Starkes Online-Wachstum durch einzelne Superstars

Verfasst am 4. Februar 2014 von .

Wachstum im Onlinehandel

Foto: #ODF

Die Deutschen kaufen gern online. Zwei Drittel der Bevölkerung bestellen regelmäßig im Internet, der europäische Durchschnitt liegt bei 45 Prozent. Zu diesem Befund kam der Bitkom-Verband Mitte vergangenen Jahres. Nach dem NSA-Skandal und anhaltenden Protesten zu Arbeits-bedingungen in der Logistik hatte die Branche allen Grund zur Sorge, ob Einkaufen im Internet auch weiterhin als attraktiv gilt.

Ein gutes, aber kompliziertes Jahr liegt hinter uns. Gut, da der digitale Handel erneut auf Rekordergebnisse und Wachstum von zehn Prozent stolz sein kann. Kompliziert jedoch, da für diesen Erfolg immer höhere Preise gezahlt und Hoffnungen enttäuscht werden. Erst in dieser Woche gab der Händlerbund bekannt, dass 35 Prozent der Händler unzufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft 2013 sind, da Umsatzerwartungen nicht erfüllt wurden. Wie kann das sein – Enttäuschung trotz scheinbar ungebrochenem Wachstum?

Ungeklärte Grundfragen und Katerstimmung im Handel

Noch immer gibt es ungeklärte Grundfragen im E-Commerce: Wie entkommt man dem Preiskampf? Welche Rolle spielt Service für die Kundenbindung? Wie lassen sich Kunden emotional erreichen? Honorieren Kunden aufwändige Multichannel-Bemühungen? Welche Zustellmethoden sind wirklich wichtig und rechnet sich Same-Day-Delivery? Wann fallen die Hemmungen für Hersteller, selbst Onlinehändler zu werden?

Angesichts dieser Komplexität macht sich so mancherorts bereits Katerstimmung breit: »Die fetten Jahre für unsere Branche sind vorbei« fasst etwa Friedrich Sobol, Chef der Verbundgruppe ElectronicPartner, die Situation zusammen. Alexander Graf beschreibt die Stimmung auf seinem Blog Kassenzone ähnlich: »die Party ist vorbei«.

Zwar wächst der digitale Handel weiterhin zweistellig und nimmt dem stationären Handel inzwischen spürbare Umsätze weg. Doch trotz Umsatzwachstum bleibt weniger Profit übrig. Der stationäre Handel hat noch immer die besseren Margen. Auch gibt Graf zu bedenken, dass der Löwenanteil des starken Branchenwachstums von Fremdkapital-getriebenen Unternehmen wie Amazon und Zalando generiert wird. Das Geld wird jedoch häufig nicht im Handel selbst verdient.

Ein Blick auf die 100 größten Onlineshops in Deutschland zeigt:

Im Jahr 2012 wurden 18,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Mehr als ein Viertel davon geht mit 4,8 Milliarden Euro auf das Konto von Amazon.de. Das blieb auch 2013 so. Auf dem zweiten Platz liegt Otto.de mit 1,7 Milliarden Euro spürbar dahinter, das drittplatzierte Notebooksbilliger.de kommt vergleichsweise auf »nur« 485 Millionen Euro. Die übrigen 11,5 Milliarden teilen alle anderen Onlineshops unter sich auf.

Top10 Onlineshops 2012

Top-10 Onlineshops 2013 in Mio. (Grafik: dotSource GmbH, Datenquelle: iBusiness.de)

Ergo: Das Wachstum im E-Commerce ist zu einem guten Anteil das Wachstum von Amazon.

Nur nicht nachlassen

Auf der K5 2013 fragte Jochen Krisch in seinem Eröffnungsvortrag daher nicht umsonst

10 Prozent oder 10 Mal besser – wie gut kann, wie gut muss der Onlinehandel werden?

Damit lässt sich die Situation vieler Händler treffend zusammenfassen. Auf immerwährendes Wachstum kann man nicht mehr bauen, Professionalisierung der Geschäftsmodelle und Prozesse lautet daher das Stichwort der Stunde.

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Eine Reaktion zu “Starkes Online-Wachstum durch einzelne Superstars”

  1. E-Commerce Radar: Yapital, Amazon, Apple, Online-Shopping

    Am 7. Februar 2014 um 08:37 Uhr

    […] Die Deutschen kaufen gern online. Zwei Drittel der Bevölkerung bestellen regelmäßig im Internet, der europäische Durchschnitt liegt bei 45 Prozent. Zu diesem Befund kam der Bitkom-Verband Mitte vergangenen Jahres. (via) […]

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