Internet of Things: Der Tech-Trend für den Mittelstand

Verfasst am 1. Februar 2017 von .

Viele deutsche Unternehmen scheinen die Sache mit der Digitalen Transformation verstanden zu haben – subjektiv und aus den gesammelten Erfahrungen der letzten Monate heraus gesprochen. Und das nicht nur im B2C-, sondern auch im B2B-Bereich. Da wäre beispielsweise Würth: Mit Wucato bringt man etwas Start-Up-Wind ins Unternehmen und zu Beginn dieses Jahres wurde bekannt, dass man weitere 60 „Online-Spezialisten“ einstellen will.
 
Doch was macht der Mittelstand? Auch der digitalisiert sich mehr oder weniger. Oft geht es dabei um die Beziehung von Herstellern zu Händlern. Während man sich überraschenderweise oft in den übergeordneten Strukturen, Geschäftsmodellen oder Vertriebskanälen verliert, bleibt eines auf der Strecke: Das Fünkchen Liebe zum Detail. Ein Beispiel dafür ist das Internet of Things: Bei vielen Herstellern und Händlern würde IoT einen tatsächlichen Vorteil mit sich bringen.
 
Doch wie soll man so etwas angehen? Lohnt sich IoT überhaupt oder ist das nur wieder so eine Luftblase windiger Berater aus fernen Großstädten? Verständliche Fragen, liegt der Fokus mittelständischer Unternehmen doch vorerst auf dem großen Ganzen und weniger auf den Details. Dabei ist das komplette Thema IoT ein wettbewerbsentscheidender Stützpfeiler bei sämtlichen Digitalisierungsvorgehen… oder?

Internet of… was?

Was früher ein Mensch gemacht hat, übernimmt ein Gerät. So ungefähr könnte man den kompletten IoT-Bereich in einem kurzen Satz zusammenfassen. Im B2C-Bereich gibt es bereits eine Vielzahl an „hippen“ IoT-Gadgets, wie beispielsweise den Amazon Dash Button oder die Gillette-Box für das Nachbestellen von Rasierklingen. IoT-Geräte vereinfachen Prozesse: Musste ich früher meinen Rechner hochfahren oder mein Smartphone aus der Tasche ziehen, betätige ich ein Bedürfnis nun direkt vor Ort mit einem Knopfdruck. Analyst Gartner definiert IoT wie folgt:

The Internet of Things (IoT) is the network of physical objects that contain embedded technology to communicate and sense or interact with their internal states or the external environment.

Die Kommunikation mit der Umgebung passiert schließlich über Zugang zum Internet. Die ist eine wichtige Abgrenzung, sind beispielsweise Geräte und Sensoren im Smart-Home-Bereich nicht automatisch IoT-Gadgets. Doch kontrolliert man Temperaturen, Lüftung etc. über das Smartphone und über das Internet, zählen auch solche Geräte zur IoT-Landschaft. Und bekannterweise hat das IoT nicht nur Vorteile, sind die Geräte doch prädestinierte Ziele von Hackern. Auch die in der Cloud gesammelten Daten könnten für manche interessant sein. Was bei der Gillette-Box nur finanziellen Schaden verursacht, kann im Bereich von autonomen Fahrzeugen mehr als gefährlich werden. An der IoT-Sicherheit wird und muss noch gearbeitet werden.

IoT und Industrie 4.0

Auch wenn einige den Begriff Industrie 4.0 nicht mehr hören können, ist dieser doch stark mit IoT verbunden. An mancher Stelle ist sogar vom „Industrial Internet of Things“ zu lesen. Wie im privaten Bereich dient die industrielle Vernetzung verschiedenster Geräte und Systeme der Optimierung von Prozessen – im industriellen Kontext zur Optimierung ganzer Wertschöpfungsketten.

Anders als Deichkind sollte man an dieser Stelle aber erst einmal klein denken. Denn neben der Anzahl an Buzzwords und sonstigen Begrifflichkeiten kommt der gestresste Geschäftsführer eines Herstellungsbetriebs auf die Frage: „Und wie soll ich das bei mir einsetzen? Ich bin doch gerade erst dabei einen funktionierenden Online-Vertriebskanal mit meinen Händlern aufzubauen. Noch mehr Digitalisierung schafft mein Unternehmen nicht!“

Richtig ist, dass die Optimierung eines Prozesses nicht so einfach eintritt, sondern harte Arbeit benötigt. Falsch ist, dass die Einführung von IoT-Strukturen eine äußerst komplexe, ja schier unlösbare Aufgabe sei. Unter dem Credo der Rentabilität wird dann oft unwissend etwas integriert, was mit dem richtigen Einsatz von IoT nicht mehr viel gemein hat.

Wie an das Thema rangehen?

Enthusiasmus, ein wenig technisches Verständnis und vor allem der Mut zum Träumen. Fragt man Verantwortliche von mittelständischen Herstellerbetrieben oder auch Händler, die das passende Know-How besitzen, wie die Herstellung optimiert werden kann, sprudeln die Ideen nur so. Vieles läuft unter dem Deckmantel „Automatisierung“, was ja auch stimmt, doch ist die sich selbst optimierende Maschine ja durchaus ein IoT-Thema. In der Agrarwirtschaft hat das Ganze schon einen Namen: Smart Farming. Mähdrescher sind so autonom, dass ein defektes Teil erkannt und nachbestellt wird. Auch der Reparateur erhält einen Termin von der Maschine.

Wie bei allem in der Digitalen Transformation ist es wichtig bestenfalls das ganze Unternehmen miteinzubeziehen. Wo sehen die Mitarbeiter Optimierungsprozesse? Gibt es vielleicht schon Erfahrungen mit smarten Geräten? Welche – vielleicht bei oberflächlicher Betrachtung „wahnwitzigen“ – Ideen haben die Kollegen? Sobald eine Ideenliste steht, kann mit der Evaluierung nach dem technisch „Möglichen“ begonnen werden.

Und nein, es müssen nicht alle Maschinen von heute auf morgen umgerüstet, alle Prozesse vollends verändert oder eine Vielzahl der Belegschaft weitergebildet werden. Vorerst reicht ein Vorgehen im Prototyp-Stil, der im Best-Case weiterentwickelt werden kann. Sowas kann man bei genügend Ressourcen und unter Verwendung von „Baukästen“, wie beispielsweise von Relayr, in Eigenregie oder unter Einbezug Dritter, beispielsweise mit Hilfe einer Agentur, durchführen.

Die digitale Sensibilisierung

Die dotSource hilft bei der Digitalisierung von Marketing und Vertrieb. Aber viel mehr versuchen wir auch auf wichtige Zukunftsthemen zu sensibilisieren. Wir sind die, die von außerhalb des Tellerands kommen und Trends im digitalen Erfassen können. Unternehmen sollten dementsprechend die mutmaßlichen „next big things“ auf dem Schirm haben, evaluieren und sich dann gegebenenfalls näher damit beschäftigen. Sich solchen Themen zu verschließen, führt früher oder später eben dazu, dass windige Berater im eigenen Unternehmen sitzen und „Ich hab’s euch ja gesagt“ predigen.

handelskraft2017-trendbuch-coverDas Internet of Things ist dabei nur ein Zukunftstrend: Virtual/Augmented Reality oder die Künstliche Intelligenz sind die Tech-Trends der nächsten Jahre. Das Ziel ist dabei stets die Optimierung von Prozessen, selten werden ethische Fragen gestellt, wie beispielsweise eine Gesellschaft mit immer mehr durch Maschinen ersetzbaren Arbeitsplätzen umgeht. Mehr dazu? In unserem Trendbuch 2017 „Von Menschen und Maschinen“ finden sich Anregungen zu den Dingen von morgen. Hier kostenlos downloaden.

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