Convenience siegt: Der Kunde legt die Füße hoch bei Smart TV & Second Screen

Verfasst am 17. Januar 2013 von .

Innovationen im Bereich Smart & Social TV haben vor allem eines im Blick: Der Zuschauer soll das Sofa nicht verlassen müssen, um sich mit Gleichgesinnten virtuell zu vernetzen oder spontan etwas zu kaufen. Wer angesichts der zahlreichen fortschrittlicheren Unterhaltungsmöglichkeiten denkt, Fernsehen habe seine besten Zeiten gesehen, irrt. Der durchschnittliche Fernsehkonsum ist 2012 mit 242 Minuten pro Tag gegenüber dem vergangenen Jahr sogar leicht gestiegen.

Second-Screen Fernsehkonsum ist sehr weit verbreitet

Grafik: (c) dotSource GmbH


Der Grund: Die Flimmerkiste läuft immer häufiger parallel zum abendlichen Surfen. Bevorzugterweise mit dem Tablet als »Second Screen« in Reichweite. Die Hälfte der Onliner schaltet den Fernseher parallel zum Onlineshopping ein und sogar 65 Prozent der 14- bis 29-Jährigen.

E-Commerce entdeckt das Fernsehen

Dass inzwischen eine so große Zahl der Zuschauer mit dem Laptop auf den Knien, dem Tablet bzw. dem Smartphone in Griffweite fernsehen, macht Fernsehen für den Onlinehandel zu einem attraktiven Werbemedium. Ein gut gemachter und wohl platzierter Werbespot kann auf die Zahl der Suchanfragen Wunder wirken. Dies zeigten die Brillen-Versender von Mister Spex auf der IT@Commerce 2012 mit einer grafischen Darstellung ihres Traffics in den Abendstunden. Kurz nachdem der Spot im Fernsehen zu sehen war, schnellten die Zugriffszahlen nach oben. Logisch, wer ohnehin surft und einen Werbespot interessant findet, sucht nach der eingeblendeten URL.

An Weihnachten kennt die Kreativität der E-Commerce Player keine Grenzen

Eine Vorreiterrolle nimmt Fashion- und Schuhversender Zalando ein. Als einer der ersten jungen E-Commerce Player hat man das Potenzial erkannt und mit frechen Clips Kultstatus erreicht. Der Zalando Paketbote und der charakteristische Schrei sind bereits Markenzeichen mit hohem Wiedererkennungswert.

Fernsehen wird smart und sozial

Dank Smart TVs, die die Verknüpfung von Fernsehen mit Web, Apps, Online-Medien sowie eigenen Inhalten ermöglichen, kommen wir in den Genuss eines neuartigen TV-Erlebnisses. Aber Fernsehen wird nicht nur smarter, sondern auch (noch) sozialer. Social TV ist die Verbindung von Fernsehen mit sozialen Medien und das, wen wundert es, gleich auf mehreren Ebenen. Sei es die Verknüpfung der Kanäle auf Seite der Sender oder der Austausch über das Programm seitens der Zuschauer. Auch Bewertungen und personalisierte Programmempfehlungen zählen dazu. Dabei wird sich nicht nur via Facebook und Twitter ausgetauscht, inzwischen gibt es Communitys und spezialisierte Dienste zu diesem Thema.

Beispiele: Couchfunk und eBay

Das Startup Couchfunk beispielsweise möchte zum TV-Begleiter werden, der es Zuschauern ermöglicht, Fernsehsendungen gemeinsam zu erleben sowie Inhalte und Stars zu bewerten.

Social TV ist Fernsehen und darüber sprechen

Screen: Couchfunk.de

Auch eBay will sich die Symbiose aus Shopping und TV zunutze machen und hat die interaktive iPad App Watch with eBay entwickelt. Die App ist mit dem Fernsehprogramm synchronisiert und zeigt entsprechende Produkte. Der Zuschauer gibt dafür seine Postleitzahl an und die Sendung, die er gerade schaut.

Second Screen nur als Zwischenschritt

Das ist noch längst nicht alles. Auch den »Second Screen«, also das Smartphone, Tablet oder den Laptop in Griffweite, sehen einige nur als Zwischenschritt auf dem Weg zur völligen Vernetzung von Fernsehen, Internet und Shopping. Der Trend geht zur Komplettlösung in einem Gerät. Zuschauer sollen künftig Produkte, die sie im Fernsehen sehen, direkt ansteuern, markieren und bestellen können.

Mit dem Smart TV ist der Grundstein dafür gelegt. Auch für das Ansteuern und Bestellen bestimmter Objekte, die gerade im Fernsehen zu sehen sind, liegen bereits Patente vor. Und auch umgekehrt gibt es Bestrebungen. Medienunternehmen drängen zunehmend in den Onlinehandel.

Der Umkehrschluss: Medienunternehmen im E-Commerce

In der deutschen Medienlandschaft zählt die Burda Senator Verlag GmbH zu den Vorreitern. Zur monatlich erscheinenden Special Interest Zeitschrift »Mein schöner Garten« gehört bereits seit dem Frühjahr 2011 ein »Online-Gartencenter«. Dort finden Gartenfreunde ein umfassendes Angebot aus den Bereichen Gartenmöbel und -geräte, Dekoration, Heimwerken und natürlich Pflanzen. Axel Springer hat mit dem Bild.de Shop selbst-verständlich längst nachgezogen und heizt klassischen Retailern ein.

Fazit: E-Commerce und TV ist eine Kombination, von der man 2013 und darüber hinaus noch viel hören wird.

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    Am 18. Januar 2013 um 09:57 Uhr

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