Netzfund: Riss in der Matrix – das Web-Adressbuch

Verfasst am 20. Mai 2016 von .

“Kennen Sie auch das Problem? Sie geben ein Stichwort bei Google ein und bekommen schon wieder tausende Trefferseiten. Kein Grund zum verzweifeln!” So beginnen zwei charmante, junge Damen das Promo-Video zum Web-Adressbuch. Ich habe lang über die Antwort auf ihre Frage nachgedacht. Das Ergebnis schwankte zwischen: “Nein!”, “Nein, wtf?!” und “Nein, ich weiß, wie man Google benutzt.”

Irgendwo, jenseits der digitalen Elite und Netz-Gentrifizierer, zu denen ich mich auch zähle, scheint der Markt für ein Web-AdressBUCH!!! zu existieren. Gedrucktes Internet. Beziehungsweise eher so etwas in der Art “curated browsing”. Ein Hauch von Computerbild, 28k-Modem und 90er Jahre. Ein Segen für Alle, die noch filtern lassen – nämlich radikal von rund 900 Millionen!! (Quelle: statista) Websites weltweit auf überschaubare 5000 (Fünftausend!!!). So viele hat man für das Web-Adressbuch ausgewählt und katalogisiert. Das ist doch ein handhabbarer Blick auf die Welt. Ich freue mich schließlich auch, wenn ich in meinem 3-Band-Meyers-Lexikon von 1997 nichts über Google, dafür aber die Twin-Towers in New York lese. #WikipediaDiePestAnDenHals

An dieser Stelle soll es genug der Digital-Arroganz sein. Wer weiß, welche Inhalte uns dereinst in Tablet-Form – das Gerät! Nicht die Medikamente!!! – dargereicht werden. Tief im Herzen bin ich glücklich, dass ich nun ein gutes Buch lesen kann ohne das Internet zu verlassen und Lesezeichen endlich wieder mehr als ein Browser-Tab sind. Oder so Ähnlich 😉
Man kann das Buch auch bei Amazon bestellen. Mir ist allerdings unklar, wie man ohne das Web-Adressbuch dorthin kommt.

Hier noch das Video & ein schönes, digitales Wochenende

(18 Bewertung(en), Schnitt: 4,83 von 5)
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Kategorie: Netzfund der Woche


2 Reaktionen zu “Netzfund: Riss in der Matrix – das Web-Adressbuch”

  1. Daniel

    Am 25. Mai 2016 um 17:04 Uhr

    Sehr amüsant geschrieben. Bin begeistert.

    Neben dem tollen Video gibt es auch Telefonate um Firmen und Kunden zum Eintrag in das Buch zu bewegen. Inhalt: “Ihre Seite ist super, sodass wir Sie gerne mit aufnehmen. Herzlichen Glückwunsch. Sie können gerne noch Screenshots etc. hinzufügen, sodass Ihre Seite noch mehr hervorgehoben wird. Kostet nur …” Dann habe ich aufgelegt.

  2. Laura Kohlmann (m.w. Verlag)

    Am 3. Juni 2016 um 09:38 Uhr

    Lieber Oliver Kling,

    wir freuen uns, dass Sie sich trotz anfänglicher Skepsis mit dem Web-Adressbuch befasst haben und sogar Ihre Freude am Blättern in einem Buch wiedergefunden haben.

    Ich muss Sie jedoch „enttäuschen“, denn das Web-Adressbuch gibt es mittlerweile auch schon als E-Book mit direkt verlinkten Adressen, sodass man gleich auf die gewünschte Seite weitergeleitet wird ?
    Keiner zweifelt an, dass Sie wissen, wie man Google benutzt. Allerdings darf man a) nicht nur von sich selbst ausgehen, sondern muss an die große Masse der Bevölkerung denken und b) geht es nicht nur darum, eine gefilterte Übersicht an redaktionell geprüften Web-Seiten zu erhalten, sondern eben auch ganz viele neue Geheimtipps zu entdecken, die selbst Experten wie Sie noch nicht gekannt haben. (Sagt z.B. auch das PC Magazin: „Auch Internet-Freaks können hier noch so manchen Geheimtipp entdecken, der bei den Suchmaschinen im Netz kaum zu finden ist.“)
    Der große Vorteil ist eben, dass man gar nicht erst ein Stichwort zum Suchen braucht, sondern einfach durch das Buch blättert (oder das E-Book klickt) und man so noch auf ganz neue Bereiche stößt. Es gibt so viele tolle (und verrückte) Web-Seiten, nach denen man garantiert nie aktiv gesucht hätte!

    Für alle, die das Web-Adressbuch mal testen möchten gibt es jetzt einige Themenbereiche als kostenloses E-Book!
    [an dieser Stelle wurde durch Handelskraft ein werbender Link entfernt]

    @Daniel: Herzlichen Glückwunsch, dass Ihre Seite auch ausgezeichnet worden ist. Das heißt, dass die Seite nach einer intensiven Prüfung durch unsere Redaktion tatsächlich zu einer der 5.000 besten deutschen Web-Seiten gehört. Und ja, man kann sich besonders schön mit Screenshot im Buch und online präsentieren – aber das ist ja nur ein Zusatzservice, der nicht entscheidend für die Aufnahme in unsere Auswahl ist! Fühlen Sie sich doch einfach geschmeichelt, dass uns Ihre Web-Seite so gut gefallen hat, dass wir Sie sogar persönlich kontaktiert haben.

    PS: Vielen Dank für das Kompliment „charmante, junge Dame“. Habe mich sehr gefreut.

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