Facebook Credits – Virtuelle Güter, virtuelle Welten

Verfasst am 21. Mai 2010 von .

fb-creditsAn Bekanntheit erlangten virtuelle Güter durch zahlreiche Rollenspiele. Ganz oben auf der Liste World of Warcraft oder die Sims. Der User bezahlt vorab mit realem Geld die virtuelle Währung, das Produkt selbst oder bestimmte Erweiterungspakete, die neues Inventar für das Spiel enthalten.

Bisher waren virtuelle Währungen hauptsächlich in der Gaming-Branche bekannt. Mit der Einführung der Facebook Credits wird dieses Konzept nun auch für eine Social Community angewendet. Seit August 2009 ist die neue Online-Währung in der Beta-Phase. Zwischen einzelnen Applikationen soll mit den Credits ein Austausch gewährleistet sein. Hauptsächlich sind Game-Betreiber vertreten, darunter bereits auf Facebook etablierte Anbieter wie Zynga oder CrowdStar.

Neben den Spieleanwendungen können mit einer bestimmten Anzahl von Punkten auch virtuelle Geschenke oder E-Cards erworben werden. Die Vorteile der Facebook Credits wurden eingehend auf der f8-Konferenz vorgestellt. Gründer Mark Zuckerberg betonte:

With credits, it becomes easier for people to buy things across apps. Rather than being locked into one app that has their credit card, they can buy in any app.

Facebook  ruft damit in der Social Community eine Währungsunion ins Leben. Kritiker mögen bezweifeln, dass User die virtuelle Währung kaufen, um sie in Güter zu investieren, die nicht physisch greifbar sind. In dem Blog Netgestalter argumentiert der Autor gegen diese Annahme:

Dass ein Gut nicht physisch greifbar oder real sein muss, um Nutzen zu stiften, wissen schon Kinobesucher: Obgleich die Handlung eines Kinofilms in der Regel völlig fiktiv ist, und der Besucher nach Ende der Vorstellung nichts Materielles mit nach Hause nehmen kann, ist es nichts Ungewöhnliches, für Kinotickets Geld zu bezahlen.

Ein anderer Kritikpunkt ist der Anreiz, um den Umweg zu gehen, zuerst virtuelles mit realem Geld zu kaufen, damit erst im nächsten Schritt virtuelle Güter bezahlt werden können. Die Lösung des Problems liegt in der Trennung von zwei Welten, erkennt Jochen Krisch:

Das virtuelle “Geld” fließt erst dann so richtig, wenn die (“virtuelle”) Web-Währung weitgehend entkoppelt ist von der realen Währung (bzw. dem “echten” Geld).

Klar wird: Die User müssen die virtuelle Welt als eigenständigen Lebensraum anerkennen.  Im Fall der virtuellen Währung muss es insofern die Möglichkeit geben, sein virtuelles Geld zu vermehren.

Das lehren u.a. auch die Erfahrungen aus dem Gaming-Bereich.

,führt Krisch mit Referenz auf den Webinale-Vortrag des Snipclip Gründers Martin Szugat an. Auch die Facebook Credits können dazu verdient werden, indem die User zum Beispiel an Umfragen teilnehmen oder reale Güter in einem Online-Shop kaufen.

Wie  sich das virtuelle Geld entwicklen wird, bleibt noch spekulativ. Vielleicht wird in den nächsten Jahren Facebook nicht die einzige Community bleiben, in der sich eine einheitliche Währung etabliert.

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