PayNearMe.com wirds schwer haben – „BarPay“ und „Bar zahlen“ in den Startlöchern

Verfasst am 15. Februar 2012 von .

Die Diskussion über das klonen von amerikanischen E-Commerce Konzepten ist ja derzeit wieder am aufkochen. Ob die deutschen Klone den amerikanischen Innovationen helfen oder nicht ist schwer zu sagen. Kurzfristig verhelfen sie den Vorbildern natürlich durch die Abwertung des Klonens zu mehr Aufmerksamkeit. Langfristig werden aber so oder so Marktanteile „geklaut“ und das wird kein Original freuen.

Eine weiteres Konzept, welches dieser Diskussion neue Nahrung gibt, ist PayNearMe.com. Das amerikanische Start-Up eröffnet Shoppern eine neue Payment-Möglichkeit im Online-Bereich. Es ergibt sich sozusagen eine Multichannelbezahlung gleich dem Prinzip des Multichannel-Handels. Die Kunden können, wenn sie über PayNearMe bezahlen, zu einer 7 Eleven Filiale in ihrer Umgebung gehen und über den Partner bar bezahlen. Ein Beispielablauf welcher mit dem stationären Partner umgesetzt wurde, ist der Kauf eines Tickets für Bahn, Bus oder Flieger, welcher im 7 Eleven Store mit einem Ticketdruck vor Ort bar bezahlt abgeschlossen werden kann. Eine naheliegende Mobile-Umsetzung wurde ebenfalls schon realisiert.

Das Konzept ist gut durchdacht, denn es gibt genügend Internetuser die vor dem Onlinepayment an sich zurückschrecken aber gerne die Auswahl und Leichtigkeit des Onlineshoppens nutzen würden. Außerdem können kleine Besorgungen im 7 Eleven Shop gleich mitgetätigt werden und so bringt es auch die gewünschten Effekte für die Shop-Kette.

Auch oder wahrscheinlich gerade in Deutschland gibt es diese Online-Payment-aversen User und deßhalb gibt es bereits zwei mir bekannte Nachahmer, die das PayNearMe Konzept auf den deutschen Markt anwenden wollen. Mit BarPay von der EZV Gesellschaft für Zahlungssysteme und dem stark geförderten Bar zahlen sind die ersten beiden Wettbewerber um einen möglichen Standard gefunden. Bei Bar zahlen noch nicht bekannt, wirbt BarPay mit der Abwicklung an 18.000 Tankstellen, Shops und Kiosken über das Partnernetzwerk von Lekkerland und der Wirecard AG . E-va Terminals sollen die Abwicklung übernehmen.

Die Vorteile des Konzeptes sind, wie bei Bar zahlen schön dargestellt, klar. Man kann tägliche Einkäufe und die Onlinebezahlung verbinden, das Risiko der Onlinebezahlung fällt weg, Käufe auf Gemeinschaftskonten können abstrakt gehalten werden und Personen ohne Onlinepayment-Möglichkeiten bzw. -Willen können online shoppen. Außerdem bietet es Möglichkeiten in der Verbindung mit Online-Couponing-Services.

Wie bei der Verbindung zwischen On- und Offlinehandel wird aber auch in der Payment-Szene der Mobile-Bereich auf die weitere Entwicklung starken Einfluss ausüben. Für die die nicht gerne über das Internet zahlen stellt das allerdings auch keine Alternative dar und somit sind PayNearMe, BarPay und Bar zahlen in einer lukrativen Nische unterwegs. Wer sich am Ende auf dem deutschen Markt durchsetzt bleibt abzuwarten und wird davon abhängen wie groß und flächendeckend der Partner aufgestellt ist. Die Internationalisierung von PayNearMe sollte aber in Deutschland auf einen großen Wettbewerb vorbereitet sein.

Welche Chancen seht ihr für das Konzept in Deutschland? Gibt es schon andere Nachahmer international/national?

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Kategorie: Mobile Commerce, Payment


3 Reaktionen zu “PayNearMe.com wirds schwer haben – „BarPay“ und „Bar zahlen“ in den Startlöchern”

  1. Lesenswert: Kinnevik, PayNearMe.com, Snipon, kaufDA, Wunderkit, Zynga, Entrepreneurship in Europe :: deutsche-startups.de

    Am 16. Februar 2012 um 14:00 Uhr

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  2. Bar-Zahlen-Startups: Zu kurz gedacht – oder? » netzwertig.com

    Am 17. Februar 2012 um 08:39 Uhr

    […] Kredit- bzw. Geldkarte dieser nicht möglich ist.Ganz klassisch existieren mittlerweile bereits mindestens zwei deutsche Nachahmer dieses Ansatzes, BarPay von der EZV Gesellschaft für Zahlungssysteme und Bar zahlen, ein gerade in […]

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