Monatsarchiv für Juni 2010

Opt-Out-Funktionen. Droht das Ende des Targeting?

Verfasst am 28. Juni 2010 von Sabine Bartmann.

Nächstes Jahr im Mai wird der Bundestag eine Datenschutznovelle verabschieden. Eine der Neuerungen befasst sich mit der Entlastung von Webseitenanbietern. Momentan haben diese noch die alleinige Verantwortung für den Schutz von Daten, auch wenn der Vermarkter diese missachtet. Neu ist auch die Regelung in Bezug auf das Sammeln von Daten mit Cookies. Der Grund für den Einsatz muss in naher Zukunft gegenüber den Besuchern der Seiten erklärt werden. Auch Thomas de Maizière hat erst kürzlich 14 Thesen zum Thema Datensicherheit veröffentlicht, die sich darauf beziehen, dass Internetnutzer mehr Transparenz gegenüber der Verwendung ihrer Daten bekommen sollen.

S. Hofschlaeger / pixelio.de
S. Hofschlaeger / pixelio.de

In einem Interview mit der Internet World Business (Juniausgabe 2010) führt Heike Lindner, Leiterin der Geschäfte für Mediaplex Deutschland und Osteuropa, an, dass es für Internetnutzer nicht möglich sei, alle Daten einzusehen. Die Erfassung geschieht anonymisiert, was bedeutet, dass die gesammelten Informationen nicht mehr auf einzelne Personen zurückführbar sind.

Lindner ruft in dem Artikel zu einer frühzeitigen Reaktion auf. Mediaplex möchte bald mit einer Opt-Out-Funktion (einem kleinen „i“ auf jedem Werbemittel) reagieren. Durch ein paar Klicks können Nutzer so Einsicht in die Verwendung ihrer Daten bekommen und auf Wunsch das Targeting ablehnen. Das Thema Vertrauen ist hier jedoch eine heikle Angelegenheit. Auch wenn Informationen sich nicht mehr auf einzelne Individuenbeziehen lassen, sollte zumindest angeführt werden, dass diese anonymisiert sind. Zudem sollten sich

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Rechtstipps für Shopbetreiber

Verfasst am 24. Juni 2010 von Sabine Bartmann.

Im Rahmen des neuen Widerufsrecht stehen für Onlineshopbetreiber nun einige Änderungen bevor. Rechtsanwalt Rolf Becker veröffentlichte auf der Seite des E-Commerce-Center Handel unter der Rubrik „Rechtliche Fragen“  einige Tipps für Shopbetreiber. Auf Youtube wurde dazu extra ein Channel eingerichtet. Hier steht Bereichsleiter des ECC Handel Dr. Kai Hudetz im Interview mit dem Rechtsanwalt.

ECCHandel

Siehe auch:

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Wie das Targeting mit Better Advertising für Konsumenten transparenter werden soll

Verfasst am 22. Juni 2010 von Sabine Bartmann.

Momentan wird auf dem deutschen Markt in Sachen Onlinewerbung noch um Marktanteile gestritten. (AD Audience hat sich gegen Googles Vormachtstellung zusammengeschlossen und wunderloop soll aus der Insolvenz gerettet werden) Auf dem US-Markt hingegen sieht es in Bezug auf neue Entwicklungen, wie nicht anders zu erwarten, etwas lebhafter aus.  Die Partizipation von Internetnutzern an wirtschaftlichen Prozessen bezieht sich nun nicht mehr nur vorwiegend auf das Bewerten von Produkten. Künftig soll bei dem Besuch von Webseiten entschieden werden können, ob Werbung angezeigt wird, die auf das Nutzerverhalten zugeschnitten wurde.

BetterAdvertising

Diesen Service bietet Better Advertising an. Auf den Werbebannern ihrer Kunden ist die Implementierung des Features „Power Eye“ geplant. Wenn Internetnutzer mit ihrer Maus das Symbol anklicken, wird ihnen angezeigt, woher die Daten stammen, die für die Schaltung der Werbung eingesetzt wurden. Zudem gibt es über das Symbol eine opt-out-Funktion, die es ermöglicht die an dem Nutzerverhalten orientierte Werbung zu unterbinden.  So werden nur noch Anzeigen gezeigt, die sich nicht an Daten der Nutzer orientieren.

Diese Möglichkeit bieten zwar auch Google und Yahoo, jedoch ist sie nicht direkt auf den Werbebannern eingebunden. Nutzer müssen sich erst durch die Seiten der Anbieter durchklicken, um das Targeting abzustellen. Momentan wird “Power Eye” unter anderem von Microsoft und American Express eingesetzt.

Auf den ersten Blick klingt das Vorhaben von Better Advertising etwas illusorisch und gegen das Prinzip des Targetings gerichtet. – Denn warum sollten Nutzer nicht die opt-out-Funktion nutzen, um Werbung zu unterbinden. Dagegen ist anzuführen, dass eine höhere Transparenz eventuell mehr Vertrauen in das Unternehmen ermöglicht. So führt Better Advertising Gründer Scott Meyer an:

We know for a fact: When companies are transparent in their disclosure, consumers tend to opt out less – not more.

Zu Bedenken hinsichtlich des Themas Vertrauen ist aber dennoch, dass Nutzer das Targeting erst abstellen können, wenn es bereits zum Einsatz kam.

Siehe auch:

Frühere Handelskraft Einträge:

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Viralität bei ortsbasierten Anwendungen

Verfasst am 17. Juni 2010 von Sabine Bartmann.

Nicht nur Mobile-Commerce-Anwendungen profitieren von der Viralität, welche durch die Faktoren Region und Freizeit hervorgerufen werden. Immer mehr lokale Dienste lassen sich im „stationären“ Netz finden. Nach der BITKOM-Studie „Connected Worlds“ greifen die reale und digitale Welt immer mehr ineinander. So nutzen 46% der 1000 Teilnehmer das Internet hauptsächlich für die Bereicherung ihrer Freizeit beziehungsweise ihres Hobbys. Die Aktivitäten werden in der Regel mit einer Gruppe gestaltet und sprechen sich deshalb leicht herum. Mittlerweile sind für ortsbasierte Anwendungen kaum mehr Grenzen gesetzt:

Group Buying

Wohl das mittlerweile bekannteste Konzept, das hier nur kurz aus Gründen der Vollständigkeit erwähnt werden soll.  Lokale Rabatte werden gesucht und ab einer bestimmten Anzahl von Personen kommt ein Deal zustande. Viralität findet hier hauptsächlich durch word of mouth in der realen Welt statt.

Social Media

Neuer hingegen sind Anwendungen auf, oder mit, Social-Communities. Walt Disney bietet momentan über ihre Facebook-Applikation „Disney Tickets Together“ Kinokarten für Toy Story 3 an. Kinofans können sie direkt dort bestellen und ihre Freunde auf Facebook zu einem Kinobesuch einladen.

Disney Tickets Together

Seit einigen Tagen heiß thematisiert ist die auf dem US-amerikanischen Markt bereits umgesetzte Funktion einzelne Tweets von Twitter mit Ortsangaben zu verknüpfen. Lieblingsbars, -Läden oder -Cafés können so mit anderen geteilt werden. Lokale Anbieter könnten in naher Zukunft über Twitter effizienter Rabatte verteilen.

Bekannte Anbieter, wie friendticker, Foursquare oder Gowalla starteten ihre eigenen Communitys, die nach dem Prinzip funktionieren, Lokalitäten zu empfehlen und Vergünstigungen zu bekommen.

Social Bookmarking

Mittlerweile haben ortsbasierte Anwendungen schon die Welt des Social Bookmarkings erreicht. Foursquare ermöglicht nun nicht mehr nur Empfehlungen in der Community oder mobil abzugeben, sondern über einen Button, den lokale Anbieter ihrer Webseite hinzufügen können. Gerade wird dieser über das New Yorker Wall Street Journal getestet.

Wall Street Journal Foursquare

Nach Sascha Langners Theorie über das Virale Marketing (hier im Interview mit Werbeanzeige.de) werden Botschaften besonders gut verbreitet, wenn sie sich bei den aktivierten Personen besonders lange verankern lassen.  Die Botschaft muss also im Gedächtnis bleiben. Der BITKOM-Studie zufolge besteht im Bereich der ortsbasierten Anwendungen ein enormes Potential.

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Clone Wars und schlafenden Group-Buying-Anbieter?

Verfasst am 11. Juni 2010 von Sabine Bartmann.

Zurzeit sieht es noch ruhig aus inmitten der Schlacht der Group-Buying-Anbieter. Ein weiterer Kampf könnte jedoch bald folgen. Mittlerweile gibt es über 15 Anbieter auf dem deutschen Markt und es werden immer mehr. Der Streit wird sich wahrscheinlich nun nicht mehr nur um die Anzahl  und das Jagen der immer mehr werdenden Dealscouts nach Angeboten drehen, sondern um das cleverste Konzept. Momentan nehmen sich die neuen Anbieter nicht viel. Für Konsumenten fruchtet der Streit jedoch weiterhin. Immer mehr Angebote werden erhältlich sein und mit Dealmob hat sich bereits der erste Sammeldienst dafür etabliert. Auf der Seite der Anbieter kann der Streit jedoch noch anstrengender werden.

allealle

Die Anbieter unterscheiden sich kaum noch in ihrem Konzept.

Auch Joel Kaczmarek und Matthias Glumbek von Gründerszene bemängeln die momentane Ideenlosigkeit:

Was zählt, ist also eine neue Idee. Und die scheint gerade im “Land der Ideen” zu fehlen. Es sei denn, man versucht es mit einem außergewöhnlichem Design, außergewöhnlichen Angeboten oder einer außergewöhnlichen Sprache.

Momentan können sich nur die etablierten Group-Buying-Anbieter Neuerungen leisten:

Lukasz Gadowski gibt zu bedenken, dass in Deutschland keine solche Coupon-Kultur herrscht wie in den USA, dem Heimatmarkt von Groupon. Hinzu kommt, dass ein unglaublicher Akquise-Aufwand notwendig ist und Akquise ist bekanntlich teuer. Vor allem wenn es darum geht, dass extrem ausgeprägtes lokales Knowhow gefragt ist, will man die 25 größten Städte in Deutschland bedienen.

Die behauptete Ideenlosigkeit ist  in der momentanen Lage zu hoch gegriffen. Vielleicht ist dies nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm und einer der Group-Buying-Anbieter hat bereits ein durchschlagendes Konzept in der Hinterhand, mit dem er im Kampf seine Konkurrenz ausstechen wird?

Frühere Einträge

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BillSAFE, sichere Rechnungsabwicklung mit Magento

Verfasst am 10. Juni 2010 von Sabine Bartmann.

BillSAFE sichere Rechnungsabwicklung mit Magento

BillSAFE

Das mit Magento kompatible Zahlungssystem ermöglicht es Käufe sicher per Rechnung abzuwickeln. Der Käufer wird einer Bonitätsprüfung unterzogen, darüber hinaus bietet BillSAFE weitere Sicherheitsleistungen, wie zum Beispiel die Überwachung der Zahlungseingänge an. Das Besondere an dieser Variante gegenüber anderen Payment-Anbietern ist das Erschließen der Kundengruppe, die vornehmlich auf Rechnung einkauft.

Der Käufer zahlt zuerst an BillSAFE, erst dann wird wöchentlich der geforderte Betrag an den Anbieter überwiesen. Bei einem Zahlungsausfall wird sogar das Aussenden von Mahnungen übernommen.

Frühere Einträge

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Finanzierung von Startups und neue Wege. Zeit für einen Rückblick

Verfasst am 9. Juni 2010 von Sabine Bartmann.

Die Investorenszene steckt nach langer Zeit des Aufschwungs in der Krise. In der Szene mangelt es nicht an Startups, sondern eher an Ideen. Diese werden dringend benötigt, denn mit dem rasanten Wachstum der Online-Unternehmen wächst auch die Unsicherheit darüber, welche sich noch für Investitionen lohnen. Phillip Moehring von Dumont Venture führt gleich drei Gründe für die Flaute in der Startupszene an: Die Finanzkrise, Verschiebung des Fokus auf spätere Phasen und sichere Geschäftsmodelle und die strukturell bedingte Inflexibilität bei Startups. Kritisch sieht auch Jochen Krisch die Investorenbranche. Dabei sah zu Beginn der Online Startups alles noch viel rosiger aus.


The Making of HackFwd from HackFwd on Vimeo.

Entwicklung des Venture Capitals

Einen interessanten Abriss der Geschichte des Venture Capital liefert Olaf Jacobi von förderland: Bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich der Markt der Investoren in den USA.  Bekannte Familien wie die Rockefellers oder Vanderbilts halfen jungen Unternehmen zu ihrem Erfolg. Die ersten Ventures waren die American Research And Development Corporation (ARDC) und J.H. Whitney & Company. Heute kann America auf eine lange Tradition zurückblicken.

Im Netz bin ich auf ein interessantes Projekt gestoßen, das einigen amerikanischen Investoren aus dem Norden Kaliforniens ein Denkmal setzt. Das Regional Oral History Office sammelt seit 1954 Interviews von Persönlichkeiten, die zu der Entwicklung der Region beigetragen haben. Das „Venture Capitalists Oral History Project“ wurde 2008 realisiert, unter anderem mit Beiträgen zu Schülern des VC Vaters und ARDC Gründers George Doriot.

In Deutschland startete 1975 die Wagnisfinanzierungsgesellschaft mit den Venture Capital Geschäft. Im Onlinebereich sind heute Namen wie Holtzbrinck, Team Europe und allen voran die Samwer Brüder gar nicht mehr weg zu denken. Das Platzen der Dotcom-Blase und Marktkonsolidierungen machten die Geschäfte der Investoren nach 2000 nicht gerade leicht. Heute, zehn Jahre später, haben die bekannten Online-Investoren hauptsächlich mit den Vorwürfen zu kämpfen nur Klone aus den USA zu fördern und zu wenig in neue Ideen zu investieren.


Neue Wege

Eigentlich ist es noch viel zu früh für einen Rückblick, dennoch wird in dem momentanen Diskurs deutlich: Investoren sollten sich vermehrt auf neue Konzepte konzentrieren. Seit den letzten Tagen kursieren Nachrichten über  das Projekt von Xing-Gründer Lars Hinrichs in diversen Blogs. Zusammen mit der Agentur IDEO hat er HackFwd entwickelt. Das Projekt richtet sich an „Geeks“ mit einer Geschäftsidee, die bereits in der Pre-Seed-Phase nicht nur finanziell, sondern auch mit professioneller Hilfe zum Aufbau eines Unternehmens unterstützt werden. Keine Copycats, sondern neue Ideen sollen hier gefördert werden (siehe Gründerszene). Ähnliche Projekte in Europa gibt es bereits, zum Beispiel das dänische StartupBootcamp. Auch das Exciting Commerce Seed Programm bemüht sich um die Förderung neuer und innovativer Ideen.

Bleibt zu hoffen, dass diese Konzepte in naher Zukunft nicht die einzigen sein werden.

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