Mangelnde Qualifikation – noch immer ein großes Hindernis bei der digitalen Transformation [5 Lesetipps]

Verfasst am 24. Oktober 2016 von .

Quelle: Sergey Nivens - Fotolia

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Digitale Transformation, Change-Management und agile Methoden sind Begriffe, die einem unweigerlich in den Sinn kommen, wenn man darüber nachdenkt, wie Unternehmen den sich aus Innovation und Digitalisierung ergebenden Herausforderungen begegnen können. Führungskräfte scheinen zu wissen, wie entscheidend diese Begriffe für die Zukunftschancen ihrer Unternehmen sind. Trotzdem kommen sie noch nicht in Bewegung oder beginnen im besten Fall gerade mit der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Was noch beunruhigender ist: Sie vergessen, dass qualifiziertes Personal der Schlüssel zur erfolgreichen Transformation ist, während Technologien und Daten reine Enabler darstellen.

Der digitale Wandel beginnt beim Personal

Laut einer Studie der Technischen Universität München und SAP sehen 80 Prozent der Führungskräfte die digitale Transformation als wichtigen Bestandteil der gesamten Unternehmensstrategie. Dennoch haben nur 35 Prozent von ihnen bereits eine Digitalisierungsstrategie definiert. Gleichzeitig gaben nur 10 Prozent der Befragten an, dass ihr HR-Team ein Recruitment- bzw. Trainingsprogramm einsetzt, um die Qualifikationslücke zu schließen.

“Die digitale Transformation wirkt sich auf ein breites Spektrum an Kompetenzen aus, die gleichzeitig vorangebracht werden müssen,”

erklärt Dr. Helmut Krcmar von der TUM.

Genau dies ist eine der zentralen Schlussfolgerungen der kürzlich veröffentlichten IFH-Studie “Shift happens – Wie die digitale Transformation die Anforderungen an das Personal verändert”, bei der 144 Führungskräfte führender deutscher Handelsunternehmen befragt wurden.

Die Mehrheit der Befragten ist sich darin einig, dass die Kompetenzen des Personals verbessert werden müssen, um die Lücke zwischen dem aktuellen Qualifikationsstand der Mitarbeiter und der zu erreichenden Zielsetzung zu schließen. Wie die Grafik unten zeigt, gilt es bei den drei Topkompetenzen (Lernbereitschaft, Veränderungswille und die Fähigkeit, Gegebenes zu hinterfragen) noch größere Lücken zu schließen als bei den restlichen Qualifikationen.

Quelle: IFH Köln

Quelle: IFH Köln


Im Zusammenhang damit zeigt die Studie außerdem, dass die Mehrheit der Führungskräfte, denen die Bedeutung der Schulung ihres Personals bewusst ist, auf internen Wissensaufbau setzt. Aktuell suchen vier von zehn Befragten digitale Talente zunächst innerhalb des eigenen Unternehmens, damit das relevante Know-how in jeder Abteilung vorhanden ist. 29 Prozent der Führungskräfte fördern den Austausch zwischen den Abteilungen, wie etwa IT oder E-Commerce.
 
In diesem Zusammenhang meint Prof.Dr. Werner Reinartz, Direktor der IFH-Fördergesellschaft:

„Personal weiterzubilden ist zwar nachhaltig, aber auch vergleichsweise langsam. Im gegenwärtigen Umfeld, wo Schnelligkeit zählt, sollten Unternehmen besser auf einen Mittelweg setzen: Sowohl internen Austausch und Weiterbildung forcieren, aber auch digitales Know-how von extern hinzuziehen, durch neue Mitarbeiter oder die Zusammenarbeit mit Dienstleistern“.

Handeln ist ein Muss

Auf die eine oder andere Weise müssen Unternehmen reagieren und auf qualifiziertes Personal setzen, wenn sie nicht hinterherhinken wollen. Zwar kann man damit beginnen, sein Geschäftsmodell zu verändern, wenn die eigenen Mitarbeiter aber nicht darauf vorbereitet sind, diese Veränderungen zu bewältigen, wird die digitale Transformation scheitern.

Daher sollten Unternehmen dringend bestehende Positionen neu definieren und neue Funktionen schaffen, um auf die Herausforderungen der Digitalisierung zu reagieren. Eine dieser Herausforderungen besteht im sich zunehmend verändernden Arbeitsumfeld, das für das digitale Arbeitsleben so charakteristisch ist. Um sich dieser Dynamik anpassen zu können, sind Digital-Kompetenzen unerlässlich.

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