder MySpace-Nutzern dürften vor allem Spiele wie Mafia Wars oder FarmVille ein Begriff sein. Wenn man nicht selber mitspielt, dann aber gefühlte 90 Prozent des Freundeskreises, die es sich auch nicht lumpen lassen ihre FarmVille- oder MafiaWars-Aktivitäten in den Livefeed einzuspeisen, damit es jeder mitbekommt.

Langeweile goes Hysterie und/oder Begeisterung:

1. FarmVille

Gerade mal sieben Monate alt, hat das Social Game, in dem man mit einem eigenen Avatar eine Farm betreiben muss, über 76 Millionen aktive Spieler (zum Vergleich: Facebook hat über 350 Millionen registrierte Nutzer) und ca. 18,7 Millionen Fans auf der Facebook-Fanpage.

farm_ville

2. Mafia Wars

Das Multiplayer Browser-Game hat seit April 2009 mehr als 24,5 Millionen aktive Nutzer gesammelt und kann knapp 1,6 Millionen Fans vorweisen.

mafia_wars

Für ein Bauernhaus auf Farmville oder ein paar Waffen auf Mafia Wars, sprich virtuelle Güter („Virtual Goods“), greifen Nutzer zum Geldbeutel und bezahlen. Und das nicht zu knapp:

Für 2010 liegt die Umsatzprognose dieser virtuellen Güter bei 835 Millionen Euro.

Dieser Run bzw. diese Begeisterung auf neuartige Gaming-Produkte ist selbst für die Gaming-Industrie absolutes Neuland.

Im November legte Branchen-Riese Electronic Arts für den Social-Network-Gaming-Anbieter Playfish 275 Millionen US-Dollar auf den Tisch, um die eigene Position im Bereich Social Gaming zu verstärken. Mafia Wars und Farmville, die populärsten Social Games, stammen aus dem Hause Zynga.

Interessant ist diese Social-Gaming-Entwicklung in vielerlei Hinsicht:

1. Die Begeisterung

Spiele wie Mafia Wars und FarmVille begeistern ihre Nutzer so sehr, dass sie ihre Facebook-Umwelt stetig mit Updates, Avatar-Entwicklungen oder Anfragen nach virtuellen Gütern penetrieren. Dieser Hype sorgt für unvergleichbares Nutzer-Wachstum. Es bilden sich Communities und Austauschstellen rund um das Spiel. Diese Form der Begeisterung führt offensichtlich auch dazu, dass Nutzer mehr als 835 Millionen Euro 2010 ausgeben werden. Man kann diese Entwicklung als erfolgreiches Konzept für eine Emotionalisierung im Social-Networking-Bereich begreifen.

2. Die Positionierung

Wo findet man eine passende Zielgruppe für solche Games und wie kann man diese emotionalisieren und begeistern? Klarer Fall: Diese Entwicklung ist eine Idee, die ihre Wurzeln in sozialen Netzwerken hat. Neben der Kommunikation und dem Sharing von Informationen in allen Formen, ist die Unterhaltung für die Nutzerbindung ein weiteres großes Thema, das im besten Fall mit den anderen Bereichen (Kommunikation und Sharing) verbunden wird. Spiele, die Spaß machen, die dazu animieren Bekannte und Freunde einzuladen und gemeinsam zu spielen ist ein Konzept, das Bedürfnisse schafft, anstatt sie zu bedienen. Alles richtig gemacht.

Grund genug, diese Entwicklung im Auge zu behalten.

Die kommenden Probleme und Chancen der deutschen Groupon-Klone

Verfasst am 2. Februar 2010 von Sebastian (Handelskraft).

Allen deutschen Groupon-Klon-Betreibern dürfte die gestrige Meldung – „Groupon-Fieber: CoupoMania gibt auf“  – Anlass zur Freude gegeben haben. Zeit zum Verschnaufen bleibt dennoch nicht.

Nachdem nun CoupoMania im Lichtgeschwindigkeits-Wettlauf der deutschen Groupon-Nachahmer die Puste ausgegangen ist, verbleiben nur noch acht Klone auf dem hart umkämpften Markt:

dailydeal

1. DailyDeal

2. CityDeal

3. cooledeals

4. Heimatpreis

5. Teambon

6. Reduti (startet voraussichtlich morgen)

7. UnserDeal (Start angekündigt)

8. iKupon (Start angekündigt)

Vor allem DailyDeal (läuft auf Magento), CityDeal und das voraussichtlich morgen startende Reduti setzen auf einen baldigen Expansionskurs (regional sowie international), wobei DailyDeal selektiv statt aggressiv vorgehen will. Dass lokalorientierte Coupon-Konzept der genannten Startups wird in ein bis zwei Jahren vor einem ähnlichen Problem stehen, mit dem sich auch „klassische“ Liveshopping-Plattformen heute hierzulande konfrontiert sehen: Das Angebot.

reduti

Bisher sind fast alle Groupon-Klone mit Massage-Coupons an den Start gegangen. Attraktive Angebote für Groupon-Kunden herauszusuchen, ist nur eine große Herausforderung, der sich alle Player stellen müssen. Und da lässt sich auch an einen Punkt anknüpfen, den Ex-Schutzgeld-Macher Murat Icer auf den Live Shopping Days ansprach: Das perfekte Zusammenspiel von Vermarktungs- und Beschaffungskompetenz. Nur eines von beiden reicht nicht aus, um das Konzept hierzulande dauerhaft erfolgreich am Markt zu positionieren.

Und während DailyDeal vor allem im „Dealscouting“, sprich: das Beschaffen attraktiver Angebote, investieren will (25 Mitarbeiter), Reduti den Fokus auf die Wiederkaufrate legen und als Cityguide und Ratgeber auftreten will, versucht Citydeal sich derzeit mit aggressiver PR den Wettbewerb vom Leib zu halten.

Rainer Maerkle von Holtzbrinck Ventures attestiert mehreren Groupon-Adaptionen Überlebenschancen, eine Einschätzung, die bereits vor wenigen Jahren für „klassische“ Liveshopping-Anbieter zur Debatte stand und kontrovers diskutiert wurde.

Und da wir es bei der Groupon-Manie mit einer Idee zu tun haben, die zurzeit in der Umsetzung schneller nicht sein kann, dürfte es nicht allzu lange dauern, bis der nächste ein oder andere Anbieter stolpert oder Seitenstechen bekommt.

Distorted People

Verfasst am 1. Februar 2010 von Sebastian (Handelskraft).

logo_distorted_peopleWie auch Gründerszene bereits berichtete, tummelte sich auf den Live Shopping Days ein starkes Offline-Publikum.

Ebenfalls aus dem Offline-Bereich, mehr noch: aus der Produktion, kommt Matthias Gnilka, der den Anwesenden interessante Einblicke in Distorted People gewährte.

distorted_people

Zwei Punkte im Operationsgeschäft von Distorted People, die besonders interessant waren:

1. Distorted People kommen selbst aus der Produktion. Umso erfrischender, dass das Unternehmen aus dem Fashion-Bereich gerne auf Experimente setzt, sich an verschiedenen Online-Kanälen andockt und jenes mit der eigentlichen Kernkompetenz kombiniert.

2. Daraus ableitend bekam man das Gefühl, dass sich die gewonnenen Erfahrungen aus den verschiedenen Online-Experimenten in der praktischen Umsetzung positiv bemerkbar machen und im Kern teilweise sogar sehr innovativ sind:

Beispielsweise verfolgt Distorted People bei Verkaufsaktionen bei Brands4Friends ein myfab-ähnliches Prinzip, bei dem erst nach Abschluss der Verkaufskampagne die Ware in China produziert wird, bevor sie dann nach einigen Wochen an den Kunden ausgeliefert werden kann. Die teilweise langen Wartezeiten sind allerdings nicht jedermanns Geschmack.

Auch im Live-Shopping-Bereich hat sich Distorted People aufgestellt (48 Hours Limited Edition):

distorted_people2

Hier sei das leider noch zu wenig hervorgehobene Produktvideo empfohlen, dass eine ganz klare Ansprache an die Zielgruppe ist. Ein schöner Ansatz, da das Produkt zwar dauerhaft gezeigt, allerdings im Einsatz gezeigt wird und so emotionalisierend wirkt: Die Zielgruppe im Einsatz mit dem Produkt und das möglichst sexy.

Unbedingt mal anschauen.