Digitale Transformation: Wenn Kennzahlen & Reports das mittlere Management ablösen

Verfasst am 2. Juli 2015 von .

In Startups ist es seit je her das Ziel, den Headcount niedrig zu halten. Lean Startup nennt man das. Dieser Ansatz hat längst Eingang in größere Unternehmen gefunden. Wer gegenüber der digitale(re)n Konkurrenz wettbewerbsfähig bleiben will, muss hart zwischen nötigem und zu starkem Wachstum seiner Mitarbeiter kalkulieren.

Dank der Digitalisierung können zahlreiche Bereiche in Unternehmen technisch gestützt und damit durch weniger Mitarbeiter betreut werden, als das noch vor zehn Jahren der Fall gewesen wäre.

Davon sind jedoch längst nicht mehr nur administrative Posten betroffen. Wer hierbei beispielsweise an den Picker im Logistikzentrum denkt, der von selbstfahrenden Regalen, Roboterarmen und Beförderungsanlagen ersetzt wird, denkt zu kurz.

Auch das mittlere Management ist zunehmend betroffen: Die neuen Entscheidungsfinder sind Daten.

Auch hier sind es meist Startups, die die neuen Möglichkeiten bereits in die Tat umsetzen und weitestgehend auf ein Mittelmanagement verzichten. Doch es wäre verwunderlich, wenn Unternehmen nicht folgen.

Wenn Informationen von selbst fließen, braucht es keine Mittelsmänner mehr

Macht man sich die traditionellen Aufgaben des Mittelmanagements bewusst, wird schnell klar, dass es tatsächlich gewaltiges Potenzial gibt, hier zu automatisieren und die Zahl der Mitarbeiter niedrig zu halten. Schließlich sind die Manager dafür verantwortlich, Informationsflüsse zu steuern.

In ihrer Funktion als Informationsvermittler geben sie nach unten hin Ideen, Strategien und Pläne des Topmanagements in Form von Teilaufgaben weiter, reporten (Teil-)Ergebnisse interner und externer Projekte nach oben. Sie müssen deswegen gute Datenverarbeitungs- und Analysefähigkeiten mitbringen.

Auch menschlich gesehen sitzen sie zwischen den Stühlen, stehen sowohl mit Problemen der Mitarbeiter als auch der leitenden Ebenen in Berührung.

Was passiert nun aber, wenn die Mitarbeiter bereits über agile Arbeitsmethoden und Kollaborations-Tools miteinander vernetzt sind, der Arbeitsprozess digitalisiert ist und Fortschritte (von allen) anhand von Kennzahlen abgelesen werden können?

In der Präsentation von Windeln.de (gehalten auf der K5 2013) bekommt man eine Idee davon:

BI-Tools inzwischen günstiger als Spezialisten

Frühere Hierarchieebenen lebten auch immer von Kommunikations- und Informationsbarrieren. Diese lösen sich zunehmend auf. Inzwischen ist die Investition in eine Business Intelligence Lösung günstiger als die Investition in mehr entsprechendes Personal. Es braucht keine dezidierten Manager mehr, um Zahlen zu interpretieren und somit eine Entscheidungsgrundlage für das Top-Management zu schaffen.

Analysen, für die es früher Data Scientists, teilweise sogar IT-Support und Entwicklungsaufwand bedurften, können nun in Echtzeit in der Cloud durchgeführt werden. Intuitive grafische Oberflächen machen es einfacher denn je, Rückschlüsse aus den Zahlen zu ziehen – für alle Mitarbeiter.

Kein Wunder, dass der Markt der BI-Software wächst. Neben alten Hasen im Geschäft wie SAP und IBM findet man in dem Bereich immer mehr Startups wie GoodData. Auch Amazon ist selbstverständlich im Markt aktiv, der Cloud-basierte Data Warehousing Service “Redshift” ist laut eigenen Angaben der am schnellsten wachsende Service, den man je gelauncht hat.

Mittleres Management bald nur noch Mitarbeiterführung?

Natürlich ist dies nicht das Ende des Mittelmanagements. Noch immer braucht es Spezialisten, die sagen können, was die Daten für das Unternehmen bedeuten und dabei unterstützen, Entscheidungen abzuleiten. Jedoch fokussiert sich dies nur noch auf hochkomplexe Fragestellungen. Für das “Daily Business” ist dies nicht mehr notwendig.

Auch aus zwischenmenschlicher Sicht werden Manager weiterhin benötigt. In ihrer Funktion als Teamleiter ist es auch weiterhin einer ihrer Kernaufgaben, Probleme der Mitarbeiter zu kennen und jene bei ihrer fachlichen Entwicklung zu unterstützen und zu motivieren.

Das können Daten aktuell (noch) nicht leisten.

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