Onlineshop mit WordPress: WooCommerce und Jigoshop

Verfasst am 13. Januar 2015 von .

wp1Magento, hybris oder Intershop – das sind die Namen der bekanntesten Shopsystem-Anbieter. Doch nicht für jedes Shopprojekt wird eine Enterprise-Lösung benötigt. So ist WordPress mit diversen Plugins für den einfachen Onlineshop prädestiniert. Wir haben uns die beiden Shop-Plugins WooCommerce und Jigoshop einmal genauer angeschaut.

 

WooCommerce

Auf Builtwith führt WooCommerce die Liste der meist verwendeten Shopsysteme auf E-Commerce-Seiten mit 17,7% an und liegt damit weit vor Magento oder Demandware. Welche Vorteile hat das meist installierte E-Commerce-Plugin?

  • Kosten: WooCommerce lässt sich kostenlos, schnell und einfach über die WordPress-Plugins installieren. Gehen die Bedürfnisse über die Basis-Funktionen hinaus, können Premium-Erweiterungen im WooCommerce Store gekauft werden, beispielsweise für erweiterte Shipping-Options oder eine größere Auswahl an Payment-Gateways. Für mehr Individualität können auch Themes hinzugekauft werden, beispielsweise auf WooThemes.
  • Features & Usability: WooCommerce ist aufgrund seiner Einfachheit ein sehr beliebtes E-Commerce-Plugin. Die Installation ist simpel und auch die Einrichtung gestaltet sich als einsteigerfreundlich. Produkte fügt man ähnlich wie Artikel in einem Blog hinzu. Dabei spielt die Größe der Produktpalette keine Rolle. Mit einzelnen Tags wird eine funktionierende Kategorisierung sichergestellt. Auch unterschiedliche Preise für den gleichen Artikel aber mit unterschiedlichen Attributen lassen sich unkompliziert einrichten. Die Features lassen sich quasi unbegrenzt durch weitere Plugins und Extensions, ob kostenlos oder kostenpflichtig, erweitern.
  • Benutzerfreundlichkeit: Mit einem One-Page-Checkout wird dem Kunden der Kauf so leicht wie möglich gestaltet. Auch der Aufbau des Shops an sich lässt sich mit kostenfreien Plugins, wie dem WooCommerce Customizer, individueller gestalten und für die Zielgruppe anpassen. Bezahlen kann der Kunde beispielsweise per PayPal, Kreditkarte, Amazon Payment oder vielen anderen Diensten, sofern die Payment-Gateways vorher installiert wurden.
  • Fazit: WooCommerce ist für Einsteiger bestens geeignet. Das Plugin in der Grundform ist einfach installiert, kostenlos und bietet trotzdem eine Menge Features. Möchte man seinen Onlineshop individueller gestalten kommt man allerdings nicht um kostenpflichtige Themes oder Erweiterungen umher. Aber auch ohne kostenpflichtige Extensions bietet ein WooCommerce-Shop eine hohe Benutzerfreundlichkeit: Vom One-Click-Checkout, über eine große Auswahl an Payment-Diensten bis hin zum Responsive Design für das mobile Kaufvergnügen.
  • Beispiele:Porter&York, J.Hornig, Overclothing

Jigoshop

Auch Jigoshop ist ein kostenloses WordPress-Plugin, das man mit kostenpflichtigen Extensions aufrüsten kann. Von der WordPress-Community erhält das Plugin gute Bewertungen. Doch kann das kostenlose Tool mit dem Platzhirsch WooCommerce mithalten?

  • Kosten: Wie auch WooCommerce ist Jigoshop prinzipiell kostenlos. Möchte man aber erweiterte Funktionen nutzen, muss man dafür zahlen. So kosten Payment-Gateways um die 45 US-Dollar. Billigere Extensions gibt es auf dem digitalen Marketplace Envato Market. Offizielle Themes kosten hingegen bis zu 80 US-Dollar, wobei es auch hier günstigere Anbieter gibt, wie beispielsweise Theme Forest.
  • Features & Usability: Die Installation gestaltet sich denkbar einfach und auch die erste Einrichtung ist selbst für Ungeübte kein Problem. Dank ausführlicher Erklärungen zu einzelnen Einstellungen entfällt lästiges Herumprobieren. Ansonsten punktet Jigshop in der Grundversion mit detaillierten Menüs zu Kosten der Produkte oder Steuern, die je nach Region unterschiedlich hoch eingestellt werden können. Etwas nervig ist das Einstellen gleicher Produkte mit verschiedenen Attributen. Diese lassen sich untereinander nicht verlinken und somit nicht kombinieren. Beispiel: Schwarzes Hemd in Größe L und schwarzes Hemd in Größe XXL müssen separat erstellt werden. Bei größeren Produktpaletten stößt Jigoshop so schnell an die Grenze.
  • Benutzerfreundlichkeit: Die Menüführung ist in den Grundeinstellungen nicht irreführend, kann aber auch hier mit passenden Erweiterungen noch verfeinert werden. Für eine bessere Sortierung und Filterung der Produkte empfiehlt sich beispielsweise die Jigoshop Sorting Extension. Andere Funktionen, wie der Checkout, die Produktdetails oder die Auswahl einer Variation, sind solide und werden den Kunden nicht verwirren. Für eine bessere Conversion ist die Optimierung der internen Suche via Enhanced Search zu empfehlen.
  • Fazit: Jigoshop braucht sich keinesfalls vor WooCommerce zu verstecken. Einzig etwaige Schwierigkeiten beim Einstellen von Produkten gleichen Typs aber mit anderen Merkmalen können teilweise frustrieren. Aber da Jigoshop kostenlos ist, kann man über diese Schwäche hinwegsehen. Als Shopbetreiber erhält man ein solides Plugin mit dem man seine WordPress-Plattform in einen funktionierenden Onlineshop verwandeln kann.
  • Beispiele: Mimal, ScribbleLinens

WooCommerce oder Jigoshop?

Im small-scale Bereich sind beide WordPress-Plugins zu empfehlen. Vor allem hat die simple und unkomplizierte Bedienung beider Shopsysteme begeistert. Man fühlt sich nie im Stich gelassen. Falls doch einmal Fragen auftauchen werden diese durch ein gut funktionierendes Support-System schnell beantwortet. Auch die Freiheit zu entscheiden, wie viel man schließlich investieren möchte, macht WooCommerce und auch Jigoshop sehr attraktiv. Welches System nun besser ist? Die Antwort liegt letztendlich bei den persönlichen Vorlieben als auch Fähigkeiten. Da beide Lösungen kostenlos sind, kann man die Systeme risikofrei testen. Übrigens sind Jigoshop und WooCommerce nicht die einzigen Alternativen für kleinere Onlineshops, auch Dienste wie Cart66 Cloud, Shopp oder Markektpress sind günstige Möglichkeiten einen eigenen Onlineshop auf die Beine zu stellen.

Mehr erfahren: Whitepaper “E-Commerce Software auswählen”

Whitepaper E-Commerce Software auswählenIn unserem neuen Whitepaper geben wir einen Überblick über zentrale Entscheidungskriterien bei der E-Commerce Softwareauswahl und stellen die in Deutschland wichtigsten Systeme und Anbieter im Einsteiger, mittelgroßen und im Enterprise-Bereich vor. In einer auf den DACH-Raum zentrierten Matrix wird außerdem eine Einschätzung der Systeme vorgenommen.
Das Whitepaper kann hier angefordert werden.

(7 Bewertung(en), Schnitt: 4,00 von 5)
Loading...



5 Reaktionen zu “Onlineshop mit WordPress: WooCommerce und Jigoshop”

  1. Robert Heydecke

    Am 14. Januar 2015 um 10:40 Uhr

    Hallo Nico Saborowski,

    in diesem Zusammenhang halte ich es noch für wichtig zu erwähnen, dass die Commerce Plugins zwar kostenlos und einfach zu installieren sind, aber noch nicht dem EU bzw. deutschem Recht entsprechen. Hier sind entweder noch Eingriffe in den Sourcecode nötig, oder entsprechende Plugins zu installieren, um Rechtssicherheit herzustellen.

    Natürlich gibt es auch diese Plugins von kostenlos bis kanpp unter 100,- €.

    Viele Grüße
    Robert

  2. Nico Saborowski

    Am 14. Januar 2015 um 10:47 Uhr

    Hallo Robert,

    Vielen Dank für den Hinweis.

    Für WooCommerce empfiehlt sich dahingehend das Plugin “WooCommerce German Market”, kostet allerdings, wie du schon erwähnst, 99 Euro.
    Kostenlose Variante wäre hier “WooCommerce Germanized”

    Für das Jigoshop-Plugin gibt es beispielsweise “Jigoshop german (de_DE)”, auch kostenlos. Hier werden zumindest die Buttons nach deutschen Recht umgeformt

    Links:
    “WooCommerce German Market” (99 Euro): https://marketpress.de/product/woocommerce-german-market/

    “WooCommerce Germanized” (kostenlos):
    http://vendidero.de/woocommerce-germanized

    “Jigoshop german (de_DE)” (kostenlos):
    https://wordpress.org/plugins/jigoshop-de/

  3. Gernot

    Am 15. Januar 2015 um 19:54 Uhr

    Hallo Nico,

    auch ich habe lange recherchiert um eine für den deutschen Markt annehmbare kleine Shoplösung zu finden. Ich habe mich dann für die kostenpflichtige (45 Euro) Lösung wpShopGermany entschieden.

    Ich finde es sehr schade, dass Du einen deutschen Artikel schreibst, Dein Unternehmen in Deutschland ansässig ist und die Nahe liegende Lösung des Shopplugins für WordPress eines deutschen Entwicklers nicht mit aufführst.

    Nun ja. Spätestens jetzt kannst Du das ja nachholen 😉

    Auf meiner Webseite kinderspiele-aus-holz.de kannst Du auch gerne mal ein bisschen testen.

    Viele Grüße
    Gernot

  4. Nico Saborowski

    Am 15. Januar 2015 um 20:47 Uhr

    Hallo Gernot,
    danke für dein Feedback.

    Ob du es glauben willst oder nicht, aber wpShopGermany stand eigtl. auch mit auf der Liste. Auch das “Shopp”-Plugin. Ich habe mich aber entschieden vorerst nur WooCommerce (weil führend in der E-Commerce-Plugin-Abteilung) und Jigoshop zu testen.

    Einen zweiten Teil mit Shopp und wpShopGermany könnte ich mir sehr gut vorstellen 🙂

    MfG,
    Nico

  5. Dominik Karch

    Am 20. März 2015 um 17:16 Uhr

    Ein sehr guter Beitrag.
    Meiner Meinung nach sollte jedoch eine echte, und gute Onlineshop Programmierung niergends fehlen.
    Natürlich braucht man die Onlineshop Programmierung heutzutage nicht mehr selbst machen sondern es stehen einem viele Möglichkeiten wie zum Beispiel Magento zu Verfügung.

Startseite zurück zur Startseite