Fashion, Sommer, Sale! – Was für ein Dilemma! [5 Lesetipps]

Verfasst am 4. Juli 2016 von .

Source: Sung Kuk KIm - Fotolia.com

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Der Sommer ist da und die langersehnten Ferien stehen vor der Tür. Die neue Jahreszeit erreicht auch die Thermometer und bewegt nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Grundlagen vieler Brands. Jedes Jahr beginnen die Verkaufsaktionen früher, um ahnungslose Kunden einzufangen. Eine flexible aber nachhaltige Preisstrategie, eine klare Positionierung sowohl online als auch offline sowie die Optimierung von zentralen Prozessen wie Erreichbarkeit, Lieferung und Retouren machen im harten Wettbewerb während der heißesten und gefeiertsten Verkaufszeit des Jahres den Unterschied aus.

Wie gewöhnlich um diese Zeit des Jahres warnt der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels – kurz BTE – vor den Konsequenzen verfrühter Sale-Aktionen. Schon seit Mai werden Kunden unnötigerweise mit einer großen Zahl an “Sale”-Schildern konfrontiert. Und das, obwohl der Sommer erst letzte Woche begonnen hat und noch zwei Monate vor uns liegen, während derer sich Strandparties und Badeausflüge um das zehnfache vermehren werden. Genau dann – und nicht vorher – ist die Zeit, in der Preise wettbewerbsorientiert und niedriger sein sollten, denn dann wollen Kunden sich so oder so neu einkleiden und Schnäppchen jagen.

“Zudem zeigt die Erfahrung gut geführter Unternehmen, dass allzu frühe Reduzierungen nur wertvolle Roherstragspunkte kosten und in ihrer Wirkung auf den Saisonabverkauf meist verpuffen,“ warnt die Organisation.

Dilemma! Online oder Cross-Channel?

Eine virale Influencer-Kampagne oder ein innovativer Flagship-Store sind nur zwei Beispiele der neusten Strategien, die verfolgt werden, um sich an die Spitze der Fashion-Branche zu setzen, einem sehr umkämpften und intensiven Markt, in dem die Player sich einiges einfallen lassen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Laut einer Studie vom IFH Köln, KPMG und BTE wird der Online-Anteil im Fashion-Sektor bis 2025 von 21 auf 36 Prozent steigen; stationäre Geschäfte sind die Leidtragenden dieser Entwicklung.

Hier zeigt sich das Dilemma: Traditionelle Player wie Inditex oder H&M setzen derzeit verstärkt auf den E-Commerce-Kanal als einen günstigeren Weg, das Umsatzwachstum zu treiben. Im speziellen Fall des spanischen Unternehmens verfolgt man ein Cross-Channel-Konzept, das sowohl Filialen als auch Online-Aktivitäten integriert, um den Erwartungen der Kunden besser gerecht zu werden, anstatt die stationären Geschäfte außen vor zu lassen. So können Kunden ihre Onlinebestellungen in der Filiale abholen oder wieder abgeben, smarte Ankleiden und Selbstbedienungs-Checkouts nutzen.

Wie schon Aristoteles meinte: “Tugend ist die goldene Mitte zwischen zwei Extremen” – die Verbindung beider Seiten führt zum Sieg. Genau das zeigt auch der letzte ECC-Markenmonitor. Alle Fashion-Brands in den deutschen Top Ten bieten durch die Präsentation von Produktvideos oder eine “Shop the Look”-Funktion und die Optimierung von Cross-Channel-Services wie Online-Verfügbarkeitsabfragen oder die Möglichkeit, einen Termin zu vereinbaren, ein reibungsloses Kundenerlebnis.

In welchem Fall auch immer, die genannten Best-Practices können auf jeden Fall dazu beitragen, während der Sale-Saison, die mit besonders überfüllten Geschäften einhergeht, schnelleren und effektiveren Kundenservice zu liefern. Allerdings verlangt eine richtige Cross-Channel-Strategie auch die Integration technischer und unternehmenerischer Prozesse, um auf allen Seiten potenzielle Verwirrung zu vermeiden.

Prozesse anpassen

Um Verbraucher während des Sommer-Sale zufriedenzustellen, müssen Händler es vermeiden, die Geduld ihrer Kunden zu sehr zu strapapzieren. Daher sollten Versand- und Retourenprozesse angepasst und vereinfacht werden, um für den Kunden, der sich etwa mit seinem Tablet in der Hängematte oder am Pool entspannt und auf sein Paket wartet, nicht zum Ärgernis zu werden. Um die Kundenzufriedenheit zu steigern, kann es helfen, die Ressourcen für unprofitable Kunden zu reduzieren oder durch Prämien zur aktiven Beteiligung an Bewertungen zu motivieren.

Der Kunde ist König. Er ist der Pförtner, der entscheidet, wer rein darf und wer nicht. Um die Eintrittskarte zu bekommen, muss das Vertrauen der Kunden gewonnen werden. Es geht nicht darum, nach Schwierigkeiten zu suchen, sondern darum, Lösungen zu finden und die Customer-Journey leichter zu machen. Der Fashion-Markt belohnt nicht den Besten, sondern den Smartesten. Entsprechend der aktuellen Studien scheint es ein vielversprechender Zug zu sein, auf das Cross-Channel-Szenario zu setzen und alle Teile zusammenzubringen. Allerdings gilt hier nicht die Regel der Einstimmigkeit. Worauf würdet ihr setzen?

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