Wie modernisiert man Systemlandschaften im E-Commerce?

Verfasst am 21. Juni 2016 von .

Systemlandschaft modernisieren

Quelle: pexels | Bearbeitung: dotSource

Eines der schönsten Worte im interaktiven Handel, ist der Begriff der Systemlandschaft. Wie vor einem Bergpanorama hält man andächtig inne. Egal, ob schroffe Anhänge oder unverrückbare steinerne Strukturen mit wenigen Gipfeln. Täler und Höhlen mit vereinzelten Hütten und schier unüberwindbaren Schluchten dazwischen. Bergmassive, die das Wetter und somit den Ernteerfolg ganzer Regionen bestimmen. Eine ähnliche Faszination und Bildsprache lässt sich auch auf IT-Systeme und eben ihre Verzahnung als Landschaft sowie den darunter verborgenen Geschäftsprozessen anwenden. Dann halten IT und Business-Consultants für gewöhnlich andächtig inne. Eine weitere Parallele, wenn auch bewusst überspitzt: Wie in der Geologie haben auch manche Systemlandschaften von Händlern und Herstellern die Eigenschaft sich nur langsam – gefühlt über Millionen von Jahren – zu verändern. Doch es geht auch anders.

In einem der letzten Artikel bin ich auf die Verknüpfung von ERP- und Shopsystem eingegangen und habe dort auch die drei Phasen der E-Commerce-Landschaft eingeführt. Zur Erinnerung: Phase 1 beschreibt Online als separaten Kanal. Das Business liegt führend im ERP. Phase 2 dreht dieses Verhältnis durch den Boom im Onlinehandel. Viele Funktionalitäten wandern ins Shopsystem. Phase 3 wird durch den Kunden bestimmt. Nicht Kanäle und Systeme bestimmen den Blick, sondern die individuellen Bedürfnisse des Kunden. Systeme werden demokratisiert und als kombinierte Lösung verstanden. Getragen wird diese Entwicklung in erster Linie durch Digitalisierungsprozesse und die Verwendung digitaler Lösungen in allen Geschäftsbereichen.

Moderne Systemlandschaften: modular und Best-of-Breed

Die Tech-Buzzworte moderner Systemlandschaften heißen: Enterprise Service Bus, YaaS, Synaptic Commerce, Modularisierung, API-Layer, Microservices und Schnittstelle. Damit
lassen sich Funktionen und Unternehmensbereiche aus der bestehenden Lösung herauslösen, entwickeln und anpassen, ohne andere Teilsysteme zu gefährden. Die digitale Transformation hat den Fokus von der Softwarelösung auf die zu verarbeitenden Daten verschoben. Sicherzustellen, dass digitale Informationen zwischen den Systemen bequem ausgetauscht werden können, muss oberste Priorität besitzen.

Denn, was hilft es, wenn Kundensegmente aus der CRM-Lösung nicht – oder nur durch händischen Export – für die Marketing-Automation genutzt werden können? Wie schnell werden Kunden frustriert sein, wenn sie für die Paketverfolgung den Kundenservice anrufen müssen, anstatt den Tracking-Link automatisiert zu erhalten?

Wer gerade erst im interaktiven Handel startet hat heute eine schier unbegrenzte Auswahl an kleinen Speziallösungen und umfangreichen Suites. Allesamt – auch die einst monolithischen Enterprise-Lösungen – kommunizieren innerhalb und außerhalb der Lösung über Standardschnittstellen wie REST. Auch ökonomisch sind flexible, modulare Best-of-Breed-Ansätze wegen der guten Kostenplanbarkeit für neue oder kleine Projekte mit großen Wachstumschancen attraktiv. Händler und Hersteller können so den größten Teil ihrer Denkleistung ins Design interner Business-Prozesse stecken.

Datenqualität – mit der Single Source of Truth zur Customer Engagement Plattform

Die dritte Generation von E- Commerce-Plattformen bietet die höchste Flexibilität. Was aber, wenn die bestehende Systemlandschaft der ersten oder zweiten Generation entspricht? Rien ne va plus – nichts geht mehr? Sollte man sich damit abfinden, als E-Commerce-Dino zu sterben? Keineswegs, denn neben der Wahl des Tods, können sich Händler und Hersteller auch für den – wenn auch nicht ganz unaufwändigen – Weg der Modernisierung entscheiden.

Die saubere Verknüpfung der verschiedenen Systeme entwickelt die eigene Systemlandschaft zur modernen »Customer-Engagement-Plattform«

Die saubere Verknüpfung der verschiedenen Systeme entwickelt die eigene Systemlandschaft zur modernen »Customer-Engagement-Plattform«

Wer hat und wer benötigt welche Daten? Eine tiefe Analyse des Ist-Zustands der gesamten Unternehmung ist der erste Schritt in Richtung Wandel. Anschließend muss festgelegt werden, welches Teilsystem die führenden Daten hält sowie zukünftig halten und bereitstellen soll und in welcher Frequenz diese Daten mit anderen Datengebern und Datennachfragern synchronisiert werden. Stichwort: Single Source of Truth. Dadurch werden interne Unternehmenseinheiten zu Kunden im Unternehmen. Zusätzlich sinkt das Risiko mangelnder Unterstützung durch die Mitarbeiter, neue Systeme zu benutzen, da das Business-Design ihren Nutzen in den Mittelpunkt stellt. Gesamtunternehmerisch werden Transparenz und Effizienz erhöht sowie Frustration durch Fehlentscheidungen minimiert.

Erst zu diesem Zeitpunkt sollten Systeme evaluiert werden. Genügt es das Shopsystem zu wechseln? Lohnt es das Shopsystem zu behalten, dafür aber ein neues ERP zu implementieren? Wagt man den ganz großen Wurf und migriert Stück für Stück im Rahmen einer vollkommenen Ablösung der bestehenden Systemlandschaft? Setzt man auf die Kombination kleiner Lösungen oder bedarf es zumindest einer Enterprise-Lösung, die sich modular erweitern lässt? Im Rahmen dieser Erwägungen sollten vor allem die zukünftigen Möglichkeiten für das eigene Geschäftsmodell eine zentrale Rolle spielen. Lassen sich beispielsweise aus der Bereitstellung eines Self-Service-Portals für Kunden auch interne Unternehmensprozesse modernisieren?

Die Transformation bzw. Modernisierung der Systemlandschaft kann gelingen und hält jede Menge Möglichkeiten der eigenen Geschäftsentwicklung bereit! Fünf Herausforderungen gilt es dabei zu beachten:

  • Geschäftsmodelle bis hin zur Unternehmenskultur neu denken
  • Nahtlose Integration aller Systeme (intern und extern)
  • Datensilos auflösen bzw. optimal miteinander vernetzen
  • Wirtschaftlich und effizient bleiben trotz großer Komplexität
  • Neues Know-how: mehr IT- und Datenkompetenz

Brücken über die Täler der Systemlandschaft

E-Commerce mit Microsoft DynamicsViele Unternehmen verlassen sich weiterhin auf ihr ERP-System als zentralen Datentanker. Dabei kommt neben der im DACH-Raum stark vertretenen Lösung von SAP auch häufig Microsofts Dynamics ERP-Lösung zum Einsatz. ERP-Systeme zu wechseln trauen sich nur wenige Unternehmen. Dennoch ist auch ohne den Lösungswechsel erfolgreicher moderner E-Commerce möglich, der Brücken über die Täler der Unternehmensabteilungen und Business-Prozesse schlägt. Wie man erfolgreich im E-Commerce mit Dynamics Navision und Dynamics AX ist, zeigen wir in unserem aktuellen Whitepaper, dass hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

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