Setzt sich die Subscription-Economy langfristig durch? [5 Lesetipps]

Verfasst am 19. Dezember 2016 von .

Quelle: Screenshot von OTTO Now

Quelle: Screenshot von OTTO Now

Mehr und mehr Menschen nutzen Abo-Programme für Rasierklingen oder Kaffee, Streamingdienste für Musik und Filme oder Co-Working-Spaces. Zugang statt Besitz ist eine Forderung, die das Konsumverhalten von Millennials und jüngeren Generationen antreibt und damit den bisherigen Status quo in Frage stellt. Das Potenzial, das darin steckt, ist enorm. Der erste namhafte Player, der hierbei einen großen Schritt wagt, ist OTTO mit der Plattform OTTO Now. Über sie können Kunden Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, E-Bikes oder auch PlayStations für einen Mindestzeitraum von drei Monaten mieten. Ob das Modell Erfolg hat, wird sich erst noch zeigen.

Bislang lässt sich sagen, dass die Subscription-Economy als Ausdruck der sogenannten Sharing-Economy, die hauptsächlich von Startups und Visionären getrieben wurde, bei den Verbrauchern Akzeptanz findet, während gleichzeitig Technologien weiterentwickelt werden, um bestehende Abo-Modelle zu verbessern und neue entstehen zu lassen. Doch wo liegen die wirklichen Chancen für Abo-Modelle? Sind “Everything as a Service” und “Pay as you go” bloß Hypes oder werden sie mit der Zeit Schritt halten?

Wesentliche Vorteile und Anwendungsfälle

Dank des großen Einflusses von AirBnB, das zeigte, dass authentischer Tourismus in den Wohnungen und Häusern Normalsterblicher residiert, und Uber, das die Auto-Industrie derart revolutionierte, dass Carsharing zum “next big thing” wird, fanden Solidarität, Großzügigkeit und Menschlichkeit ihren Weg zurück in die Vorstellung der Öffentlichkeit.

Verbraucher sind sich Fragen der Nachhaltigkeit inzwischen weitaus bewusster und achten mehr auf ihre Ausgaben. Daher macht es Sinn, dass Modelle wie OTTO Now Abonnenten die Möglichkeit bieten, weniger Abfall zu produzieren, ihren Haushalt und ihr Leben besser zu verwalten. Selbst die Nutzung saisonaler Produkte und Impulskäufe können effektiver kontrolliert werden und das tatsächliche Ausprobieren von Waren wird auf das nächste Level gebracht. Wer hat noch nicht daran gedacht, die PlayStation 4 mal für einen Monat zu testen oder sich ein E-Bike für die heißen Sommertage zu mieten?

Wer glaubt, dieses Modell ließe sich nur auf Haushaltsgeräte anwenden, irrt. Es wird überraschend vielfältig und auch in weniger naheliegenden Branchen eingesetzt. So vermietet etwa das führende Spielzeugverleih-Unternehmen Pley sehr erfolgreich Spielsachen und ermöglicht es Eltern damit, Geld zu sparen, Unordnung zu vermeiden und etwas für die Umwelt zu tun.

Angesichts der Tatsache, dass der Lebensstandard in vielen Ländern dramatisch gesunken und die Mobilität gleichzeitig erheblich gestiegen ist, bieten Startups wie Bundles Pay-per-Use-Abomodelle für Waschmaschinen, Wäschetrockner und Spülmaschinen. Damit wird das Unternehmen den gegenwärtigen Bedürfnissen von Studenten, Reisenden oder Menschen mit geringerem Einkommen gerecht.

Laut Gartner haben Abomodelle das Potenzial, Geschäftsergebnisse und betriebliche Effizienz zu verbessern, indem sie planbaren Umsatz liefern und es ermöglichen, Kosten vorab zu kalkulieren. Um hierbei jedoch erfolgreich zu sein, ist es notwendig, Mehrwert zu bieten und die Kundenbedürfnisse im Blick zu behalten.

Technologie als Enabler

Die Entwicklung von IoT-Technologien und die Verbesserung der Blockchain werden, neben anderen Technologien, die präzisere und praktischere Umsetzung einer Reihe von Abomodellen ermöglichen, die hochperformant sein und für eine gerechtere Ressourcenverteilung sorgen sollen. Gerade Entwicklungsländer haben dabei einiges zu melden, wie der Erfolg des kenianischen Startups M-KOPA Solar zeigt: Mit Solarstrom-Heimsystemen, bestehend aus einem Solarmodul, einem Multi-Device-Ladegerät, einem Radio, einer Pay-as-you-go-SIM-Karte und Leuchten, versorgt das Unternehmen bislang 300.000 westafrikanische Haushalte, die zuvor ohne Strom waren, mit Energie.

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