Digital Transformieren im B2B – Menschen und Produktdaten

Verfasst am 15. September 2016 von .

bau.digital-recap-headAm 08. September feierte ein neues Veranstaltungsformat der dotSource in Berlin Premiere. Erstmalig gab es mit der BAU.digital ein Branchen-Event speziell für Baustoffhersteller und -händler zum Thema E-Commerce und Produktdatenmanagement, unterstützt von CONTENTSERV und Intershop. Produktdaten sind der goldene Content im B2B und der Schlüssel für erfolgreichen Multichannel-Handel. Wie man diesen notwendigen ersten Schritt der digitalen Transformation meistert, Hürden überwindet und Fallstricke vermeidet, war thematischer Dreh- und Angelpunkt des Networking-Tages.

Nix geht ohne Menschen

Die digitale Transformation umgibt uns. Am meisten spüren und erleben wir sie täglich beim Blick aufs Smartphone. Das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten der Kommunikation und des Konsums sind mittlerweile Normalität. Wir nutzen digitale Systeme zu unserem Vorteil und zur Unterhaltung.

Digitale Systeme zu gestalten ist allerdings eine Hürde. Darin waren sich die anwesenden Baustoff-Mittelständler einig. Erfolg – manchmal über mehr als 100 Jahre – im traditionellen Handwerk sind selten eine Quelle von Veränderung und Innovation. Digitale Systeme zum eigenen Vorteil zu nutzen und ihre Potentiale zu erkennen, das müsse erst gelernt werden und erfordert auch innerhalb der Branche neue Berufsbilder.

Als eine der größten Herausforderungen wurden Verantwortlichkeiten identifiziert. Wer ist für die Einführung eines Systems verantwortlich? Wer ist für das Füttern des Systems verantwortlich? Wer identifiziert Nutzer und Interessengruppen und bringt sie gemeinsam an einen Tisch? Insbesondere auf Geschäftsführer-Ebene und im Management sei hier noch jede Menge Aufklärungsarbeit notwendig, um dabei zu helfen neue Perspektiven auf bestehende Geschäftsmodelle zu etablieren.

Quelle: Forrester

Quelle: Forrester

Wichtigstes Argument: 66% der B2B-Einkäufer recherchieren online und kaufen offline. Hersteller und Händler, die den Informationsdurst des ROPO-Käufers nicht nutzen, lassen hohe Umsatzpotentiale ungenutzt.
 
 
 

Nix geht ohne Produktdaten

Was im B2C schon lange unter dem Slogan “Content is King!” firmiert und die aktuellen Entwicklungen im interaktiven Handel in Richtung Content-Commerce peitscht, war auch die Erkenntnis der BAU.digital. (Produkt)Content is King! Die Website des Baustoffherstellers, ebenso wie der Multichannel Onlineshop des Baustoffhändlers – beide benötigen Inhalte, um die Bedürfnisse des Kunden zu befriedigen. Ein Fenster, dass der Handwerker nicht bestellt, weil er es nicht findet ist dabei ebenso frustrierend wie ein Fenster, das nicht passt, weil die übermittelten Produktdaten fehlerhaft sind.

Erfolgreicher B2B-E-Commerce in der Baubranche kommt nicht an Kanalexzellenz vorbei! Zumal gutes Produktdatenmanagement nicht nur potentielle Mehr-Umsätze erzeugt, sondern auch Kosten durch Effizienzsteigerung senkt. Hinzu kommen Möglichkeiten die eigenen Daten zu speziellen Kundenservices, wie Self-Service-Portalen und Tutorials – weiterzuentwickeln und Kunden so stärker an die eigene Marke binden zu können.

Außerdem spielte das Thema Internationalisierung von Produktdaten eine Rolle. Die Erkenntnis, die hagebau E-Commerce Bereichsleiter Oliver Arp in seinem Vortrag mit den Herstellern teilte, lautete: Ein Großteil der Endkunden spreche Türkisch, Polnisch oder Russisch besser als Deutsch. Sicherheitshinweise, Verarbeitungstipps, technische Daten – all jenes sollte auch in der Sprache des Kunden verfügbar sein.

PIM-Projekte im Mittelstand

Wie die erfolgreiche digitale Transformation mit Hilfe von Produktdatenmanagement-Systemen aussehen kann, präsentierten Ludger Busch von GEDORE und Reiner Drewes von ELTEN. Beide lieferten Praxis-Einblicke, die die meisten Gäste fast 1:1 aus ihrem eigenen Arbeitsalltag kannten. Hier wurde deutlich, welche Arbeitserleichterungen diese Systeme bedeuten, insofern das PIM-Projekt unternehmensweit und sowohl durch die Nutzer, als auch durch die Geschäftsführung Unterstützung erfährt.

Hilfreich war aus dieser Perspektive dann ebenso der Beitrag von André Wolf über das richtige Vorgehen bei der Systemauswahl. Er unterstrich die Aussagen von Oliver Arp, der die Einführung eines PIM mit einem Eisberg verglich. 90% der Aufwände seien zunächst unsichtbar und lägen unter der Wasseroberfläche. Dennoch sollte man besser zu früh, als zu spät beginnen.

Schlussendlich wurde auf der BAU.digital ein breites Bild erfolgreichen digitalen Handels gezeichnet. Einziger Wehmutstropfen: Zwei Teilnehmer klagten unabhängig voneinander darüber bis heute an ihren Firmenstandorten kein Internet zu haben oder “nur 1000er DSL”. Der Wille zur Digitalisierung der Unternehmer scheitert hier an der infrastrukturellen Rückständigkeit des Exportweltmeisters Deutschland. Hoffen wir, dass sich bis zur nächsten BAU.digital hier etwas tut.

PIM-Anbieter und -Systeme im Vergleich

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