Magento 2: Was ändert sich für Entwickler und Shopbetreiber?

Verfasst am 8. Januar 2015 von .

magento_logoViele haben nicht mehr daran geglaubt, doch kurz vor Weihnachten überraschte Magento die E-Commerce-Community mit dem Release der Magento 2.0 Beta. Seit dem 17. Dezember kann die neue Version der weitverbreitetsten E-Commerce-Software getestet werden. Doch können jQuery und PHP5.5-Support über fehlende Transparenz beim Open-Source-Gedanken hinwegtrösten? Und was ändert sich für Shopbetreiber?

Neue Javascript-Bibliothek und PHP5.5

Mit Magento 2.0 entfernt sich die E-Commerce-Lösung von der Prototype-Bibliothek und setzt nun voll und ganz auf jQuery. Zusätzlich erhalten die Frontend-Entwickler ein Basic-Responsive-Template, was die Umsetzung von Onlineshops für mobile Geräte erleichtert. Hohe Qualität und Stabilität verspricht außerdem der offizielle Support von PHP5.5, das die Performance verbessern soll. Kritik gibt es teilweise für die weitere Verwendung des Zend Frameworks 1, welches manche nicht als zukunftsträchtig ansehen. Backend-Entwickler dürfen sich hingegen auf die Dependency Injections freuen. Mit diesen lassen sich nicht nur Abhängigkeiten injizieren, sondern auch in einem Container verwalten. Magento 1 Extensions sind dadurch zwar größtenteils nicht mehr mit der 2.0 Version kompatibel, aber PHP gewinnt so mehr Eigenständigkeit in der Softwareentwicklung. Weitere Development Updates finden sich direkt bei Magento.

Alles Open Source oder was?

Der Blog Magneticians kritisierte erst kürzlich den Open-Source-Gedanken, der hinter Magento 2 steckt. Zwar könnten Nutzer auf GitHub einfache Eingaben tätigen, diese würden jedoch nicht transparent genug bearbeitet. Nutzer erfahren somit den Stand eines Problems nur sobald dieser gefixt wurde. Magenticians führt diese fehlende Kommunikation zwischen Entwicklern und Usern auf die Zugehörigkeit Magentos zu eBay zurück: Entwickler reagieren nur noch mit den Usern. Eine Interaktion bleibt aus, was vor allem in der “social coding era” negativ auffällt.

Für Shopbetreiber wird es einfacher

Für die Betreiber von Shops ändert sich nicht viel, bis auf Usability-Verbesserungen. Böse Überraschungen oder komplett veränderte Menüs im Backend bleiben zum Glück aus. Als eBay-Töchter werden Magento und PayPal noch näher zusammengebracht: So soll die Integration von PayPal im Shop ohne große Schwierigkeiten erweitert werden. Hinzu kommen verbesserte Analyse-Möglichkeiten für die Marketing-Abteilung. Bereits genannt wurde das Basic-Responsive-Template, das vor allem im M-Commerce Früchte tragen und die Entwicklung mobiler Lösungen vereinfachen soll.

Fazit

Auf den ersten Blick wird Magento 2 umfangreicher und moderner aber nicht komplexer. Für Entwickler, sowohl Frontend als auch Backend, kommen einige Features hinzu, wie beispielsweise die JavaScript-Bibliothek jQuery oder die Dependency Injections. Auf die vereinfachte Umsetzung mobiler Lösungen dürfen sich aber auch vor allem Shopbetreiber freuen, deren Onlineshop noch nicht im Repsonsive Design umgesetzt wurde. Einzige Kritik zu diesem Zeitpunkt ist die Umsetzung des Open-Source-Modells: Zu wenig Interaktion zwischen Entwickler und User sorgt für Frust bei der Community.

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Kategorie: Magento


7 Reaktionen zu “Magento 2: Was ändert sich für Entwickler und Shopbetreiber?”

  1. Gerdi

    Am 11. Januar 2015 um 12:11 Uhr

    Wie im Beitrag angesprochen, ist tatsächlich die fehlende Community für Magento ein Problem, so wie man es bei anderen Shopsystemen gewöhnt ist. Man ist eigentlich rein auf GitHub angewiesen, will man Informationen zu Magento.

  2. Kai

    Am 12. Januar 2015 um 09:11 Uhr

    @Gerdi: Die fehlende Community ist mit Sicherheit nicht das Problem an Magento. Die Community ist größer und aktiver als die aller anderer Shopsysteme, die ich bisher kennen gelernt habe. Das Problem ist eher, dass die Core-Entwickler erst jetzt beginnen, ein klein wenig auf die Community zu hören, gemeldete Bugs zu fixen, zumindest ansatzweise auf Eingaben zu reagieren. Da ist die aktuelle Entwicklung auf Github zumindest ein Anfang und besser als das, was ich in den letzten 6 Jahren meiner Arbeit mit Magento gesehen habe…

  3. Flyingmana

    Am 12. Januar 2015 um 10:12 Uhr

    Ihr seid etwas zu spät, der Hauptpunkt der magenticians wurde inzwischen behoben.
    Überhaupt ist der Dialog mit der Community schon seit langem angestiege, und breitet sich auf immer mehr Kanäle aus.
    Auf Twitter sind zum Beispiel mehr Leute ansprechbar von Magento, als das ganze Symfony Core Team besitzt.
    Die Dokumentation für Entwickler hat auch bereits ein völlig neues Qualitätslevel erreicht und ist wie üblich nun ebenfalls via Github patchbar.
    Aber hier ist sogar ein auflisten der Positiven Dinge falsch, im Backend verändert sich nämlich ne ganze Menge, gerade was die UI der Produktpflege angeht.

  4. Nico Saborowski

    Am 12. Januar 2015 um 10:27 Uhr

    Hallo Flyingmana, danke für dein Kommentar!

    In der Tat ist uns die verbesserte Community auch aufgefallen. Das wird nicht der letzte Blick auf die neue Version von Magento sein und wir werden uns natürlich auch bei einem späteren “Kontrollbesuch” die verbesserte Community-Arbeit des Magento-Teams anschauen.

    Zwecks Backend aus Sicht der Shopbetreiber stützen wir uns auf Erfahrungen, die zwar Änderungen bestätigen, aber Aufbau und Funktionialität bleiben gleich bzw. ähnlich.

    MfG,
    Nico

  5. Chris

    Am 19. Januar 2015 um 15:36 Uhr

    Danke für den Artikel, habe mit Schmunzeln bemerkt, dass sich ein gewisses Magazin hier hat “inspirieren” lassen. Ich stecke derzeit in der Planungsphase für ein neues E-Commerce-Projekt mit Magento, weshalb mich nun die Frage umtreibt, ob ich noch warte mit der Shopentwicklung oder mit der 1er-Version beginnen soll. Hast du da einen Denkansatz für mich?

  6. Matthias

    Am 20. Januar 2015 um 13:54 Uhr

    Hallo allerseits,

    @Flyingmana: ein paar Anmerkungen von mir dazu: Twitter ist für mich als Kommunikationsmedium absolut ungeeignet, für kleine Supportsachen super, aber der Rest … nur ein Trend, der bald wieder weg sein wird. Zu Magento 2: Da kann ich dir absolut nur bedingt recht geben, es wird einiges geändert, aber auch hier ist noch gar nicht klar, wie das final aussehen wird und ob die Änderungen wirklich die Effizienz der Arbeit steigern sei mal dahingestellt. Es sind ein paar nette Verbesserungen da, ob die aber mit steigender Anzahl der Bearbeitungen, Attribute usw. noch gut funktionieren weiß man wieder einmal nicht und manche Dinge sind überfällig (Autovervollständigungen usw.). Wichtiger ist den ganzen Request Flow zu entschlacken und eher mit Bausteinen zu versehen als dies immer noch der Fall ist. Andere Dinge kann man und konnte man bisher immer gut anpassen und optimieren, aber die Kernperformance ist ein Problem und das wird auch mit Magento 2 nicht signifikant besser (bisher).

    @Chris: Da hier immer noch die Magento 2 Beta läuft und die ersten stabilen Releases aus meiner Sicht nicht vor dem nächsten Jahr wirklich da sein werden und man dann sicher noch nen Jahr auf die Kinderkrankheiten bzw. deren Lösung warten wird müssen, würde ich eher die Frage in den Raum stellen, ob die Entwicklung eher darauf ausgelegt sein wird, einen sehr langen Zeithorizont abzudecken, ob man selbst Ressourcen aufbaut usw. Denn dann erst lässt sich klären, ob man lieber mit Mag 1 anfängt und dann migriert, was mir aktuell aus Time To Market Sicht am sinnvollsten erscheint oder ob man lieber wartet mit offenem Ausgang. Da sich der Markt stark und schnell ändert, ist aus meiner Sicht dieses Jahr definitiv noch Mag 1 zu empfehlen.

    Viele Grüße,
    Matthias

  7. Chris

    Am 21. Januar 2015 um 14:55 Uhr

    Matthias, danke für deine Antwort. Ich gehe mal davon aus, das es bzgl. Updatefähigkeit von 1.9 auf 2.0 noch keine Aussage treffen lässt.

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