Auf der Meet Magento Konferenz hat Sebastian Herold, dotSource Projektmanager und Blogautor, einen Vortrag zum Thema Social Commerce mit Magento gehalten.
Dort erklärte er die wichtigsten Strömungen (Group-Buying, Live und Club-Shopping, Crowdsourcing und Mass Customization) und die Umsetzung von Social-Commerce-Funktion mit der Open-Source-Lösung Magento.
Der Begriff Open Graph wird seit der Verkündung auf der f8-Konferenz heiß diskutiert. Einhergehend mit den offenen Schnittstellen gibt Facebook Entwicklern und Onlineshopbetreibern eine Reihe von Tools an die Hand, um mit dem größten sozialen Netzwerk in Verbindung zu treten. Eine davon ist die Fan Box, die es ermöglicht Fan eines Onlineshops zu werden. Die Anwendung ist direkt im Shop integriert und mit der Fanpage in dem sozialen Netzwerk verbunden.
Grenzen der Viralität
Einfach nur eine Verbindung seines Onlineshops zu Facebook herzustellen, um dann darauf zu hoffen, dass sich Produkte von alleine verbreiten reicht nicht aus. Den meisten Marketers ist dieser Aspekt sicherlich bewusst, jedoch ist wie immer das „wie“ entscheidend. Eine Grenze der Viralität ist zumindest dort gesetzt, wo alle Informationen über Freunde eines Nutzers zusammenkommen – auf der Startseite des Profils. Spams sind dort verpönt, so gab es heftige Reaktionen als Facebook als Malware-Schleuder missbraucht wurde. Schwierig wird es insofern für einen Shopbetreiber einen Zugang zu einzelnen Nutzern zu bekommen. Wenn dieser nicht gegeben ist, besucht auch niemand die Fanpage des Unternehmens und somit auch nicht den eigenen Shop.
Den Blickwinkel wechseln
Mit Hilfe der Fanbox wird der Blickwinkel umgekehrt. Anstatt die Fanpage mit Personen aus Facebook zu füllen, werden die Personen verlagert, die bereits im Shop einkaufen. Über Facebook haben sie u. a. die Möglichkeit über einzelne Produkte zu diskutieren. Zuerst fällt hier die Kundenbindung ins Gewicht, was aber noch lange keine viralen Effekte ausmacht. Die Information über das Bestehen einer Fanpage wird sich wahrscheinlich nicht sehr gut verbreiten, wenn sie nicht sensationell genug aufgebaut ist oder keine große Bindung zur Marke besteht. Viralmarketingexperte Sascha Langner zufolge muss der Konsument einen Nutzen erkennen, bei dem es sich lohnt darüber zu reden. Eine Fanpage ist kein Selbstläufer, stellt Matias Roskos in seinem Blog fest und gibt potentiellen Nutzern auch gleich 10 Tipps für den Erfolg mit an die Hand. Ein anderer Weg ist, die Nutzer zu Experten werden zu lassen. Das Expertenwissen zahlt sich aus, so sind zum Beispiel auf der Seite der Ein-Frau-Agentur SchwindPR, die Beratung zum Thema Facebookmarketing anbietet, über 1000 Fans vertreten. – Für die Größe und Bekanntheit der Agentur eine beachtliche Anzahl. Mit der richtigen Pflege der Seite kann hier durchaus ein viraler Effekt erzielt werden.
Die Schnäppchenjagd ist eröffnet – und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Nutzer können mit dem Einsatz von mobilen Applikationen vermehrt lokal die günstigsten Angebote im stationären Handel verfolgen. Location Based Services (LBS) waren bereits angedacht, bevor die ersten Smartphones auf den Markt kamen, doch erst jetzt gewinnen sie für die E-Commerce-Branche immer mehr an Bedeutung.
Aktuelle Entwicklungen:
Die ersten Händler, sowohl online als auch offline, sind bereits mobil vertreten. Einer davon ist der Coupon-Dienst Coupies, dort werden den Usern u. a. Angebote von Kentucky Fried Chicken oder Footlocker geliefert. Im April dieses Jahres verkündete Daily Deal in einer Pressemeldung zusammen mit friendticker in den Mobile-Commerce-Markt einzusteigen. Die aktuellen Deals können nun an jedem Standort per Handy abgerufen werden.
Friendticker liefert nicht nur Angebote in der Umgebung des Handynutzers, sondern bietet darüber hinaus ein Belohnungssystem. Per Handy können die Nutzer in die Lokalitäten „einchecken“ und damit „Items“ der beteiligten Unternehmen bekommen. Wer sich häufig in einer Lokalität einchecked, wird zum Präsident ernannt und kann besondere Geschenke oder Vergünstigungen erhalten. In einem Interview mit netzwertig.com führt Qype Gründer Stephan Uhrenbacher die Checkins als zukunftsträchtig an:
„Checkins als solche halte ich für eine “Commodity”, also für ein Feature, das für keinen Anbieter als Alleinstellungsmerkmal reicht, sondern zukünftig bei vielen Services zu finden sein wird.“
Die Location Based Services werden als gute Möglichkeit gesehen, dem stationären Handel wieder zu einem Aufschwung zu verhelfen. Durch Rabatte soll der Nutzer an die Lokalität gebunden werden. Mit den mobilen Anwendungen hat sich wieder ein lukrativer Kanal geöffnet. In den USA haben sich Dienste wie foursquare oder Gowalla bereits etabliert.
„[…]wer über eine mobile Shopping-App oder einen Preisvergleich wie woabi eine Waschmaschine verkauft, wird dasselbe Produkt dem Kunden nicht noch einmal im klassischen Online-Shop verkaufen können.“
Mag sein, aber dies ist noch keine Absage für das momentane Onlineangebot. Was passiert, wenn die Waschmaschine online günstiger angeboten wird? Billiger.de zum Beispiel bietet Preisvergleiche auch mobil an. Wenn das Jagen nach lokal günstigen Angeboten erst einmal ausgebrochen ist, besteht vielleicht die Möglichkeit, dass andere Schnäppchen-Anbieter und somit auch Onlineshopbetreiber davon profitieren könnten. Wahrscheinlich liegt hier sogar großes Potential für Live-Shopping-Anbieter, die sich als Follower auf dem mobilen Markt platzieren können.
Auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O stellte der Internetkonzern diesen Monat erstmals die neuste Innovation des Hauses „Google TV“ vor. Kurz zu den wichtigsten Fakten: Die Neuentwicklung fusioniert das Internet mit dem herkömmlichen Fernseher. Als Betriebssystem fungiert Android, das durch die Smartphones an Bekanntheit erlangte.
Google TV soll das herkömmliche Fernsehangebot nicht ersetzen, sondern kann komplementär genutzt werden. Über den Webbrowser Chrome können Inhalte aus dem Internet gesucht und über den Fernseher gestreamt werden.
In den USA soll die Anwendung über eine Set-Top-Box mit dem Fernsehgerät verbunden werden, eine Stand-Alone-Lösung, ohne die Verwendung einer Box, wird folgen. Vorerst werden beide Geräte auf dem US-Markt erhältlich sein.
Die wichtigsten Funktionen hat Google in einem Video zusammengefasst:
“If the web is so smart, and our TVs are so fun to watch, why do we have to choose? Why can´t they work together? Well now they can. Indroducing Google TV. “
Die zentrale Frage, dessen Antwort Google TV sein soll, muss, wie alle Innovationen, kritisch unter die Lupe genommen werden. Einige befürchten einen großen Konkurrenzkampf zwischen dem Suchmaschinenmogul und dem Gerüchten zufolge geplanten Apple TV. Eine andere kritische Meinung ist, dass sich der Erfolg nur dann einstellt, wenn es möglich ist auch Android Smartphone Applikationen zu integrieren.
Um dem noch eins draufzusetzen, stellt sich weiterhin die Frage, wie lässt sich Google TV auf dem Markt integrieren? Die Vorteile werden eingehend im Produktvideo beschrieben: Webinhalte können auch auf einem größeren Bildschirm dargestellt werden und der Zuschauer ist nicht mehr abhängig von Sendezeiten.
Letzeres kann nur relativ behauptet werden. Serien können in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum über das Onlineangebot der Fernsehanstalten angesehen werden. Andere Optionen Serien oder Filme zu sehen, sind entweder kostenpflichtig, illegal oder befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Zudem: Warum sollte jemand Onlineinhalte auf dem Fernseher nutzen, wenn dafür erst eine Box installiert werden muss? Reicht das Argument „größerer Bildschirm“ aus?
Natürlich ist dies eine sehr subjektive Sichtweise und eigentlich auch kein Einwand gegen Google TV. Offensichtlich ist jedoch: Der Konzern möchte sich auf einem Markt, der zukunftsträchtig ist, sehr früh schon Marktanteile sichern. Könnte Google TV vielleicht eine Alternative zu PayTV oder digitalem Fernsehen werden? Vielleicht wird fast jeder in naher Zukunft nur noch ein Gerät für Internet und TV besitzen.
Diese Option ist bei Google schon realisierbar und auch Systeme anderer Anbieter sind schon auf dem Markt. Wie der Markt für Fernsehangebote sich entwickeln wird, ist noch nicht hundertprozentig absehbar.
Dennoch könnte sich Google, selbst wenn das Konzept zuerst nicht aufgehen mag, langfristig gesehen ein Erfolg sichern.