Baur und das Facebook Experiment

Verfasst am 19. März 2012 von .

Oh nein, Baur verdient mit seinem Facebook Shop kein Geld, dann ist es Zeit Facebook Commerce, Social Commerce und Social Media für Unternehmen zu begraben.

Denn in so gut wie allen Fällen haben diese Dinge die feuchten Träume und hohen Erwartungen der Branche nicht erfüllt. (Was zumeist auch der technologiefokussierten Denke geschuldet ist.)

Fakten und Learnings

Wir können ein paar Dinge von Baur’s Facebook Ambitionen lernen, zunächst noch mal die Hard-Facts zum Facebook Shop, die Christian Martin, Leiter Online-Marketing von Baur, auf der TW-Konferenz E-Fashion zum Besten gab:

  • Nach 6 Monaten „noch keine nennenswerte Umsätze“
  • Lediglich 5 Prozent der knapp 50 000 Facebook Fans haben den Facebook Shop besucht
  • Zahl der Käufer liegt im dreistelligen Bereich

Produkt- statt Kundenorientierung

Christian Martin von Baur bringt es selbst höchstpersönlich auf den Punkt, dass man bisher zu produktorientiert (statt menschorientiert) dachte.

Und obwohl er mit dieser Einschätzung sehr richtig liegt, stellt sich die Frage, ob man diese überhaupt an ein Unternehmen wie Baur koppeln kann. Und wenn ja, ob das mit einem Shop auf Facebook überhaupt realisierbar ist.

F-Commerce ist mehr als Shoppen auf Facebook

Allein die Idee, Facebook als einen weiteren „klassischen“ Zugang zu einem Produktsortiment zu nutzen, kollidiert massiv mit dem Verhalten des „klassischen“ Facebook Nutzers. Zumindest hierzulande.
Mit Social Commerce hat das nicht das Geringste zu tun.

Ist also die Frage, wenn man menschorientiert an die Sache herangehen will, ob das mit einem bestehenden Sortiment überhaupt funktioniert? Ob die Zielgruppe von Baur überhaupt in diese Wunschvorstellung hinein passt? Ob man im ganzen Facebook Commerce-Hype übersah, dass ein „klassischer“ Facebook Shop einfach nicht radikal genug ist, um eine onlineaffine und –aktive Zielgruppe zu begeistern.

Begeisterung – Das ist das Stichwort.

Fazit

Baur hatte Mut und ist das Experiment eines Facebook Shops eingegangen und ist damit schlauer als manch anderer. Und nach Aussagen von Christian Martin wird Baur das Thema weiterhin verfolgen. Wenn auch in einer anderen Form.

Wie man mit einer anderen Form der Facebook Nutzung begeistern kann, zeigt Etsy mit seinem Finder von Geschenkideen, die eben ihre Produkte nicht auf Facebook abbilden, sondern den spielerischen Ansatz gewählt haben.

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Kategorie: Fashion, Social Commerce


7 Reaktionen zu “Baur und das Facebook Experiment”

  1. Thomas Hörner

    Am 26. März 2012 um 17:13 Uhr

    Tja, wieder mal ein Unternehmen, das den Unterschied zwischen “Social Commerce” und “einen Webshop in Facebook setzen” nicht verstanden hat. Solange Unternehmen versuchen, Facebook einfach als weiteren Absatzkanal zu nutzen und dort aber alles genauso wie im eigenen Webshop machen – so lange werden wir weiterhin Meldungen von erfolglosen Versuchen bekommen.
    Nur: DAS ist kein Social Commerce, sondern das sind Investitionsfehler.

    Schade, dass selbst große Unternehmen da nicht mit Fachleuten dran arbeiten. Oder hat der interne Verantwortliche ausgebremst? Oder hat die Agentur einfach keine Ahnung aber einen guten Verkäufer? Es darf spekuliert und auf endlich sinnvollen Social Commerce gehofft werden (der dann auch als erfolgreiche bewertet werden wird).

  2. Sabine

    Am 27. März 2012 um 14:58 Uhr

    Klar, Bauer hat ein Experiment gewagt, das momentan nicht erfolgreich läuft, aber hinterher ist man immer schlauer und auch hier wird es weiterhin Unkenrufe geben nach dem Motto “das habe ich auch vorher schon gewusst”. Bei dem Erfolg des Shops hätte es bestimmt auch Berater gegeben, die von sich behaupten “ja, so hätte ich das auch gemacht”. Auch Misserfolge gehören zum Learning in einem Unternehmen und Christian Martin zufolge wird Baur das Thema Facebook auch weiterhin verfolgen. Wie im letzten Abschnitt erwähnt gibt es auch positive Beispiele für Anwendungen auf Facebook.

  3. erik

    Am 28. März 2012 um 20:03 Uhr

    Schön!
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  4. 10 Lesetipps der Woche für Shopbetreiber » shopbetreiber-blog.de

    Am 2. April 2012 um 09:30 Uhr

    [...] Commerce wächst in Europa um über 300%Machen Sie Ihre Kunden beim Online-Einkauf glücklichBaur und das Facebook Experiment5 Wege zu mehr KundenbewertungenVirtual Shopping mit TescoUse Google Adwords Quality Score To Your [...]

  5. Take me to auction » Links der Woche: 20 kreative Facebook Fanseiten, Überblick Facebook Anzeigen Formate

    Am 6. April 2012 um 08:02 Uhr

    [...] Baur und das Facebook Experiment Via: Handelskraft.de [...]

  6. Facebook Commerce – Chancen und Spielregeln | Futurebiz

    Am 5. Juni 2012 um 08:08 Uhr

    [...] kaum Umsatz macht: Die Herangehensweise sei zu technisch gewesen. Im Detail hierzu ein Bericht auf Handelskraft vom März 2012. Die Shop App weist derzeit 400 Nutzer im Monat aus. Das sagt [...]

  7. Facebook Commerce Praxis-Beispiele | Online Marketing Agentur (Projecter GmbH)

    Am 22. August 2012 um 10:00 Uhr

    [...] 50.000 Fans haben den Shop besucht und Online Marketing-Leiter Christian Martin gibt zu, dass kaum Umsätze mit dem Shop gemacht werden. Der Fehler wird darin gesehen, dass zu produktorientiert gedacht wurde und Facebook [...]

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