Die Punkte smart verbinden, um in der Ära der Daten erfolgreich zu sein – Ein Rückblick auf den Global Internet of Things Kongress

Verfasst am 20. Dezember 2016 von .

CESIS_Banner_Blog In unserer zunehmend vernetzten Welt ist das Internet of Things zu weit mehr als einem Buzzword geworden. Es hat hohe Erwartungen geschürt, aber auch viele Fragen aufgeworfen. Um einige dieser Fragen zu beantworten und das wahre Potenzial der Technologie zu diskutieren, fand am 13. und 14. November der erste Internationale VDI-Kongress zum Internet of Things in Berlin statt.

Laut McKinsey hat das Internet der Dinge bis 2025 mögliche wirtschaftliche Auswirkungen von 2,7 bis 6,2 Billionen US-Dollar. Angesichts dessen war das allgemeine Gefühl, das ich während des zweitägigen Kongresses wahrnahm, eine Mischung aus Begeisterung und Skepsis.

Begeisterung, weil die verschiedenen vorgestellten Use-Cases (Fahrstühle, Züge, Stromnetze, Autos) exzellente Ergebnisse aufweisen konnten, die Prognosen sehr optimistisch und die Vorteile enorm sind, die Entwicklung der Technologie bislang sehr komplexe Prozesse (Deep Learning) vereinfacht und die bereits am Markt vorhandenen IoT-Lösungen (AWS, Cisco, Telekom) dafür sorgen, dass wir positiv in die Zukunft blicken können.

Welche Industrien führen den Weg des IoT an?

Aus den Präsentationen des Kogresses ging hervor, dass das Internet der Dinge aktuell in zwei verschiedenen Bereichen Anwendung findet. Einerseits bereichert es unser Leben mit intelligenten Lösungen zur Hausautomation (durch die Steuerung der Temperatur oder die Überwachung des Energieverbrauchs), zur Digitalisierung unseres Alltags (durch die Nutzung von Wearables oder Smartphones) und zur Verbesserung unserer Mobilität (durch vernetzte Autos, präzisere Karten und neue Transportmittel).

Andererseits sorgt die Anwendung des Industrial Internet of Things (IIoT) für smartere Lieferketten und Logistik (durch Tracking oder Blockchain) und präzisere Produktions- und Betriebsprozesse (etwa durch Predictive Maintenance).

Vor diesem Hintergrund investieren derzeit vor allem Industriezweige, die mit Mobilität, Landwirtschaft, Telekommunikation, IT und Gesundheit in Verbindung stehen, mehr Zeit und Ressourcen in IoT-Technologien (obwohl ich an dieser Stelle sagen muss, dass eine sehr mächtige Branche, nämlich das Militär, unerwähnt geblieben ist).

Welcher IoT-Strategie gilt es zu folgen?

Eine der inspirierendsten Keynotes hielt meiner Meinung nach Dr. Shoumen Datta (MIT), der dem Publikum einen Perspektivwechsel empfahl: “Anstatt zu fragen, was IoT für Sie tun kann, sollten Sie fragen, was Sie für IoT tun können”. Unternehmen sollten also zunächst ein wirkliches Problem bzw. einen Bedarf identifizieren, bevor sie beginnen, eine IoT-Stratgie zu entwerfen.

Ein zweiter wichtiger Aspekt zum Thema IoT-Strategie besteht darin, eine Antwort auf ein Dilemma zu finden, das in aller Munde war und dem Prof. Dr. Frank Piller (RWTH Aachen) Ausdruck verlieh: “Eine Plattform oder eine App sein, das ist hier die Frage”.

Drittens ist es essenziell, vom Beginn jedes Produktlebenszyklus an hohe IT-Sicherheitsstandards zu haben, nicht nur, da sie der größte Enabler der Digitalisierung sind, sondern auch, um ein längeres Produktleben zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang ist die Cloud der bevorzugte Platz für sichere Daten.

In diesem Ökosystem werden Daten zur neuen Währung. Die Möglichkeit, die relevanten Daten, die an jedem Touchpoint generiert werden, intelligent zu analysieren, soll neue Geschäftsmodelle entstehen lassen und bestehende neu definieren. Daher gibt es auch reichlich Bedenken im Hinblick auf die Rolle, die Daten in dieser Landschaft spielen sollten. Auch das war ein vieldiskutiertes Thema während der Konferenz.

Nach den World-Café-Sessions (ein hervorragendes Konzept, um bestimmte Themen in kleinem Kreis zu besprechen) und den zahlreichen Networking-Gelegenheiten muss ich sagen, dass unter den Teilnehmern sowohl Optimismus als auch Skepsis herrschte. Warum? Weil das Internet der Dinge noch immer in den Kinderschuhen steckt. Es gibt noch viele Wege zu entdecken und zahlreiche Anwendungen können erst dann eingesetzt (und profitabel) werden, wenn viele technologische, aber vor allem auch rechtliche und soziale Einschränkungen, die das Internet of Things am Fortschreiten hindern, gelockert (oder beseitigt) werden. Das braucht allerdings noch Zeit.

Kurz gesagt gaben die Präsentationen den Teilnehmern insgesamt einen umfassenden Überblick über die Entwicklungen in der Welt des Internet der Dinge. Ich persönlich kann die innovativen und praxisnahen Konzepte dieses ersten internationalen VDI-Kongresses zum Internet of Things nur loben. IoT-Technologien wurden dabei für zahlreiche Branchen als revolutionär eingeschätzt. Daher werden wir bei Handelskraft ihre Entwicklung natürlich weiter verfolgen und warten schon jetzt gespannt auf den nächsten Global Internet of Things Kongress!

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