Joomla!, Drupal, WordPress, Typo3 und Contao im Kampf um die Spitze

Verfasst am 1. Dezember 2011 von .

Es ist unglaublich wie viele verschiedene Content Management Systeme es inzwischen gibt. Content Matrix führt in seiner Liste derzeit 1.200, wobei damit längst nicht alle erfasst sind. Natürlich ist es so gut wie unmöglich alle zu vergleichen. Daher haben wir uns für die vier am weitesten verbreiteten Systeme und Contao, welche grundsätzlich Open Source, kostenlos und MySQL-Datenbank basiert sind, entschieden.

Die fünf durchleuchteten Systeme Joomla!, Drupal, WordPress, Typo3 und Contao bergen dabei alle gewisse Vor- und Nachteile.

Typo3

Das am umfangreichsten ausgestattete Typo3 überzeugt durch einen kompletten bzw. gut erweiterbaren Standard. Die Sicherheit durch Captchas, Audit Trail und alle anderen Security-Standards sind enthalten und umgesetzt. Hier ist es das einzige der fünf Systeme, welches alle Anforderungen erfüllt. Auch die Bedienbarkeit des Backoffice ist gut und alle als Standard angesehenen Funktionen sind vollständig verfügbar bzw. gut umgesetzt. Bei der Benutzerverwaltung erfüllt es wie die Kontrahenten (außer Drupal) die Kriterien der Definition von Benutzergruppen, die Vergabe von Benutzerrechten und die Mandatenfähigkeit. Der große Nachteil des Typo3-Systems ist die eigene zusätzliche Template-Sprache TypoScript, welche eine langwierige Umstellung bzw. Einarbeitung nötig macht. Außerdem ist es für kleinere Projekte überdimensioniert. Eine eigene Community sowie viele verschiedene Businesspartner treiben die Entwicklung ständig voran.

WordPress

Wordpress LogoEine Community-Unterstützung ist aber auch bei allen anderen Systemen gegeben. WordPress zum Beispiel lebt stark von seiner Community und den Erweiterungen. Der Nachteil der geringen Ausrüstung im Standard kann so weitestgehend umgangen werden. Zwar muss man für viele Funktionen Plug-Ins installieren, aber diese Erweiterungen sind meist einfach umzusetzen. Einige Mängel in der Sicherheit sind dagegen schwerer bis überhaupt nicht zu beheben. Im Hinblick auf die Performanceoptimierung ist es das einzige System, welches mit Typo3 mithalten kann. Wie auch alle anderen vier Systeme stellt es verschiedene Möglichkeiten zur SEO bereit. Die weite Verbreitung mit derzeit ca. 4,5 Millionen aufgesetzten Homepages zeigt, dass es ein CMS ist, das für jede Art der Nutzung attraktiv ist und sehr schnell aufgesetzt werden kann. Zwar ist es vor allem auf Blogger ausgelegt aber mit der Zeit entstanden auch viele andere Seiten sowie Shoppingplattformen, wie z.B. die Vorgängerversion des aktuellen Preisbocks, auf WordPress.

Joomla!

Joomla! als zweiter Sieger in der Verbreitung kommt in den verschiedenen Gebieten nah an WordPress ran. In der Perfomance-Optimierung sowie bei der Handhabung des Backoffice (z.B. fehlende Drag and Drop Funktion) weist es allerdings Schwächen auf. Eine Stagnation in der Verbreitung zeigt außerdem, dass sich in den letzten Jahren nicht um gewisse Nachteile gekümmert wurde, trotzdem gilt es immer noch als geeignetes Einsteiger-CMS.

Drupal

Wie bei Joomla! ist auch bei Drupal der Performance-Nachteil das größte Manko. Es ist außerdem das einzige der fünf Systeme ohne eine geeignete Mandantenfähigkeit. Grundsätzlich ist es aber das am klarsten programmierte System. Wie auch die anderen Systeme ist es durch eine große Menge an Erweiterungen an die eigenen Wünsche anpassbar. Unter den fünf betrachteten Systemen ist es das älteste. Dies könnte auch ein Indiz dafür sein, dass es unter den Top 10.000 Webseiten relativ gesehen die meisten Vertreter stellt.

Contao

Das System Contao hat es in unsere Betrachtung geschafft, da es im Gegensatz zu den anderen Systemen von Grund auf schon eine sehr hohe Funktionsanzahl und eine standardmäßig gute Bedienbarkeit im Backoffice liefert. Das System, ehemals als Typolight bekannt, ist derzeit noch nicht weit verbreitet. Daher besteht auch noch keine große Community. Die einfache Bedienbarkeit und Standardausstattung brachte uns aber dazu, es in diese Übersicht mit aufzunehmen. Im Vergleich zu Joomla! und Drupal sehen wir für die Zukunft bessere Entwicklungschancen.

Allgemein bleibt zu sagen, dass Typo3 im Vergleich zu den anderen hauptsächlich auf große Projekte ausgelegt ist und vor allem durch TypoScript ein ganz eigenes System darstellt. Die anderen vier Systeme unterscheiden sich nur in wenigen Punkten und bergen je nach Verwendungszweck bessere Potentiale.

Die verschiedenen Testsysteme findet ihr unter den folgenden Links:

Die Daten beruhen auf einer internen Recherche.

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9 Reaktionen zu “Joomla!, Drupal, WordPress, Typo3 und Contao im Kampf um die Spitze”

  1. Robert

    Am 1. Dezember 2011 um 16:47 Uhr

    Wenn man CMS vergleicht, muss man aufpassen, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Die hier aufgeführten 5 Systeme haben in ihrem Segment alle eine Daseinsberechtigung, sind durch ihre unterschiedlichen Ansätze aber nur begrenzt miteinander vergleichbar. Wie Du schon schreibst, hat TYPO3 zum Beispiel vor allem Stärken im Enterprise-Bereich. Hier ist TypoScript ein enormer Vorteil, da man dadurch so ziemlich alles konfigurieren kann.

    Wenn mich dagegen jemand von einem Kaninchenzüchterverein fragt, was für ein System ich ihm empfehlen würde, wenn er die Website seines Vereins neu machen möchte, dann würde ich ihm z.B. nicht TYPO3 empfehlen, sondern eher Joomla oder Contao, vielleicht auch WordPress – je nachdem was er vorhat. Wenn jemand ein Community-Portal machen möchte, dann würde ich ihm Drupal empfehlen, denn darin ist es stark. Wenn jemand einen Blog betreiben möchte, ganz klar WordPress.

  2. Thomas Wetzel

    Am 2. Dezember 2011 um 09:09 Uhr

    Im Großen und Ganzen sollte es auch ein Vergleich sein, um genau das festzustellen. Gehen wir einfach davon aus, dass als große Gemeinsamkeit CMS stand und die Tauglichkeit für verschiedene Projekte unter vielen Kriterien betrachtet wurde. Deine Zusammenfassung zu den Verwendungsbereichen trifft es sehr gut. Allerdings gibt es zu jedem CMS wahrscheinlich gute Beispiele, wie die Möglichkeiten der Systeme voll ausgenutzt wurden, um untypische Plattformen aufzusetzen.

    Grüße und ein schönes Wochenende

  3. Thomas Wetzel

    Am 22. Dezember 2011 um 14:58 Uhr

    Einen interessanten Nachtrag liefert das Smashing Magazin zum Thema Drupal,Joomla! und WordPress!

    http://wp.smashingmagazine.com/2011/12/21/dear-drupal-seasons-greetings-love-smashing-wordpress/

  4. Rudolf Bösiger

    Am 17. September 2012 um 14:22 Uhr

    Unsere Erhebung der CMS im Einsatz, welche inzwischen über 10000 Webprojekte von Kleinfirmen umfasst, kommt auf eine eindeutige Rangliste: Joomla vor Typo3 und WordPress. Die drei Systeme decken je einen Webprojekt Markt ab: Joomla! kommt bei Standard, WordPress bei kleinen und Typo3 bei gröberen Projekten zum Einsatz. Contao und Drupal liegen auf den folgenden Plätzen. Die fünf Systeme decken mehr als 80% der CMS Open Source Marktes ab. Und der Open Source Markt dominiert den Lizenzmarkt.

  5. Karlheinz S.

    Am 17. November 2012 um 01:24 Uhr

    Also diese “interne Recherche” würde ich gerne sehen. Ich weiß nicht, ob das Ergebnis absichtlich so seltsam ausgefallen ist oder auf Unkenntnis beruht. Beides ist wenig schmeichelhaft.

    Zunächst einmal werden System mit sehr unterschiedlichen Einsatzfelder gegenüber gestellt. Und dann kommen grobe Fehler hinzu. Ich will mal nur ein paar Beispiele nennen:

    Benutzergruppen

    Da lobt alle Welt die Communityfähigkeiten und die bekannte Flexibilität Drupals gerade in diesem Bereich. Gartner stuft D. hier als visionär ein und Ihr meint, D. erfülle nicht “die Kriterien der Definition von Benutzergruppen, die Vergabe von Benutzerrechten…”. Da muss man schon sehr kreativ sein, neue Kriterien aufzustellen (aber nicht zu nennen).

    Mandantenfähigkeit?

    Abgesehen davon, dass D. auch hier wahrscheinlich flexibler ist als jedes der anderen genannten Systeme (für T3 kann ich es nicht beurteilen, bei den anderen schon) frage ich mich, ob Ihr tatsächlich die Anwendungen verschiedener Kunden in eine Datenbank stecken wollt. Und Sicherheit und die bekannten Sicherheitsschwächen etwa von WP schrecken gar nicht? Da würde ich mich als Kunde aber bedanken. Was haltet Ihr da wohl für “geeignet”?

    Performance

    So? Welchen Performance-Nachteil meint Ihr denn da? D. hat nach WP den zweitgrößten Anteil aller CMS (wenn man denn WP als CMS bezeichnet) bei den weltweit größten Webseiten. Darüber hinaus ist der Anteil bei den 10.000 allergrößten Seiten doppelt so hoch wie bei den 1.000.000 größten. Darunter sind Websites mit mehr als einer Million Seiten und 20.000 Anfragen pro Sekunde. Bei den anderen CMS schrumpft der Anteil bei den größten Seiten.
    Habt Ihr es für größere Installationen getestet und auch die Tuningmöglichkeiten genutzt? Wohl kaum.

  6. Cornelia Greiner

    Am 1. Dezember 2012 um 21:38 Uhr

    Danke für den ausführlichen Kommentar. Sicher ist die geäußerte Kritik teilweise berechtigt. Es war allerdings nicht unser Anspruch, so tief in die Materie einzusteigen, wir wollten unseren Lesern lediglich eine grobe Idee davon geben, worin die Stärken der jeweiligen Content Management Systeme liegen.

  7. Michael

    Am 23. Juli 2013 um 21:12 Uhr

    Auch wenn der Kommentar von Karlheinz sehr tiefgreifend ist, so trifft er im Kern der Sache das Thema.
    CMS sind so vielschichtig wie vorhanden. Jedes System ist in der Regel für einen bestimmten Zweck ausgelegt. Wird es für diesen eingesetzt, arbeitet es perfekt.
    Ich bin übrigens auch der Auffassung, dass WordPress kein CMS ist, sondern nur zu einem ausgebaut werden kann (allerdings mit starken Einschränkungen).
    Ich habe dazu auch einen Artikel geschrieben: http://cyberbase.net/Was-ist-ein-Blog-und-was-kann-ein-Blog.cb205.htm
    In diesem Artikel wird der Unterschied ziemlich deutlich.

    Außerdem die Frage nach der Sicherheit leidet im Grunde bei allen Systemen. Jeder geht als erstes auf die Funktionen los, keiner oder die wenigsten Nutzer setzen sich mit den notwendigen Sicherheitsaspekten überhaupt auseinander. Das halte ich für fatal, zumal gerade die angesprochenen CMS (mit Ausnahme T3) eher von Laien eingesetzt werden.

  8. John

    Am 13. Dezember 2013 um 14:22 Uhr

    Ich finde den Artikel wenig hilfreich. Um genau zu sein sogar wie schon oben kommentiert falsch und schlecht recherchiert.

    Nachdem ich über die Jahre verschiedenste Projekte mit den hier aufgeführten CMS umsetzt habe, fand ich Drupal das mit Abstand beste CMS. Vorallem durch seine Flexibilität. Hier in diesem Artikel kommt das allerdings weniger gut weg.

    Der Kritikpunkt mit den Benutzergruppen ist für mich nicht nachvollziehbar.

  9. Cornelia Weiß

    Am 13. Dezember 2013 um 20:17 Uhr

    Danke für das Feedback. Wie oben schon angesprochen, erhebt der Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist außerdem bereits zwei Jahre alt. Jedes der CMS hat sich weiterentwickelt und mag inzwischen andersgelagerte Stärken und Schwächen haben.

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