Snapchat – Sexting war gestern

Verfasst am 13. Januar 2016 von .

Nachdem ich im März 2015 Snapchat noch als „Nischen“-Netzwerk bezeichnete, schafft es das ehemalige Sexting-Tool mehr und mehr in die Köpfer von Marketern. Das Messaging-Tool zeigt den Nutzern Bilder und Videos nur für wenige Sekunden bevor diese dann gelöscht werden. So weit, so gut. Bisher war aber unklar, wie Marketer das Tool sinnvoll nutzen können,

Marketing-Abteilungen schienen von Snapchat überfordert zu sein, müssen die Inhalte doch live erstellt werden, was viel Mühe kostet und die keiner mehr nach 24 Stunden einsehen kann. Nichtsdestotrotz erfreut sich Snapchat steigender Beliebtheit und macht Facebook in Sachen Bewegtbildern langsam Konkurrenz. Monetarisieren möchte man das Geschäftsmodell dann zukünftig mit einem Werbenetzwerk: Zeit für Marketern sich näher mit dem Dienst zu beschäftigen.

Noch ein Kanal…wirklich?

Ja, wirklich! Facebook, Twitter und ein bisschen Pinterest werden in Zukunft nicht mehr reichen. Das gilt vor allem beim Erreichen einer jungen Zielgruppe. 52 Prozent der Snapchat Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahre alt. Die gleiche Altersgruppe ist übrigens bei Twitter nur mit 19 Prozent vertreten. Bei dieser Altersverteilung ist es kaum verwunderlich, dass die ersten großen deutschen Snapchatter Dner, TheRealLiont oder Dagi Bee heißen.

Ganz so einfach wie Twitter oder Facebook gestaltet sich die Erstellung des Contents bei Snapchat allerdings nicht. Denn der User möchte nicht stumpfe Produktbilder sehen, sondern eine Geschichte erzählt bekommen. Ein gutes Beispiel ist die Fast-Food-Kette Taco Bell, die regelmäßig Bilder aktueller Menüs auf Snapchat veröffentlicht. Das stärkt nicht nur die Marke, sondern lockt gleichzeitig noch den ein oder anderen Kunden in die Filiale um die Ecke.

Vertrauen ist gut, die passenden Features sind besser

Das Rundum-sorglos-Paket bietet Snapchat für Marketer allerdings noch nicht an. Dazu fehlen Möglichkeiten des Reportings und der zielgruppengenauen Ansprache. Mit Hilfe einer offenen API will Snapchat hier Abhilfe schaffen. So soll es in Zukunft für Unternehmen leichter sein, die Anzeigenwerbung auf Snapchat zu steuern und auszuwertern. Zudem können Call-to-Action-Buttons integriert werden. Der Messanging-Dienst macht es damit Facebook und Instagram nach, die ebenfalls eine offene API anbieten.

Bisher fischt man also bei Snapchat im Dunkeln, was den Erfolg einer Kampagne angeht. Naja, immerhin macht Snapchat glücklicher als Facebook.

Nur was für mutige Marketer

Es gibt aber auch jetzt schon eine Vielzahl an möglichen Anwendungsfällen, die auch ohne Reporting ausprobiert werden können. Wer seine Content-Marketing-Strategie sowieso überdenkt, sollte Snapchat dabei nicht vergessen. Ziel sollte eine Festigung der Marke und eine stärkere Bindung zum (potenziellen) Kunden sein. In Verbindung mit Influencern, wie beispielsweise bekannten Bloggern im jeweiligen Bereich, kann der Start auf Snapchat übrigens leichter fallen. Karstadt Sports macht es vor.

Dennoch ist Snapchat bisher nur etwas für Pioniere. Nicht selten wird die Idee und das Konzept des Messaging-Dienstes belächelt, aber auch Instagram wurde nicht von Anfang an mit offenen Armen empfangen und ist heute eines der größten sozialen Netzwerke weltweit. Also liebe Marketer: Traut euch!

…und für wen Snapchat trotz alledem nichts ist, kann immer noch Whatsapp oder den Facebook-Messenger für den Instant-Commerce-Trend nutzen!

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