Bericht: Internet World Kongress 2010

Verfasst am 15. April 2010 von .

internet_world_kongress_fachmesseDa Handelskraft.de Medienpartner auf dem Internet World Kongress war, konnte ich den ersten Kongresstag vollends mitnehmen. Insbesondere der erste Tag war auf eine Entwicklung fokussiert, die in vergangenen Studien bereits aufgegriffen wurde: Das allgegenwärtige Bedürfnis nach verbesserter, emotionalerer Produktpräsentation für den E-Commerce (und was Shopbetreiber an Kosten einkalkulieren müssen).

Mitte März 2010 wurde eine Befragung von ecommerce-leitfaden veröffentlicht, die vielfach zitiert und beachtet wurde:

befragung_ecommerce

Was sind in diesem Jahr die drei wichtigsten Aufgaben für die befragten Shopbetreiber in Bezug auf den eigenen Shop?

Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) wollen neben der besseren Kontrolle des Erfolgs einzelner Marketingaktivitäten und der Nutzerfreundlichkeit und dem Produktangebotsausbau, die Produktpräsentation im Onlineshop verbessern.

Und so kamen im ersten Kongress-Panel „Branchen im Wandel: Mode- und Luxusartikel“ drei Unternehmen zusammen, die erst vor wenigen Jahren in den Onlinehandel eingestiegen sind und bis dato im stationären Handel aktiv und erfolgreich waren.

Einen wirklich sehr interessanten Erfahrungsbericht („Vom Hersteller zum Händler: Erschließung neuer Umsatzpotentiale durch den Vertriebskanal E-Commerce“), legte die Gerhard Rösch GmbH die Beweggründe für Onlineaktivitäten dar. Ausgangssituation war:

  1. Das vollständige Fehlen von Möglichkeiten Kunden direkt ansprechen zu können.
  2. Keine Analysemöglichkeiten für Kundenfeedback vohanden.
  3. Daraus ableitend: Kaum Kundenbindungsmöglichkeiten.

rösch

Was wirklich hervorragend war, dass man die Zielgruppe sehr realistisch eingeschätzt hat und man von diesem Punkt aus alle Aktivitäten geplant hat. Rösch’s Onlineshop die-reine-wohlfuehlkunst.de läuft auf Enfinity von Intershop.

Einen ganzen Schritt weiter war dagegen das Duo Olsenfashion.com (Olsen GmbH & Co. KG) und next commerce von Sinnerschrader: „Innovative Ansätze zur Produktpräsentation“.
olsen

Genau wie Rösch, hat Olsen aus dem stationären klare Kenntnisse darüber, was die Zielgruppe ist und weiterführend, wie man sie in der Produktpräsentation am besten ansprechen kann. Der Onlineshop ist gepflastert mit Frauen zwischen 25 und 30 Jahren, wohingegen die Zielgruppe Frauen im Alter zwischen 39 und 59 Jahren liegt. Im Ausblick verriet das Duo, man wolle seine Bestands- und Neukundinnen vor allem begeistert. Dafür werden neben dem vorbildhaften Einsatz von Produktdetaildarstellungen und Moderatgebern, die Models in Zukunft angepasst. Das heißt, man wird authentische Frauen dafür nehmen. Diesen Schritt finde ich sinnvoll, mutig und vielversprechend.

„Es sollen keine Fragen bei der Navigation offen bleiben“, verrät die next commerce Beraterin, die das Projekt betreuen und mit einer Individuallösung auf den Weg gebracht haben.

Gegen die Retouren sollen in Zukunft ebenfalls detaillierte Produktbeschreibungen eingebaut werden. Neben der hervorragenden Produktpräsentation kann ich mir durchaus vorstellen, dass man schrittweise beginnt, die Kundinnen mit Kommentar- und Bewertungsfunktionen zu betrauen. In diesem Bereich liegt gerade bei dieser glasklaren und einfachen Umsetzung enorm viel Potential.

Auch im Best-Practice-Teil des Kongresses konnte man eine Vorstellung von dem gewinnen, wofür sich Shopbetreiber derzeit sehr interessieren und was bereits eingesetzt wird.

Der sympathische Schweizer Thomas Lang von carpathia.ch hielt im E-Commerce-Trendpanel einen sehr schönen Vortrag, in welchem er sehr anschaulich innovative Produktpräsentationen in Onlineshops präsentierte, mit Schwerpunkt Produktvideos. Der allgemeinen Aussage gefolgt, Produktvideos steigern die Conversionrate, wurden sehr schöne Anwenderbeispiele gezeigt die noch einen Schritt weiter gingen, wie in etwa unsere Videoshopping-Anwendung des letzten Jahres: Zugara’s Motion Capture und auch die Streaming Augmented Reality bzw. Social-Shopping-Anwendung in der zweiten Generation:

Wirklich sehr interessant. Die Fragen aus dem Publikum: Wie teuer sind solche Anwendungen? Wie teuer sind gute Produktvideos? Erhöht sich die Conversionrate signifikant?

Nach Zahlen und Kosten wurde gefragt, alles Dinge, die auch ein Thomas Lang nicht exakt zu beantworten vermochte. Mich beschlich in diesem Augenblick, dass der Hype einen blenden kann. Aber auch Hype- und Trendkritiker können sich darauf einstellen, dass da nicht nur grobes Interesse da ist, sondern auch Geld in die Hand genommen werden wird und auch bereits kleinere Shops damit erfolgreich experimentieren, wie ich mir von zwei Shopbetreibern bestätigen ließ.

Das waren die Highlights des ersten Kongresstages: Produktpräsentation, Produktvideos und E-Commerce-Gehversuche. Vorsichtig, aber direkt.

Das Thema Social Commerce wurde nur sehr sparsam und vorsichtig berührt. Facebook war fast überall ein Thema, aber die Ideen blieben vorerst aus, zumindest die öffentlichen Statements dazu.

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