Digitaler Handel ist ein Teamsport! – Drei Tipps zur Transformation

Verfasst am 25. Oktober 2016 von .

„Früher war alles…“ – jaja, schon gut. Auch im digitalen Handel hört man diesen Satz allenthalben. Was denn „früher“ nun genau „alles“ besser, einfacher, schöner war, das hängt dann jedoch vom individuellen Standpunkt des Satzgebers ab. Händler und Hersteller ohne einen Funken Digitalität in ihrer Unternehmens-DNA meinen „den Handel“, andere wiederum meinen die Zeit, in der ein Webshop noch zum Internetglück genügt hat.

Das Traurige daran: Immer, wenn dieser Satz gesprochen wird, verlieren die Sprecher Zeit. Nicht sehr viel Zeit, aber genügend, um den Wettbewerb in rasender Geschwindigkeit an sich vorbeiziehen zu lassen.

Digitaler Wandel ist heute ein Teamsport. Und zwar Champions League! Die Akteure auf dem Spielfeld und in der Coaching-Zone müssen eine Einheit bilden. Wie kann das gelingen?

1. Strategie vor Tooling

Die Systemlandschaft auf Seiten der Händler und Hersteller hat sich in den letzten Jahren enorm verbreitet. ERP-, Warenwirtschafts-, CRM-, E-Commerce-, Marketingsystem und viele mehr. Doch auch die Angebotsseite ist unübersichtlicher geworden und innerhalb von 5 Jahren um 1000% gewachsen. Der Totschläger der informierten Systemauswahl lauert dann im Marketingtext.

Am Ende werden die Tools dann doch häufig ähnlich als digitale Wunderpillen angepriesen. Steigern Sie ROI und Conversion. Nutzen Sie Daten und personalisieren Sie automatisch ohne Aufwand. Klingt gut – aber eben auch zu schön, um wahr zu sein.

Digitale Tools – selbst mit künstlicher Intelligenz ausgestattet – denken eben doch nicht für uns und die Auswahl doktert kurzfristig an den Symptomen herum. E-Mails nicht personalisiert? CRM- und Mailing-System müssen her. Und im Shop? Das CRM muss aufgebohrt werden. Und die Social-Media Daten? Liegen im dritten Tool.

Heute mehr denn je basiert gelingender digitaler Handel auf einer konkreten Strategie. Einer Strategie, die die verschiedenen Abteilungen, Informationen und Ziele ganzheitlich betrachtet und größere Zusammenhänge löst. Erst dann können budgetbasiert sinnvoll Systeme ausgewählt werden.

2. Teams statt Silos

Marketing, Vertrieb, Produktion, IT, Verwaltung, Management – in traditionellen Unternehmen bis heute sauber getrennte und hierarchisch organisierte Silos. Die Annahme: Es hat Vorteile, wenn die Bereiche ohne externe Ablenkung ihre Arbeit und Ziele perfekt umsetzen können. Das Problem: Es gibt keinen geschützten Raum, in dem es keine externen Effekte gibt!

Das bedeutet, dass die Informationen und Ziele von Abteilung A auch Auswirkungen auf Abteilung B haben. Informationen aus Abteilung B hätten Abteilung C zu anderen Ergebnissen geführt. Kurzum: Die Abteilungssilos der Unternehmen verpassen Synergie-Effekte und erzeugen Mehraufwände.

Die Lösung bieten lean Management Strukturen mit offenen, cross-funktionalen Teams, die agil zusammenarbeiten. Klingt nach mittlerem Management? Ist es aber nicht! Im Gegensatz dazu weitere Hierarchie- und Verantwortungsebenen einzuführen beteiligt man die betroffenen Teams und Mitarbeiter direkt an der Lösungsfindung.

Im Ergebnis werden Prozesse, Ziele und Methoden transparenter und können schneller und flexibler an Veränderungen angepasst werden. Ähnlich des Toolings bedarf es auch hier einer konsequenten Transformationsstrategie. Vereinzelt Abteilungen zu vernetzen beweist sich auch hier als pures herumdoktern an den Symptomen.

3. Fokus auf Zielgruppe und Services

Auch 2016 gibt es noch Unternehmen, die fragen, wie man in den Onlinehandel einsteigt und Amazon besiegt. Die Antwort lautet: Gar nicht! Warum auch? Wozu ein zweites Amazon, wenn es schon eins gibt? Doch Amazon gewinnt nicht überall. Schließlich verdient der Gigant nur jeden zweiten Euro im Netz. Grund genug sich auf den ersten Euro zu fokussieren.

Gelingen kann das nur mit spitzer Zielgruppe, Content-Marketing und exzellentem Service. Outdoor-Jacken, exquisite Spirituosen, Baustoffe, Computer-Zubehör – gibt es alles bei Amazon und bei kleineren Händlern. Der Trick liegt nun in der Spezialisierung. Amazon mag schnell liefern und günstige Preise anbieten. Doch das kann man schlagen.

Die Auswahl der Alternativprodukte, der Service – Beispiel Outdoor-Jacken – die richtige Jacke zu finden, hochwertiges Targeting und bewegender Content, das macht online den Unterschied. Verknüpft mit stationären Services – Click&Collect, In-Store-POS oder kanalübergreifende Rabatte – lässt sich nachhaltig Unternehmenserfolg entwickeln.

Gepaart mit unternehmerischen Strukturen, die Innovation und Flexibilität fördern und einer Strategie und Tools, die es ermöglichen Veränderungen schnell umzusetzen ist in der Commerce-Champions-League noch der Meistertitel zu holen.

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