Digital-Marketing: Wie viel Aussagekraft haben die Forrester-Analysen?

Verfasst am 24. September 2014 von .

Forrester LogoDie Analysen von Gartner und Forrester gehören zum Standardrepertoire, wenn es um den Vergleich und die Auswahl von Systemen geht. E-Commerce Plattformen für E-Commerce und Marketing werden regelmäßig in der “The Forrester Wave” anhand eines extensiven Kriterienkatalogs eingeordnet und bewertet. Zurecht genießen diese Analysen hohes Ansehen – doch nicht überall. Der Analyst Scott Liewehr von der Digital Clarity Group hinterfragt in einem Blogeintrag deren Grundannahmen. Was wird hier eigentlich verglichen? Wem nützen die Ergebnisse?
Eine andere Perspektive auf die Forrester-Analysen:

Vergleicht Forrester Äpfel mit Birnen?

Auslöser war das neue Ranking der Digital Experience-Plattformen, das auch wir vorgestellt haben. Dort liegen Hybris und Adobe ganz vorn. Doch hier fängt die Inkonsistenz für Liewehr schon an. Wie kommt es, dass zwei Systeme, die nur bedingt im Wettbewerb zueinander stehen, werden sie doch in der Praxis häufig zusammen eingesetzt, miteinander verglichen werden? Adobe als Digital Marketing Plattform gräbt Hybris, dem E-Commerce System und PIM, kein Wasser ab. Die beiden Systeme ergänzen sich vielmehr.

Diese Situation findet sich unter den 13 verglichenen Anbietern noch häufiger, was in Summe zu einem fragwürdigen Vergleichs-Ergebnis führt. Was genau soll hier ausgesagt werden und wie hilft das konkret bei der Systemauswahl? Liewehr moniert, dass eine derartige Darstellung im Grunde sogar das Verständnis von “Digital” verwässert, da statt eine Systematisierung zu liefern, Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Das Ziel der Analyse bleibt unklar

Grundsätzlich stellt sich die Frage, was das Ziel der Analyse ist, was der Maßstab? Es wird deutlich, dass Forrester integrierte Lösungen stets positiver bewertet und auch das Maß der Integriertheit als Kriterium anlegt. Also Integriertheit als Ziel? Auch nicht, denn an anderer Stelle wird wiederum bemerkt, dass Kunden die Suiten-Lösung nicht wünschen, da sie sich nicht von den bestehenden Systemen trennen möchten oder können, da die Investition zu hoch ist. Trotzdem wird die Lösung aus einem Guss gefordert. Hier wirkt es, als könne man sich bei Forrester nicht entscheiden, wohin die Reise geht.

Ebenfalls bemängelt der Analyst, dass mit Adobe eine Digital Marketing Lösung das Siegertreppchen besteigt, obwohl an anderer Stelle davon die Rede ist, dass Customer Experience mehr als eine Sache des Marketings ist. Ein weiterer Widerspruch, der mehr Fragen aufwirft, in einer Analyse, die eigentlich für mehr Klarheit sorgen sollte.

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