Was braucht es für den digitalen Erfolg? – Nachbericht zur Handelskraft Konferenz 2016

Verfasst am 24. Februar 2016 von .

Die Handelskraft 2016 – #HK16 – war von Anfang bis Ende ein absolutes Hochspannungsevent. Unterstützt von Eventtool24 lieferte die Classic Remise Berlin die eindrucksvolle Kulisse für unsere Konferenz für Digital Success: Sie verband eine magische Mischung aus Retro-Fahrzeugen und Klassikern des Autodesigns mit urbaner Industriemoderne, inspirierte die rund 100 Teilnehmer und bildete damit den idealen Rahmen für Diskussionen und regte interessante Debatten über Gegenwart und Zukunft des Digital-Commerce an.

Zahlen lügen nie: Elf Sessions, in denen die Trendthemen im Digital-Commerce vertieft wurden, rund 200 Tweets, aus denen sich ein erfolgreicher Online-Austausch ergab, und vier starke Sponsoren: Adobe, FACT-Finder, Shoplupe und Trusted Shops. Nun wollen wir ein bisschen tiefer in die Themen der Konferenz eintauchen und euch einen Überblick über die wichtigsten Trends des Geschäftserfolgs im Digital-Commerce geben.

Das Leitmotiv – Customer first!

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Illustration: Graphic Recorder Anne Lehmann

Christian Grötsch und Christian Malik, Gründer und Geschäftsführer der dotSource, umrahmten die Konferenz. In seiner Opening Keynote gab Christian Malik eine kurze Einführung in die Prozesse hinter Digitalisierung und digitaler Transformation. Dabei unterstrich er, wie die zunehmende Verbreitung vernetzter Digital-Technologie das Denken und Handeln von Personen und ganzen Gesellschaften verändert. Es ist keine Übertreibung, wenn er das Zeitalter, in dem wir leben, als „digitale Revolution“ bezeichnet. Die Daten, die in den vergangenen beiden Jahrzehnten erzeugt wurden, und die für 2025 prognostizierte Anzahl digitaler Geräte, einschließlich Milliarden von Sensoren, beschleunigen den Wandel unserer Gewohnheiten und Erwartungen. Nun sind neue Geschäftsmodelle nötig, die Kundenbeziehung und –kommunikation in den Fokus rücken.

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Illustration: Graphic Recorder Anne Lehmann

User Experience, agile Methoden und die Anpassung an Trends sind für Christian Malik die größten Herausforderungen für zukünftigen Geschäftserfolg. In der finalen Keynote der Konferenz vervollständigte Christian Grötsch dieses Bild. Verhaltensänderungen und unkonventionelle Kundenerwartungen, die durch smarte Geräte und komfortable Services ausgelöst werden, zwingen Unternehmen dazu, Instant-Commerce-Strategien zu entwickeln. Selbst wenn das eigene Produkt oder Angebot das beste am Markt ist, wird die Fähigkeit, Kundenbedürfnisse zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu erfüllen, zum wesentlichen Erfolgsfaktor. Der Zeitraum zwischen Erwerb und Nutzung eines Produktes wird von den meisten Kunden so gering wie möglich erwartet. Um das leisten zu können, müssen Unternehmen all ihre Prozesse darauf ausrichten und groß denken. Fortschritt ist keine Option – er wird zur Notwendigkeit.

Die Success-Stories – Niemals aufhören, sich weiterzuentwickeln

Der rege Austausch mit Branchenexperten ist eine wertvolle Inspiration für die meisten Entscheider im Unternehmen. Trotzdem ist es häufig schwierig, allgemeine Erkenntnisse und Vorschläge zur Strategie in die eigene Unternehmenswirklichkeit zu integrieren. Hierzu teilten Bernd Behrens von 4CARE und Philip Harm von WÜRTH praktische Einblicke mit dem Publikum. Beide Referenten schlugen vor, zunächst die Unterscheidung zwischen B2B und B2C aufzuheben. Stattdessen ist ihrer Meinung nach B2P – Business to People – der Anspruch der Zukunft.

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Illustration: Graphic Recorder Anne Lehmann

Natürlich unterscheiden sich die Prioritäten von B2B und B2C häufig, dennoch ist das Potenzial, voneinander lernen zu können, unheimlich groß, denkt man etwa an Same-Day-Delivery, Cross-Channel-Strategien, und eine komfortable Customer-Experience. Da sie noch einige weitere Themen gemein hatten, wollen wir uns auf die mit dem größten Business-Impact konzentrieren.

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Illustration: Graphic Recorder Anne Lehmann

Zunächst erklärte Bernd Behrens von 4CARE, wie die Optimierung der mobilen Usability Conversion und Umsätze steigerte. Auch Philip Harm von WÜRTH betonte die Bedeutung eines nutzerzentrierten Einkaufserlebnisses. Wer nicht weiß, wann und wie Kunden die eigenen Produkte kaufen, kann die Usability nur anhand der Trial-and-Error-Methode optimieren. Kostensenkung und Umsatzanstieg können nur durch einen starken „Customer First“-Ansatz erreicht werden. Außerdem schlugen beide vor, Technologie im Hinblick auf Experimentierfähigkeit auszuwählen. Es muss einfach sein, neue Marken, Produkte oder Services einzuführen, weil Unternehmen so neue Ideen kostengünstig testen und das eigene Lerntempo erhöhen können. Bernd Behrens und Philip Harm betonten beide die Bedeutung von unternehmensweitem Wissenserwerb und -austausch. Die einzelnen Geschäftsbereiche und Abteilungen einer Marke müssen eng zusammenarbeiten. Beide waren sich einig, dass es notwendig ist, „das Getrennte zu verbinden“, um den heutigen Wandel voranzutreiben.

Die Sessions – Den Horizont erweitern

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Illustration: Graphic Recorder Anne Lehmann

Johannes Altmann von Shoplupe eröffnete den Sessionteil der Agenda mit seinem Vortrag „Du bist, wo du kaufst!“, in dem er den paradoxden Kunden beleuchtete, der sich, ein E-Bike für 8000 Euro fahrend, um seine Kondition sorgt während er auf Arbeit Junk-Food isst. Es sind die feinen Unterschiede, auf die sich erfolgreiche Händler konzentrieren müssen, wenn es um personalisierte Angebote geht. Unter Berücksichtigung der sozialen und emotionalen Komponenten eines Kaufs und der Bedeutung eines Kundenlebenszyklus, der mit der Wahrscheinlichkeit verbunden ist, einen Laden, Shop oder eine Marke weiterzuempfehlen, wird Vertrauen zur neuen Währung im Handel.

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Illustration: Graphic Recorder Anne Lehmann

Sechs weitere Experten waren dazu eingeladen, ihre Einsichten in einzelnen Sessions, unter denen die Teilnehmer wählen konnten, zu teilen. Die Vielzahl an Themen sollte informieren und inspirieren. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass Kunden heutzutage beides sind: Herausforderung und Chance für den Geschäftserfolg. Digitale Marken müssen das komfortable Einkaufserlebnis während der gesamten Customer-Journey im Auge behalten. Die Speaker zeigten eindrucksvoll, welche Optionen und hilfreichen Tools Onlinehändler individuell wählen können, um Kundenservice und Wachstumsraten à la AMAZON zu schaffen, dem Maßstab für digitale Marken (Adrian Hotz – A. Hotz E-Commerce Beratung).

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Illustration: Graphic Recorder Anne Lehmann

Der erste Schritt besteht im Innovationsdenken (Florian Müller – projectUP!). Wer in erster Linie bereit ist, die eigenen Unternehmensprozesse am Kunden auszurichten, dem können im zweiten Schritt Tools bei der Optimierung helfen. Wie sie das im Speziellen schaffen, indem sie Kundendaten und Automation für ein personalisiertes Einkaufserlebnis nutzen, erklärten Timo Kohlberg von ADOBE, Daniel Planert von FACT-FINDER und Jan Lippert von PRUDSYS in ihren Sessions. Währenddessen beleuchtete Oliver Dahms (DAHMS solutions) Retouren, das andere Ende vieler Customer-Journeys, und zeigte, weshalb es Kosten senken und den Service erheblich verbessern kann, diesen kostspieligen Aspekt von Anfang in das Geschäftsprozessdesign zu integrieren.

Ready to rumble? – Das Trendpanel

Das Handelskraft Trendpanel bildete den finalen Programmpunkt vor der Networking-Party. Unter der Moderation von K5-Gründer und renommiertem Branchenexperten Jochen Krisch sollten die Gäste Daniel Planert (Fact-Finder), Christian Grötsch (dotSource), Oliver Dahms (Dahms solutions), Johannes Altmann (Shoplupe), Adrian Hotz (A. Hotz E-Commerce Beratung) und Philip Harm (WÜRTH) ihre Perspektiven miteinander messen und persönliche Commerce-Trends bestimmen. Überraschenderweise war die Debatte eher eine Zurschaustellung vereinter Kräfte als ein Kampf; eine Tatsache, die jedoch bei den Konferenzteilnehmern sehr gut ankam.

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Illustration: Graphic Recorder Anne Lehmann

In Kürze: Die Zeit des immerwährenden Commerce-Wissens ist vorüber! Kunden und Unternehmen identifizieren und unterscheiden sich durch feine Nuancen, gehören aber weiterhin zu größeren Gruppen und Systemen. Deshalb sind Kollaboration und die kontinuierliche Evaluierung der eigenen Aktivitäten heutzutage die State-of-the-Art-Strategie. Man muss groß denken wie Amazon, aber kleine Schritte schnell machen. Um dies zu erreichen, sind Unternehmen und Kunden auf Vertrauen und Partnerschaften auf Augenhöhe angewiesen, die von attraktiven Angeboten über zufriedenstellendes Fulfillment bis hin zu einfachen Retouren über die gesamte Customer-Journey hinweg alle Erwartungen erfüllen. Die digitale Revolution verändert unsere Gewohnheiten und unser Denken: Sie demokratisiert Zugang und Beteiligung und rückt Best-Practice-Lernen und Innovation in den Fokus.

Wir bedanken uns bei allen Partnern und Sponsoren, dem Team der Classic Remise Berlin, Eventtool24, unserer Graphic Recorderin Anne Lehmann, dem Filmteam von filmreif.biz, allen Speakern sowie allen Gästen, die dieses Event so erfolgreich gemacht haben.

Mehr Trends

handelskraft2016-trendbuchWir hoffen, dass die erste Handelskraft Konferenz bei alle Teilnehmer begeistert und inspiriert hat, den Herausforderungen im Digital-Commerce zu begegnen. Ein umfangreiches Bild über die vorgestellten Trends gibt es außerdem in unserem aktuellen Trendkompass „Handelskraft 2016 – Day One in Digital Commerce“, das hier heruntergeladen werden kann.
 
 

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Eine Reaktion zu “Was braucht es für den digitalen Erfolg? – Nachbericht zur Handelskraft Konferenz 2016”

  1. Handelskraft Konferenz 2016 – digitaler Erfolg ist steuerbar! » Blog für den Onlinehandel

    Am 4. März 2016 um 08:28 Uhr

    […] Industrie-Moderne, bot die Classic Remise Berlin genau die richtige Kulisse, um während der Handelskraft Konferenz 2016 – #HK16 – ins philosophieren zu geraten. Trends, Best-Practices und fachübergreifender Austausch […]

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