Die Macht bewegter Bilder – Contentmarketing mit Video

Verfasst am 7. Februar 2017 von .

Das Fernsehen begleitet uns seit Jahrzehnten. Wir haben uns daran gewöhnt, die Welt mit Hilfe der Mattscheibe zu entdecken, doch die Zeit der Straßenfeger ist längst vorüber. Mobiles Internet und mobile Endgeräte – Notebooks, Tablets und Smartphones – sorgen dafür, dass wir bewegte Bilder unserer Wahl immer konsumieren können, wenn uns danach ist.
 
Die Zahl an Smartphonebesitzern steigt rasant. Die Qualität der verbauten Kameratechnik verbessert sich exponentiell. Mobiles Internet wird schneller und besser verfügbar und die sozialen Netzwerke sind eine beliebte Bühne. Unter diesen Bedingungen ist es ein Leichtes, Video-Content zu erzeugen und mit der ganzen Welt – sogar live und in 360° – zu teilen. Gerade die sozialen Netzwerke treiben die Renaissance der Weisheit: »Ein Bild sagt mehr als tausend Worte«. Es stellt sich die Frage: Wie viel sagen dann erst Tausende bewegter Bilder?

Content Marketing schreit nach Video

Der Konsumfokus der Nutzer auf Videos hat immense Folgen für Händler und Hersteller. YouTube verarbeitet über 3 Milliarden Suchanfragen pro Monat. Das ist mehr als Bing, Yahoo, Ask und AOL zusammen, was den Videodienst zur zweitgrößten Suchmaschine der Welt macht. Im Marketing-Mix und der SEO-Strategie darf YouTube nicht mehr fehlen!

Dabei konsumieren über eine Milliarde Unique Visitors insgesamt circa sechs Milliarden Stunden Video-Content im Monat. Über 50 Prozent der Zugriffe erfolgen mobil mit einer durchschnittlichen Nutzungszeit von über 40 Minuten. Tendenz steigend! Video-Content wird außerdem durch Google und Facebook besser bewertet und so häufiger an die Nutzer ausgespielt. Content-Marketing im Jahr 2017 ohne Video? Viel Glück!

Denn Videos haben einen riesigen Vorteil: Sie zeigen präzise und akkurat, wie man Schritt für Schritt zu einem Ergebnis kommt. Beispielsweise begeistert @buzzfeedtasty auch unbegabte Küchenchefs mit einfachen Rezepten auf Facebook. Doch auch für B2B lohnt Video. Die Funktionsweise und Wartungsanleitungen komplexer Maschinen als Video anzubieten setzt sich ebenso durch wie das Funktions-Showrooming der Outfit-Kollektion von Würth.

Live und direkt statt dann und perfekt

Jeder, der mit ihm zu tun hat, weiß: Der digitale Nutzer ist sehr anspruchsvoll! Er erwartet, dass seine Wünsche und Bedürfnisse so schnell und effizient wie möglich befriedigt werden. Verursacht wurde sein Verlangen nach Unmittelbarkeit durch die Allgegenwart des Informationsreichtums des Internets. Jederzeit abrufbar via Smartphone.

Die technischen Facetten seines mobilen Computers machen den Nutzer jedoch nicht nur zum Konsumenten und Empfänger von Inhalten, sondern gleichermaßen zum Sender und Content-Creator. Insbesondere die Qualität der eingebauten Kameras verhelfen ihm zur Befriedigung seines Sendungsbewusstseins.

Das Potential des Self-Broadcasting erkannten die Macher der App Meerkat Anfang 2015 als Erste. Anbieter, wie der zu Twitter gehörende Dienst Periscope folgten und bieten Live-Video-Sendung und -Konsum überall, zu jeder Zeit, für alle Nutzer.

Der Hype um den Periscope-Dienst ist berechtigt. Innerhalb von vier Monaten zählte man bereits über 10 Millionen Nutzer. Egal, ob im Hochformat via Smartphone- Kamera oder im Querformat mit der GoPro Actioncam – Live-Video macht uns zu freien Reportern unserer individuellen Geschichte.

Auch Facebook setzt voll auf Video. Die Live-Video-Funktion der App lässt Sender und Empfänger in den direkten Dialog treten. Live-Bewertungen und Live-Kommentare verbinden Marken und Kunden so unmittelbar wie nie zuvor.

Live-Videos sind direkt und ungeschönt. Sie erzeugen eine Form von Nähe und Beteiligung, der man sich nicht entziehen kann. Ob man gemeinsam mit der Chewbacca-Mom Tränen vor Lachen teilt oder geschockt während des Türkei-Putsches oder der Schießereien in Minnesota Anteil nimmt.

Die Kombination aus Video-Streaming und sozialen Netzwerken hat großen Einfluss. Nicht nur auf die Art und Weise, wie wir uns informieren und teilhaben, sondern auch, wie wir uns zukünftig mit Marken und Services austauschen.

Was macht Live-Video-Streaming zum Werkzeug erfolgreicher Markenkommunikation?

  • Es ist authentisch
    Es ist live, direkt und ungeschönt Wenn Land Rover Testfahrten live streamt, können Fans das Fahrzeug und seine Eigenschaften aus erster Hand erleben.
  • Es bietet Kundenzugang
    Nutzer erwarten die Möglichkeit, sich direkt informieren zu können. So bietet die National Basketball Association (NBA) Basketballfans den direkten Draht zu den Spielern, um ihre Fragen zu stellen

Snapchat – das Sprachrohr der Kreativität

Wird Snapchat das wichtigste Marketing-Tool der Zukunft? Über 100 Millionen Nutzer täglich und die kostbare sowie digital einflussreiche Zielgruppe der Generation Z sprechen dafür. Dagegen spricht, dass Snapchat anders funktioniert als die bekannten sozialen Netzwerke.

Wichtigster Unterschied: Inhalte sind vergänglich. Sie sind nur einmalig konsumierbar. Viele Marken schreckt das ab, investiert man doch ungern in wenige Sekunden Aufmerksamkeit.

Zusätzlich erfordert Erfolg auf der einst als Sexting-App verrufenen Plattform ein Höchstmaß an Originalität und kurzfristiger Kreativität. Wer das nicht schafft, wird von der jungen Zielgruppe übersehen.

Erfolgreiche Markenkommunikation betreiben Red Bull, Cedar Point Amusement Park und Walmart auf Snapchat. Sie haben es verstanden, ihre Markengeschichte spannend und unterhaltsam in die Möglichkeiten der Plattform zu übersetzen. Die Marke wird so Teil der Nutzererfahrung.

  • Red Bull kennt seine Zielgruppe. So feierte man den letzten Tag des Sommers mit speziellen Snapchat-Filtern und ermutigte die eigene Community, die so entstandenen Inhalte fleißig zu teilen.
    Gesponsort. Authentisch. Unterhaltsam.
  • Cedar Point punktete mit einer Geistersuche »Cedar Point Catch-a-Ghost« an Halloween. Die Herausforderung bestand darin, während eines Screenshots einen Geist zu fangen. Als Belohnung gab es Cedar-Point-Gutscheine für die ersten fünf erfolgreichen Nutzer.
    Gamification. Branding. Kundenbindung.
  • Walmart.com nutzte Snapchat, um seine Kundenbasis während des Black-Friday-Sales zu erweitern. Gemeinsam mit vier ausgewählten Influencern war es das Ziel, über die erstellten Inhalte der Nutzer (User-Generated Content – UGC) das Markenimage positiv aufzuladen. 6,7 Millionen Story-Views und durchschnittlich 49.675 Views pro Snap belegen den Erfolg.
    Authentisch. Branding. Kundenbindung.

Für 37 Prozent der Zielgruppe zwischen 18 und 24 Jahren ist Snapchat in den Top 3 der meistgenutzten Apps. Über alle Altersgruppen schafft die App es bei 70 Prozent der Nutzer in die Top 10. Mit diesem Wachstum könnte Snapchat auch dem Fernsehen Konkurrenz machen. Serien, wie iam.serafina vom Bayerischen Rundfunk, gibt
es schon.

Marketing und Vertrieb digitalisieren

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5 Reaktionen zu “Die Macht bewegter Bilder – Contentmarketing mit Video”

  1. Jens

    Am 7. Februar 2017 um 13:32 Uhr

    Interessanter Artikel! Konnte auch schon feststellen, das Videos im Blog sehr gut funktionieren.

  2. Patrick

    Am 7. Februar 2017 um 15:39 Uhr

    Toller Beitrag – dank dir dafür erstmal.
    Ich finde das Videos in Blogs die interaktionen und die abspruchzeit sehr verbessern

  3. Jens

    Am 15. Februar 2017 um 12:33 Uhr

    Mir persönlich ist es nur schon häufiger auf anderen Webseiten passiert, dass ich durch Videos auf Youtube hängen geblieben bin. Das wäre dann natürlich eher suboptimal.

  4. Oliver Kling

    Am 15. Februar 2017 um 16:45 Uhr

    In Kombination mit AdWord-Anzeigen auf Youtube kann das sogar sehr optimal sein. Die eigene Marke ankert an verschiedenen positiven Video-Emotionen des Kunden. Stichwort: Subtile Persuasion

  5. J.S.

    Am 27. April 2017 um 20:41 Uhr

    Tja, sehr schade, wenn man ein Thema verfolgt, welches leider gar nicht für Videos geeignet ist bzw. gar gegenteilig orientiert ist – die Fotografie 😀 Naja, ist ja auch nur eine von vielen Strategien…

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