Zur Diskussion – Shopsysteme und Innovation im E-Commerce

Verfasst am 28. April 2014 von .

„Der nächste bitte!“ wünscht sich Roman Zenner in der aktuell heißlaufenden Debatte zu E-Commerce-Innovation, auch bezüglich Shopsystemen. Ich fühle mich einfach mal mitgemeint. Teilgenommen haben bereits Alexander Ringsdorff, Andi Unger und Björn Schotte. Auch Jochen Krisch setzt sich regelmäßig mit dem Thema auseinander (Shopsysteme gestern, heute und morgen).

Generell sehe auch ich einen Mangel an Innovation bei den Shopsystemanbietern, den mir das (fast fertiggestellte) Update des Shopsystem-Auswahl-Whitepapers noch weiter verdeutlicht hat. Die erneute Recherche, 9 Monate nach der initialen Erstellung, hat nicht bei jedem Anbieter Neues zutage gefördert. Hier kann ich die Beobachtung von Alexander Ringsdorff bestätigen, dass insbesondere bei Magento ein erschreckendes Abflauen des Innovationstempos zu beobachten ist.

Über den Tellerrand geblickt wird gefühlt immer seltener.

Meine fünf Cents zum Thema Innovation von Shopsystemen

Meiner Meinung nach ist bei vielen Marktteilnehmern noch nicht angekommen, dass – wenn dem Kunden der Kanal egal ist, über den er kauft – auch das Konzept des Onlineshops nicht in Stein gemeißelt ist.

Mit Amazon Dash ist eine weitere Entkoppelung von Shopping und Onlineshop sichtbar. Er dient nur noch als Infrastruktur im Hintergrund. Der Weg vom Bedürfnis bis zum Ablegen auf der Wunschliste wird komplett ohne gelöst, der Shop zum Checkout degradiert. Dem Kunden, dem nicht bewusst ist, wie komplex eine E-Commerce-Systemlandschaft ist, kann es schließlich egal sein, inwieweit er diese nutzt.

Dasselbe gilt für Content-getriebene Onlineshops, die eher wie Magazine aussehen. Wer sagt, dass es den immer gleichen Aufbau aus Start, Übersichts- und Produktdetailseite geben muss? Bei unserem Kunden Swarovski ist es beispielsweise möglich, direkt aus dem Lookbook heraus zu kaufen.

Lola & Grace Lookbook

quick buy bei Lola & Grace

Für solche schlanken Konzepte, die es in Zukunft wahrscheinlich immer häufiger geben wird, ist eine komplett integrierte Shoplösung schnell überdimensioniert. Oft genug wird beispielsweise ein CMS mit angehängtem Shopsystem ausreichen, das Shopsystem ist jedoch nicht mehr Dreh- und Angelpunkt des Kaufprozesses.

Sollten sich derartige Ansätze durchsetzen, werden Anbieter mit festgefahrenen Strukturen sehr schnell sehr kreativ werden müssen. Vom Intershop-Summit weiß ich, dass beispielsweise Intershop bereits in Richtung Content-driven Commerce unterwegs ist.

Natürlich kann niemand sagen, ob Kunden nicht weiter an klassischen Shopstrukturen festhalten, die neuartigen Konzepte nur zur Inspiration nutzen und das gewohnte Umfeld, um den Kauf abzuschließen. Dann wären wieder die Schweizer-Taschenmesser-Anbieter auf der Gewinnerseite. Und genau das macht es ja so spannend 🙂

Heute Abend gibt es um 20.00 Uhr ein Hangout zur Diskussion.

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6 Reaktionen zu “Zur Diskussion – Shopsysteme und Innovation im E-Commerce”

  1. Innovation im E-Commerce

    Am 2. Mai 2014 um 10:11 Uhr

    […] Cornelia Weiß auf Handelskraft […]

  2. This Week in Shop Tech (#4) -

    Am 2. Mai 2014 um 10:23 Uhr

    […] Zur Diskussion – Shopsysteme und Innovation im E-Commerce (Cornelia […]

  3. This Week in Shop Tech (TWIST #4) | Shop->Tech->Blog

    Am 5. Juni 2014 um 13:30 Uhr

    […] Zur Diskussion – Shopsysteme und Innovation im E-Commerce (Cornelia […]

  4. Christof Steinke

    Am 11. Juni 2014 um 07:49 Uhr

    Klar, die großen System-Anbieter sind tendenziell immer auf der Suche nach dem „Next-Big-Thing“ (Content-Driven-Commerce ist so etwas). Für die große Mehrheit der der kleinen und mittelständischen Händler geht es aber beim Shop-System nach wie vor um Basics und ihr Erfolg entscheidet sich über kluge Marketing-Strategien, mit denen sie ihre Zielgruppe erreichen.
    – Christof, versacommerce.de

  5. Cornelia Weiß

    Am 11. Juni 2014 um 08:42 Uhr

    Content sehe ich auch bei KMUs als Thema, wie sonst will man noch gefunden werden, ohne gute Produktdaten und SEO? Generell ist es richtig, dass Prozesse mehr interessieren, aber es ist auch wichtig zu wissen, was am Horizont an Trends auftaucht. Und für Intershop war es wichtig, dort auch mal wieder vertreten zu sein 😉

  6. Jakob Miebach

    Am 22. Juli 2014 um 23:33 Uhr

    Heyho,

    ich muss Christof Steinke mit folgender Aussage volkommen recht geben: „Für die große Mehrheit der der kleinen und mittelständischen Händler geht es aber beim Shop-System nach wie vor um Basics und ihr Erfolg entscheidet sich über kluge Marketing-Strategien, mit denen sie ihre Zielgruppe erreichen.“.

    Fakt ist, dass wenn man die Zielgruppe mit zahlreichen „Tricks/Strategien“ erreichen kann auch länger am Erfolg teilnehmen kann.

    Lg
    Jakob M.

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