Nachhaltiger Trend: Der Markt für die Smartphone-Wiederverwendung hebt ab [5 Lesetipps]

Verfasst am 13. Juni 2016 von .

Source: pexels.com

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Im vergangenen Jahrzehnt ist der Smartphone-Markt stetig gewachsen. Die Leute kaufen Smartphones, seit sie erhältlich sind. Trotzdem verlangsamen sich die Smartphone-Verkäufe, da die westlichen Märkte wie auch der chinesische langsam gesättigt sind. Die Nachfrage hat ihren Höhepunkt überschritten. Die Leute interessieren sich nicht mehr für Flagschiffmodelle, sondern für billigere Geräte aus zweiter Hand. Nachhaltigkeit wird zum Trend. Und hat einiges Potenzial. Doch wer wird den Kampf gewinnen?

Gartner rechnet mit einem großen Einbruch in der Wachstumsrate der Smartphone-Verkäufe und prognostiziert, dass diese von 14,4 Prozent im Jahr 2015 auf nur 7 Prozent im Jahr 2016 sinken wird – mit weltweit nur 1,5 Milliarden gelieferten Geräten in diesem Jahr.

Was sind die Hauptgründe?

  • Der Anreiz für Kunden, sich jährlich ein neues Gerät zuzulegen, ist geringer geworden.
  • Neue Geräte bieten nur schrittweise Upgrades über bestehende Hardware.
  • Betreiber haben sich davon entfernt, Upgrades zu bezuschussen.
  • In China sind die Erstkäufer verschwunden; das Wachstumspotenzial liegt hier nun im Upgrade-Markt.

Potenzial des Markes für gebrauchte Smartphones

Parallel dazu sagt Deloitte Global voraus, dass Verbraucher im Jahr 2016 schätzungsweise 120 Millionen gebrauchte Smartphones direkt verkaufen oder in Zahlung geben, wodurch die Besitzer bei einem Durchschnittspreis von 140 US-Dollar pro Gerät insgesamt mehr als 17 Milliarden US-Dollar generieren. Das ist eine Zunahme von 50 Prozent im Vergleich zu 80 Millionen gebrauchten Smartphones, mit denen 2015 gehandelt wurde; zu einem Gesamtwert von 11 Milliarden US-Dollar, bzw. einem durchschnittlichen Preis von 135 US-Dollar.

Anders Baarman, Country Manager/Finland bei der Redeem Group, deren Hauptgeschäft im Recycling und Großhandel von gebrauchten Mobilgeräten liegt, nennt zwei Gründe für das wachsende Potenzial dieses Markts.

Zunächst weist er auf den wachsenden Wohlstand der Schwellenländer und den Aufschwung der Mittelklasse hin. Es gibt heute viele, die ihr erstes Mobilgerät kaufen können:

“Die Nachfrage nach einem hochwertigen Smartphone aus zweiter Hand ist außerordentlich.”

Zweitens erklärt Baarman, dass der aktuell sehr kurze Lebenszyklus von Smartphones der zweite Aspekt ist, den es zu beachten gilt.

“Es gibt einen offensichtlichen Trend bei Verbrauchern, das neuste Modell besitzen zu wollen. Der wesentliche Anreiz ist für Verbraucher der Verkauf des alten Modells. Reseller, die Inzahlungnahme der alten Geräte anbieten, machen es für Verbraucher sehr bequem, zum neusten Modell zu wechseln.”

Nachhaltigkeit und Innovation

Mit dem Vorantreiben der nachhaltigen Geschäftsstrategie durch Innovation, Aktivierung und Ethik engagiert sich die Redeem Group für die Reduktion von Elektronikabfall. Doch wie genau funktioniert das und vor allem, welchen Mehrwert bietet Redeem?

Wie Baarman gegenüber Handelskraft erklärt, handelt Redeem nicht nur mit Waren:

“Wir verpflichten uns, unseren Kunden über verschiedene Kanäle innovative Lösungen für Inzahlungnahme, Rückkauf und Kundenservice zu bieten.”

Auf die Frage nach konkreteren Maßnahmen erklärt Baarman, dass Redeem derzeit in Großbritannien gemeinsam mit O2 Europas größtes Re-Commerce-Programm anbietet und betont den Wert des Projekts:

“Innerhalb dieses Programms wurden mehr als 1,6 Millionen Geräte recycelt, mehr als 100 Millionen Pfund wurden an Kunden ausgezahlt und weitere 4 Millionen Pfund wurden für wohltätige Zwecke gespendet.”

Dieses Best-Practice im Second-Hand-Geschäft gibt einen Einblick in die Zukunft dieses attraktiven Markts. Ein verstärkender Aspekt besteht darin, das Beste aus dem Bemühen um Nachhaltigkeit zu machen und das weltweite Interesse daran zu nutzen. Gleichzeitig wird dabei noch ein anderes Problem angegangen: Es gibt mehr elektronische Geräte als Menschen!

Herausforderungen

Trotzdem sieht sich dieser aufstrebende Markt einigen Herausforderungen gegenüber. Die Branche ist abhängig von den neusten Technologien und dem, was die Anbieter auf den Markt bringen. Die Preise für Neugeräte beeinflussen zweifellos auch die Preise im Re-Commerce. Insgesamt, so Baarman, “ist es schwer, die nahe Zukunft der Branche vorherzusehen, was für Unsicherheit sorgt.”

Was meint ihr? Denkt ihr darüber nach, euer Smartphone zu verkaufen? Falls ja, warum? Teilt eure Erfahrungen mit uns!

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