SEO: Tippen oder Sprechen? Das ist die Frage! [5 Lesetipps]

Verfasst am 4. April 2016 von .

Child with laptop

© Sergey – Fotolia

Verbraucher verwenden regelmäßig mobile Endgeräte für die Suche. Im Grunde genommen unterscheidet sich das Eingeben von Keywords im Browser und die daraus resultierende Liste von Suchergebnissen nicht vom Desktop-Erlebnis. Die verschiedenen Suchergebnisse stimmen ziemlich gut mit den Fragen der User überein und lassen sie, zumindest in den meisten Fällen, die richtige Antwort finden. Allerdings könnte die zunehmende Verbreitung von virtuellen persönlichen Assistenten und Spracherkennungstechnologien wie Siri, Google Now, Cortana oder Alexa die Art und Weise ändern, wie User mit ihren Geräten interagieren. Dadurch müssen SEO-Anforderungen neu gedacht werden.

Anstieg mobiler Suche

In Wahrheit sind Sprachschnittstellen zu Computern keine neue Idee. Programme, die gesprochene Worte in Text umwandeln, sind bereits seit etwa 25 Jahren für PC-Nutzer verfügbar und Programme, die die menschliche Stimme simulieren können, gibt es sogar noch länger. Trotzdem haben die Fehler in der Spracherkennung und den Robot-Sprachmustern eine wirklich menschenähnliche Konversation mit einem Computer bislang unmöglich gemacht.

Was ist also neu? Siri, Google Now, Alexa oder Viv wurden dank der Angleichung von Basistechnologien möglich, die kleinere und kosteneffizientere Prozessoren, größere Bandbreiten, neuronale Netzwerke, Smartphones und Cloud-Computing umfassen. Fast jeder angebotene Assistenz-Service ist auf eine leistungsfähige Suche angewiesen. In Anbetracht jener virtuellen Assistenten, die auf Mobilgeräten verfügbar sind, zeigt sich eine interessante Tendenz: Die Zunahme mobiler Suche.

Aufgrund der stetigen Zunahme mobiler Suchanfragen in den USA schätzt eMarketer, dass die Rate mobiler Suchanfragen die der Suche via PC im Jahr 2016 übersteigen wird, bei einer Zahl von bis zu 177,8 Millionen Nutzern mobiler Suche in den USA. Beide Umstände sorgen dafür, dass die Verbraucher mit ihren Geräten sprechen, ihnen Befehle geben und letztlich durch komfortable Ergebnisse Zeit gewinnen.

Von Siri zu Viv

Der Pionier Siri kann Fragen beantworten, Nachrichten senden, Anrufe tätigen, durch OpenTable Essensreservierungen vornehmen und vieles mehr. Auf der anderen Seite kann Alexa, integriert in Amazons Echo, unter anderem Kochtipps geben, Musik streamen und Amazon-Produkte nachbestellen.

Der Prototyp von Viv zielt nun darauf ab, auf allen Geräten verfügbar zu sein und sie alle ohne die Nutzung von Google zu verbinden, da die Suche direkt vom eigenen Verzeichnis aus erfolgt. Je mehr Händler und Services sich beteiligen, umso mehr Ergebnisse können gefunden werden. Ähnlich nimmt auch die Qualität der Suchergebnisse zu, je länger ein Verbraucher die Suchfunktion schon nutzt.

In jedem Fall ist es trotzdem wichtig, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und zu verstehen, dass dieser Prozess vor allem Zeit braucht, speziell um die User ins Boot zu holen. Laut der Erhebung nutzen 37 Prozent der Smartphone-User regelmäßig einen digitalen persönlichen Assistenten. Trotzdem ist es noch ein langer Weg, denn immerhin nutzt ein Drittel der Befragten den Service aus dem einfachen Grund nicht, weil er nicht zur Verfügung steht, und 17 Prozent haben zwar die Option, einen solchen Assistenten zu nutzen, haben den Dienst aber einfach noch nie ausprobiert.

Folgen für SEO

Geschriebene Sprache ist nicht dieselbe wie gesprochene. SEO und Marketing-Content werden neu definiert, wenn Verbraucher Apps mit Stimmerkennung oder virtuelle persönliche Assistenten nutzen.

Die Hauptunterschiede:

  • Verbraucher nutzen eher komplette Fragesätze/Umgangssprache als Stichworte.
  • User erwarten direkte, natürliche Antworten.
  • Long-Tail-Keyword-Optimierung wird wichtiger als Short-Tail.
  • Der Schwerpunkt liegt eher auf satzbasierter Suche als auf Keywords.
  • Semantische Suche und Keyword-Tagging.
  • Fragewörter nutzen: Was, warum, wie, wer, wann, wo.
  • Verstärkte Konzentration auf optimierte Videos und Bilder.

Da Anfragen über digitale Assistenten umgangssprachlicher formuliert sind, werden auch Websites, die Umgangssprache nutzen, in der Ergebnisliste besser abschneiden. Einfachheit, Prägnanz und die Suchfunktion auf der Website werden außerdem zu wichtigen Faktoren für das Suchmaschinenranking.


Weitab von reiner Fiktion würde es mich nicht wundern, wenn wir uns zukünftig in einer Welt wiederfinden, in der Mensch und Maschine anhand natürlicher gesprochener Sprache miteinander interagieren. Welche sozialen Auswirkungen können wir dann erwarten?
 
 
Werden Beziehungen zwischen Mensch und Maschine, wie in Her (2013), einem Film, in dem sich ein Mann in ein durch eine weibliche Stimme personifiziertes KI-Computersystem verliebt, zur Normalität?

Es wird sich zeigen, ob sich virtuelle persönliche Assistenten als profitabel erweisen und welches Geschäftsmodell sich als das geeignetste erweist. Vielleicht ist die Monetisierung der Personal-Assistant-Apps Shazam und SoundHound ein Weg.

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