Cat Content – Weg mit den Katzenbildern! [Kommentar]

Verfasst am 2. März 2016 von .

Dass man im Internet auffallen muss um Traffic zu generieren, haben die meisten Unternehmen schon mitbekommen. Doch wie gewinnt man den Kampf gegen die Konkurrenz in der Social-Media-Welt? Richtig, mit Cat Content. Dass süße Katzenbilder auf Facebook viele Likes und Shares erhalten kommt nicht von ungefähr, werden doch „Oh“- und „Wie süß“-Emotionen ausgelöst – außer man ist natürlich ein Hundenarr.

Aber Cat Content bezieht sich nicht nur auf Katzenbilder, sondern kann ganz allgemein Inhalt sein, dessen eigentlicher Mehrwert gegen Null geht. So werden Facebook, Twitter und demnächst auch vermehrt Snapchat mit Content gefüllt, der schlichtweg eine Reaktion hervorrufen soll – an sich aber keine Message transportiert. Warum machen Marken und Unternehmen das und wie macht man es besser?

Hau raus, egal wie unbedeutend

Cat Content ist mehr als nur Grumpy Cat und Co.:

Cat-Content, ist Content, der nichts mit dem Unternehmen zu tun hat und keinen Mehrwert bietet, sondern nur Spam generiert. Im Groben sind das also auch alle so gerne gestellten Fragen nach dem Wochenende, dem nächsten Urlaubsziel oder der Lieblingsfarbe der Nutzer – so lange sie nicht einen klar erkennbaren Mehrwert bieten. Kurz: Beiträge, die nur darauf aus sind viel Engagement zu kreieren. – Paul Baumann

Natürlich müssen Unternehmen auch einmal mehr als nur schnöde Produktvorstellungen auf Facebook und Co. teilen. Cat Content ist an sich nichts schlimmes, doch sollte er nur in geringen Dosen an die Fans verteilt werden. Andernfalls gilt man nur noch als Contentschleuder, wie es beispielsweise mit CHIP, einem ehemals seriösen Computermagazin, geschehen ist.

Früher Vorreiter in Sachen neuester Gadgets, Technik und Gerätetests, ist die Facebook-Page von CHIP zu einem Sammelsorium sinnlosen Inhalts geworden. Oft wird auch auf andere Contentschleudern, wie Huffington Post oder Buzzfeed, verlinkt. Was wird damit erreicht? Zwar wird eine neue, sensationsgeile Zielgruppe angesprochen, doch haben alte Fans des ursprünglichen CHIPs das „sinkende“ Schiff längst verlassen. Und dies ist nur ein Beispiel einer verhunzten Content-Strategie.

Die sinnvolle Sinnlosigkeit

Oft wird damit argumentiert, dass der gemeine Internetnutzer das gute alte World Wide Web nur für die Unterhaltung benutzt. Das mag in großen Teilen stimmen, doch muss man deswegen gleich Cat Content en masse teilen? Nein, wer pure Unterhaltung will besucht Seiten wie 9Gag, ausgewählte Sub-Reddits und bei derberen Humor 4chan. Und selbst wenn diese Seiten Nutzern unbekannt sind, hat sicherlich jeder auf Facebook und anderen Kanälen Pages wie „Welcome to the Internet“ und ähnliche abonniert.

Und wenn man ehrlich ist, ist versucht erzwungener Humor – Cat Content also – auf scheinbar seriösen nicht unterhaltsam, das 9Gag-Schmunzeln bleibt aus. Kein Wunder, dass die User solche Posts mit Fragen wie „Hat der Praktikant gerade Langeweile?“ kommentieren.

Alles für die Klickzahlen

Um beim Beispiel von CHIP zu bleiben: Die Änderung der Content-Strategie scheint sich für das „Technik“-Magazin bei über 330.000 Page-Likes zwar auszuzahlen, doch hat sich auch das Image stark geändert. Allgemein kann Cat Content als Geschäftsmodell funktionieren, siehe Huffington Post oder Buzzfeed. Generiert werden Klickzahlen, Likes und Kommentare – was für reine Content-Seiten in Ordnung sein mag, als Händler sollte man davon aber Abstand nehmen und andere, wichtigere KPIs definieren.

Und wenn schon lustige oder unterhaltende Inhalte, dann doch bitte auf die Marke bezogen. Ein Best-Practice bietet beispielsweise der Hersteller von Zuckerrübentechnik ROPA, dessen Videos dem Nutzer zwar kein Schmunzeln aber immerhin ein „Oha“ entlocken. Lustiger geht es hingegen auf der Seite einer der größten Biermarken in Deutschland zu, der Oettinger Brauerei. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, doch schafft es Oettinger in Bildern beziehungsweise kurzen Videos stets die Markenbotschaft zu vermitteln. Getreu der Formel: Brand-Marketing > Cat Content.

Katzen, Hunde und Waschbären sind süß, lustig und können für mehr Likes und Shares sorgen. Einen inhaltlichen Mehrwert liefert Cat Content allerdings nicht, weshalb man damit sehr sorgsam umgehen sollte, sonst verkommen die eigenen Social-Media-Kanäle zur Contentschleuder und das Image leidet. Wieso nicht mal gezielt an einer viralen Kampagne arbeiten?

Wie digitalisiert man das Marketing sonst?

handelskraft2016-trendbuchDie Digitalisierung von Marketing und Vertrieb kann indes mit ganz anderen Methoden vorangetrieben werden – dazu braucht es weder Grumpy Cat noch Good Advice Duck. Was 2016 im E-Commerce und Marketing angesagt ist, findet man in unserem aktuellen Trendbuch 2016 „Day One in Digital Life“. Das komplette Trendbuch kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

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