Der B2B-Handel muss einen mutigen Schritt wagen, den Wandel annehmen und digital werden: Ein Rückblick auf das 30. ECC-Forum 2016

Verfasst am 27. September 2016 von .
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Die Digitalisierung im B2B-Handel ist derzeit ein vieldiskutiertes Thema, nicht nur aufgrund der Spannung, die es erzeugt, sondern auch wegen der Komplexität, die seiner Entwicklung und Ausführung innewohnt. Aus diesem Grund, gepaart mit dem guten Eindruck, den das letzte ECC-Forum bei mir hinterließ, erreichte ich die Kölner Balloni-Halle voll positiver Erwartungen und mit dem Ziel, starke Botschaften und praxisnahe Ansätze zu hören. Und ich muss sagen, dass meine Vorstellungen erfüllt wurden.

Zum wahren “Transformer” werden

Um direkt zur Sache zu kommen, gab Dr. Kai Hudetz einen Überblick über den Status quo des B2B-Handels und vermittelte allen B2B-Unternehmen anhand verschiedener Best Practices eine klare Botschaft: Nur wer es versucht, kann zum wahren “Digital Transformer” werden. Der Geschäftsführer des IFH Köln führte hierbei Amazon (und Amazon Business) als bestes Beispiel für Innovation an.

Einem ähnlichen Ansatz folgend begann Karl Wehner (Alibaba) seine Präsentation mit einer großen Wahrheit, die sich zu einem Hauptmantra des Forums entwickelte: “We need to embrace change.” Er beleuchtete übersichtlich die Geschichte des asiatischen E-Commerce-Giganten und stellte dessen ungeheure Größe anhand beeindruckender und umfassender Zahlen und Fakten zur Schau. In Bezug auf die nackten Zahlen war das zwar wirklich eindrucksvoll, allerdings fehlten mir persönlich die Anhaltspunkte dafür, was genau Alibaba dafür tut, um sein Ziel zu erreichen, 102 Jahre zu bestehen.

Ein Blick in die Zukunft des B2B

Um den Status quo zu ändern, ist ein vollständiges Verständnis dessen nötig, was verändert oder revolutioniert werden muss. Dies ist eine der zentralen Erkenntnisse, die ich aus der Presentation von René Dreske (Hans Soldan) mitnehmen konnte, gemeinsam mit einer Liste notwendiger Zutaten, um das Rezept für digitalen Erfolg in die Praxis umzusetzen: ein klarer USP, eine Cross-Channel-Vision und eine große Portion CEM (Customer-Experience-Management). Zweifellos ein gutes Beispiel, dem man folgen sollte.

Digital ist weit mehr als E-Commerce

In einer weiteren herausragenden Session erläuterte Dr. Thorsten Harzer, Head of E-Commerce bei Qiagen, sehr konkret, wie ein traditionelles B2B-Unternehmen digital werden und dabei vielversprechende Ergebnisse erzielen kann. Seine Präsentation war eine Inspirationsquelle und zeigte nicht nur die Initiativen, die bereits auf allen Ebenen umgesetzt sind (wie ein amazonähnliches Feature, das die Onlineshopverkäufe um 5 Prozent steigerte), sondern auch die kommenden Herausforderungen, in deren Mittelpunkt drei Kernaktivitäten stehen: Workflow-Konzepte, ein Customer-Engagement-Portal und die Integration von Produktempfehlungen.

Auch die Präsentation von Thomas Heim (Bosch Power Tools) stach dank der visuellen Herangehensweise an die agilen Methoden, die auf ein crossfunktionales Team angewandt werden, hervor. Der Senior Vice President Brand Positioning & Distribution erachtet agile Kooperationsmechanismen als essentiell, um die der Digitalisierung eigenen Veränderungen sowohl innerhalb als auch außerhalb von Unternehmen zu bewältigen.

Startup-Cases

Der finale Teil der Veranstaltung präsentierte die Cases zweier vielversprechender Startups: Pinpools und Mapudo. Das erste Unternehmen will den Bedarf der Branche an einer Plattform decken, die Anbieter und Käufer zusammenbringt und ihnen erlaubt, das passendste Angebot bzw. Gesuch schnell und bequem zu finden. Auf der anderen Seite wagt Mapudo mit seinem Marktplatz den Schritt in die Herausforderung, Stahl direkt online zu vertreiben.

30 Events und 15 Jahre ECC-Forum

Obwohl ich eher das “Wie” als das “Was” vermisst habe, konnten die starken Sessions die größten Herausforderungen erhellen, der sich die Branche stellen muss, und Unternehmen mit Tipps und ermutigenden Botschaften versorgen, um eine digitale Transformation anzugehen, die als unvermeidlich erachtet wird.

Bevor sich schließlich die letzte Networking-Möglichkeit bot, wurde auf Partymodus umgeschaltet – schließlich galt es, das 30. Event in 15 Jahren zu feiern. Sekt und Konfetti bildeten den Höhepunkt eines Tages, der sich wirklich gelohnt hatte. Ich freue mich schon auf das nächste ECC-Forum am 6. April 2017, bei dem dann wieder B2C im Vordergrund stehen wird. Wer sich das nicht entgehen lassen will, findet hier weitere Infos.

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