Facebook Facedeals: Du siehst aus, als könntest du einen Deal vertragen

Verfasst am 16. August 2012 von .

Facebook Facedeals

Facebook Deals gibt es in Deutschland schon seit Anfang letzten Jahres. Dieser Dienst ermöglicht es Facebookmitgliedern, Rabatte oder Gutscheine von lokalen Bars, Restaurants und Geschäften zu nutzen, auf Basis ihrer “Gefällt mir”-Angaben, ihres Aufenthaltsortes und den Aktivitäten ihrer Freunde.

Um das Einchecken mit Facebook Deals noch einfacher zu machen, hat sich Facebook etwas Neues einfallen lassen, das Datenschützern (wie mittlerweile gewohnt) die Armhaare aufstellen lässt: Beim Betreten der Lokalität wird per Gesichtserkennung abgeglichen, ob man dort Anspruch auf einen personalisierten Deal hat.

Diese Funktion soll die Nutzung und Bekanntheit von Facebook Deals erhöhen, die bisher hinter ihrem Potential zurückgeblieben ist.

Um teilzunehmen, muss man zuerst der Facedeals-App Zugriff auf die persönlichen Daten erlauben und getaggte Fotos des eigenen Gesichts verifizieren. Entdeckt die zugehörige Kamera, die zukünftig am Eingang teilnehmender Lokalitäten hängen könnte, die Person, werden ihr über das Smartphone entsprechende Deals gesendet. Der Kunde muss nur noch einlösen und genießen, wie im Video zu sehen:

Die Werbeagentur “The Redpepper” testet die Technologie derzeit in einem Geschäft in Nashville.

Es wird klar, dass die Aquirierung von Face.com auf mehr als nur das verbesserte Taggen von Fotos hinausläuft.

Was Facebook da vorantreibt erinnert nicht nur stark an den Science Fiction Klassiker Minority Report, sondern wirft auch einige Fragen auf.

  1. Darf Facebook das? Es gab bereits Gegenwind seitens des Kongresses.
  2. Wer nutzt das? Inzwischen ist die Gesellschaft sehr sensibel gegenüber Themen wie Datenschutz und Privatsphäre eingestellt.
  3. Wem nutzt das? Früher bekamen echte Stammkunden ihre “Deals” auch ohne Facebook. Die Web 2.0 Variante davon wird mit großer Wahrscheinlichkeit Deal- und Schnäppchenjäger, die wegen des Rabatts da sind, anziehen.
  4. Wie weit wird Facebook gehen? Es ist kein Geheimnis, dass Facebook auch die Daten von Nicht-Mitgliedern auswertet und nutzt, warum nicht auch hier?

Was sich ein bisschen nach Aprilscherz anhört, könnte bald Realität sein. Eure Meinung?

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Kategorie: Social Web


4 Reaktionen zu “Facebook Facedeals: Du siehst aus, als könntest du einen Deal vertragen”

  1. Michael Krause

    Am 16. August 2012 um 16:25 Uhr

    PUH – auf der einen Seite natürlich total hipp und fancy. Auf der anderen Seite frage ich mich, was dann noch alles “mit meinem Gesicht” passiert. Würde die Gesichtserkennung garantiert nur zur Bereitstellung besonderer Angebote genutzt (leider völlig unrealistisch), würde ich wohl damit klar kommen. Allerdings wird dann sicher im nächsten Schritt getrackt, wie viel Geld ich habe in der Bar liegen lassen und womöglich welches meine bevorzugten Getränke sind….da wirds dann schon wieder etwas haariger. Außerdem ist es dann wohl auch nimmer weit bis zum “Du kommsch hier net rein, sagt Gesichtsgondrolle!” 😀

    Unentschlossene Grüße aus Stuttgart,
    Michael

  2. Stefan Müller

    Am 23. August 2012 um 13:06 Uhr

    Ist nicht von Facebook, wenigstens nicht offiziell, sondern ein Angebot der Werbeagentur redpepper.

    Bei euch liest sich das als Test der Firma Facebook, was es offensichtlich nicht ist. So wie Autotuning nicht vom Autohersteller kommen muss.

  3. Cornelia Greiner

    Am 23. August 2012 um 14:03 Uhr

    Dass eine Agentur in der Entwicklung involviert ist, wird im Artikel auch erwähnt. Als ich zu diesem Thema recherchiert habe, waren die Informationen so, dass Facebook selbst dahinter steht.
    Aber du hast Recht, ich habe nochmal nachgeschaut, u.a. Techrunch hat inzwischen explizit dazu geschrieben, dass App & Technologie unabhängig von Facebook entwickelt wurden. Allerdings muss Facebook nur ein unmoralisches Angebot dafür machen und schon sind wir dort.

  4. Svitlana

    Am 21. September 2012 um 09:19 Uhr

    Das ist noch eine ausgeklügelte Maßnahme, die sich auf moderne Technologien basiert und darauf abgezielt die Geselschaft in der Gewalt zu haben. In diesem Falle handelt es sich um den Verstoß gegen das Gesetz und Dazenschutz. Manchmal heiligt der Zweck die Mittel, aber die Privatsphäre des Menschen muss immer wichtiger sein als Umsatzsteigerung des Unternehmens. Leider, unsere Realität ist so, dass wir nicht geschützt sind und unsere Personaldaten können gegen uns jede Minute benutzt werden.

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