E-Commerce in der Schweiz: Trotz Euroabwertung rosige Aussichten

Verfasst am 16. Juni 2015 von .

Ein Blick auf unsere Nachbarn lohnt sich immer. Vor allem die schweizerische E-Commerce Branche hatte die letzten Monaten zu kämpfen: Die Aufwertung des Franken und starke, ausländische Anbieter erschütterten den Markt. Trotzdem schauen die schweizerischen Onlineshops positiv in die Zukunft, glaubt man einer aktuellen Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Teilnehmer waren die größten Onlineshops in der Schweiz, wie beispielsweise ricardo.ch oder geschenkidee.ch.

Neben dem Dauerbrenner Mobile, untersuchte die Studie auch die digitale Transformation in der Ticketing-Branche als Jahresschwerpunkt. Der Verkauf von Tickets über Onlineshops und die anschließende Nutzung im Verkehr und bei Veranstaltungen ist anhand 9 Unternehmen dargestellt. Auch hier lautet das Zauberwort oft “Mobile”.

E-Commerce in der Schweiz – Alles gut?

90 Prozent der befragten Unternehmen erwarten 2015 ein E-Commerce Wachstum innerhalb ihrer Branche. Und das trotz starker ausländischer Onlineshops, die in der Schweiz “wildern”. 40 Prozent sehen zusätzlich positiv in die Zukunft und erwarten für die nächsten fünf Jahre einen 40 Prozent höheren Umsatz im Vergleich zum Jahr 2015. Viel Hoffnung wird auf immer nutzerfreundlichere Check-Out-Prozesse auf mobilen Geräten gelegt. Mobile als Wachstumsmotor, kennt man.

Positive Ausblicke also und das obwohl die Euroabwertung zu Beginn des Jahres noch für einen flauen Magen und sinkende Absatzmengen sorgte. Die schweizerischen Onlineshops mussten mit rabiaten Preisänderungen reagieren um nicht außer Konkurrenz zu laufen. Die Situation scheint sich aber beruhigt zu haben, auch wenn der Studie zu Folge nicht jedes Unternehmen die Abwertung ausreichend kompensieren konnte.

E-Commerce wächst…mit ausländischen Anbietern

Die Studie fragte die Unternehmen auch danach, wie sich der E-Commerce in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird. Keiner ging von einem Rückgang aus, 15 Prozent waren verhalten positiv (“Bis unter 15 Prozent höher als heute”) und 15 Prozent erwarten ein über 50 Prozent höheres Umsatzvolumen bis zum Jahr 2020. Diese positive Stimmung kann nur durch die erwartete Verlagerung auf ausländische Anbieter zunichtegemacht werden.

Demnach könnten weitere Anteile der schweizerischer E-Commerce Branche an ausländische Anbieter verloren gehen. Vor allem asiatische Konkurrenten, beispielsweise Alibaba, werden dabei als Gefahr gesehen.

Jahresschwerpunkt: Ticketing

Als diesjährigen Schwerpunkt nahm sich die Studie die Ticketing-Branche vor. Sowohl im Verkehrswesen als auch bei Veranstaltungen ist noch Potenzial für eine digitale Transformation der Tickets. Auch hier zeigt sich wieder, dass die Lösung Mobile heißt: Simple Check-Out-Prozesse, schnelle Registrierung und die Identifizierung über Smartphone könnten die klassischen Tickets aus Papier bald ablösen.

Interessant ist Ticketing für Veranstalter selbst, die so über die richtige Plattform im Direktvertrieb einsteigen und einen Dienstleister, der die Tickets für sie normalerweise verkauft, außen vor lassen.

Schweizerischer E-Commerce Branche muss sich anstrengen

Die Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW zeigt, dass es E-Commerce Unternehmen trotz Euroabwertung gut geht. Ganz positiv ist der Ausblick in die Zukunft allerdings nicht, da man ausländische Anbieter, allen voran aus dem deutschsprachigen und asiatischen Raum, nicht unterschätzen sollte – auch Amazon spielt hier noch eine Rolle.

Dass die Schweiz in Sachen Innovation anderen Ländern in Nichts nachsteht, zeigen die Entwicklungen im Ticketing. Hier wachsen Anbieter für Plattformen und Dienstleister förmlich aus der Erde. Die komplette Studie, die nicht nur was für Schweizer ist, kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

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