Fleischer wagen den Sprung in den E-Commerce: Erfolgreich im Online-Fleischhandel [5 Lesetipps]

Verfasst am 21. Dezember 2015 von .
Waferboard / Flickr.com

Waferboard / Flickr.com

Dezember ist der Monat der üppigen Festessen und besonderen Momente im Kreise der Lieben. Sicherlich freut ihr euch auch schon auf die knusprig gebratene Weihnachtsgans, ein leckeres Kaninchenfilet oder ein saftiges Steak.
Mit nur einem Klick findet man zahlreiche innovative Möglichkeiten, um eine exklusive Mahlzeit aufzutischen. Doch wie gelingt es, die Geschmacksnerven der Kunden zu überzeugen und Vertrauen aufzubauen?

Ursprünglich war das Kaufen von Fleisch eine Aktivität, die ausschließlich beim stationären Fleischer stattfand. Die große Bedeutung, die dieses Produkt für uns hat, macht die Anwesenheit des Kunden am Point of Sale nahezu obligatorisch. So wird der Kauf von Fleischprodukten im Regelfall persönlich vor Ort getätigt, weil der Kunde selbst entscheiden will, welches Filet er kauft und welches nicht.

Lieferservice für Steaks & Co.

Dennoch wagen mehr und mehr Firmen trotz der offensichtlichen Hindernisse den Sprung in den E-Commerce, bestärkt durch den kontinuierlich steigenden Fleischkonsum und die Entwicklung attraktiver Nischen.

Fleischverbrauch in Europa, Grafik: AHDB

Fleischverbrauch in Europa, Grafik: AHDB

Laut dem Deutschen Fleischerverband wurden 2014 in Deutschland 2,4 Millionen Tonnen Fleischprodukte konsumiert, was einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 29,4 kg ergibt. Dennoch herrscht bei den Kunden Zurückhaltung, was Onlinebestellungen von Fleisch angeht: Nur 0,4 Prozent des Umsatzes wurden über das Internet generiert. Doch es gibt ein neues Unternehmen, das diesen Trend umkehren will: kaufnekuh.de vermarktet das Konzept des „Crowdbutchering“.

Der Bauer ist hierbei derjenige, der die gesamte Kuh zum Kauf anbietet. Die Kunden können dann ein 7-Kilo-Paket, das beispielsweise Steaks, Hackfleisch und Rouladen enthält, für etwa 100 Euro bestellen. Auf Wunsch werden auch die Knochen zu Klebstoff und die Haut zu Leder verarbeitet.

Carne Villa Maria, die spanische Erfolgsgeschichte

2000 Kilometer entfernt von Baden-Württemberg hat das spanische Familienunternehmen Carne Villa Maria gemeinsam mit einer 70 Jahre alten Traditionsfleischerei, die am Mercamadrid, dem größten Lebensmittelmarkt Madrids, ansässig ist, 2010 einen Onlineshop gelauncht.

Das Erfolgsrezept dieser Kooperation basiert auf Qualitätsprodukten und exzellentem Service: „Im Online-Fleischgeschäft ist das Produkt der Schlüssel zum Kundenvertrauen. Das Fleisch muss wirklich gut schmecken und von erstklassiger Qualität sein, anderenfalls kommen die Kunden nicht wieder, und das ist schließlich die Voraussetzung, um im Onlinegeschäft erfolgreich zu sein“, erklärt Cristina Chacon, die Gründerin von Carne Villa Maria.

Außerdem nutzt die Online-Fleischerei vor allem auch Mundpropaganda, um neue Kunden zu gewinnen und gleichzeitig Vertrauen und intensive Kundenbeziehungen aufzubauen. „Empfehlungen sind für die Gewinnung von Neukunden entscheidend. Unsere eigenen Kunden empfehlen uns nur weiter, weil wir sehr gute Produkte und Services anbieten. Unsere Kunden sind definitiv unsere besten Markenbotschafter“, betont Chacon gegenüber Handelskraft.

Logistik beeinträchtigt Rentabilität

Dennoch gilt auch im Online-Fleischhandel: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das britische Agriculture & Horticulture Development Board bewertet die Rentabilität als unsicher, da verschiedene Internet-Fleischhändler anführen, dass hohe Betriebskosten durch Kühllieferungen und Website-Administration besonders bei kleinen Bestellungen ein Hindernis für den Profit darstellen.

Auch Cristina Chacon sieht aufgrund der hohen Kosten für solche Speziallieferungen die Logistik als Hauptproblem, betont allerdings auch den entscheidenden Vorteil der Liefermethode: „Das Fleisch landet in optimalem Zustand auf dem Tisch der Kunden“.

Das Agriculture & Horticulture Development Board benennt Click & Collect als eine profitable Alternative zur gekühlten Lieferung, da der Transportaufwand reduziert wird. Außerdem sei dieser Service weitaus besser an das Kaufverhalten der Kunden, die Mahlzeiten nicht mehr lange im Voraus planen und häufiger kleinere Einkäufe tätigen, angepasst.

Wer also den Schritt in die Welt des Online-Fleischhandels wagen will, muss Konsumenten mit der Qualität des Produktes überzeugen und auf die Kunden zugeschnittene Services anbieten, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Um die Hürde zu nehmen, die hohe Lieferkosten darstellen, sollten die verschiedenen Versandoptionen hinsichtlich der eigenen Erwartungen und der Kundenbedürfnisse erwogen werden.

Unsere Lesetipps der Woche:

(3 Bewertung(en), Schnitt: 5,00 von 5)
Loading...



Eine Reaktion zu “Fleischer wagen den Sprung in den E-Commerce: Erfolgreich im Online-Fleischhandel [5 Lesetipps]”

  1. Fleisch Shop

    Am 27. Januar 2016 um 17:42 Uhr

    Auch etablierte Handelsunternehmen gehen mit ihren Angeboten “online” https://www.carneculina.de/ ist so ein Beispiel.

Startseite zurück zur Startseite