Das digitale Unternehmen oder auch: Party auf Hiddensee

Verfasst am 19. April 2017 von .

Grafik: Axel Brocke

Grafik: Axel Brocke

Im Büro scheint vielen noch das verlängerte Osterwochenende in den Knochen zu hängen: Sei es wegen stundenlanger Wanderungen durch typisches Aprilwetter oder weil die Kinder Schokohase und Co. schneller fanden als gedacht und die minutiös geplante Durchführung des “Versteckens” scheinbar für die Katz war. Auch Handelskraft-Autoren sind ausgeschwärmt und haben mit der Digitalisierungsbrille das ein oder andere Abenteuer erlebt.
 
So fragt man sich natürlich, basierend auf unzähligen Erfahrungen bei den unterschiedlichsten Kunden, wie man das Thema “Digitalisierung” überhaupt erst einmal in einem noch mit Faxgeräten hantierenden Unternehmen platzieren kann? Wie platziert man etwas an einem Ort, was dort auf den ersten Blick eigentlich nicht hingehört – also beispielsweise das Digitale im Analogen oder eine Veranstaltung mit elektronischer Tanzmusik auf der Insel Hiddensee?
 

Das passt hier nicht rein

Für alle, die sich im Urlaub nur auf Inseln wie Sylt oder Mallorca herumtreiben: Hiddensee ist eine kleine Insel im Osten Rügens. Autos dürfen hier keine fahren und gelebt wird vom Tourismus. Selbstredend, dass die hiesige Jugend nicht gerade viel zu tun hat und nach Veränderungen strebt, die möglicherweise eine jüngere Zielgruppe von Touristen ansprechen. Man will aber auch keine Party-Insel werden und sich stets auf die eigenen Werte berufen können.

Ähnliches gibt es auch in jedem Unternehmen: Die Einen wollen (digitalen) Fortschritt, während die Anderen diesen als den Untergang der Unternehmenskultur wahrnehmen. Man will sich ändern, aber es darf nicht ausarten. Stets müssen die eigenen Werte und das, was die bisherigen Kunden so schätzen, behalten werden. Die Formierung zweier unternehmensinterner Gruppen in “Dafür”- und “Dagegen”-Sprecher ist daher unausweichlich.

Die ersten Schritte

Wenn die “Dafür”-Sprecher mit Argumenten zu überzeugen wissen, wird das erste Budget freigegeben und man darf sich in einem “Quick and Dirty”-Vorgehen ausprobieren. Ähnlich wie in einem heruntergekommenen Bauwagen auf Hiddensee ist die Stimmung ausgelassen, niemand weiß wohin sich die Zukunft entwickelt und das Projekt-Team feiert sich erst einmal selbst. Was nicht weiter schlimm ist, denn nichts ist giftiger für den Fortschritt als Stillstand und selbst fehlerhafte, erste Schritte sind besser als gar keine – Stichwort: MVP.

Und vom perfekt umgesetzten Ziel – sei es der neue Onlineshop, die Überarbeitung des PIM-Systems oder der längst überfällige Wechsel von Excel zu einem richtigen CRM-System – ist man sowieso noch lange entfernt. Da stört es nicht, wenn die Tanzfläche zu klein ist, der erste Prototyp versagt oder kleine Reibereien im Team auftreten, denn aus Fehlern kann man bekanntlich das Meiste lernen.

Den ersten größeren Dämpfer gibt es dann aber auch schon relativ früh, und zwar dann, wenn im Bauwagen der Strom und damit die Musik ausfällt oder wenn man merkt, dass man zwar schon eine halbfertige Lösung entwickelt hat, die aber für das eigentliche Problem gar nicht zu gebrauchen ist. Macht nichts: Ärmel hoch und Neustart, noch ist das Projekt ja nicht verloren.

Das Team

Für den Projekterfolg gibt es aber noch einen zusätzlichen Faktor, den man nicht vernachlässigen sollte: Das Team. Bestenfalls handelt es sich dabei um einen oder gar mehrere DJs, die die aktuelle Lage im Raum wahrnehmen und dem Publikum das geben, was sie verlangen, jedoch nie eigene Ideen vernachlässigen. Denn je besser die Anforderungen der “Kunden” wahrgenommen werden, desto besser ist die Umsetzung.

Wie in jedem Team gibt es üblicherweise auch den Einen, der zu Beginn das Projekt vorangetrieben hat, zwischenzeitlich verschwindet, aber am Ende der Feier plötzlich wieder auftaucht. Und auch menschliche Störfaktoren existieren, seien es die ewigen Nörgler, die konstruktiv nichts beitragen oder der maulende Nachbar, weil die Musik viel zu laut ist. Das sind Dinge, die bei jedem Projekt auftreten und der Umgang mit eben solchen Problemen entscheidet oft genug darüber, ob ein Projekt erfolgreich oder wegen Ruhestörung vorzeitig beendet wird.

Nach der Feier ist vor dem Projekt

Je länger die Party respektive das Projekt problemlos “vor sich hinläuft”, desto euphorisierter werden alle. Oft braucht es jemanden, der konstruktiv diese positive Stimmung unterbricht und rational den weiteren Verlauf aufzeigt, denn am nächsten Morgen muss aufgeräumt werden und es bringt nichts, wenn alle verkatert in der Ecke liegen. Trotzdem sollten kleine Erfolge – oder auch Meilensteine – in riesigen Projekten immer den Umständen entsprechend gewürdigt werden.

Nur so hält man das Projektteam bei Laune, die Stakeholder werden beruhigt und schlussendlich kommt man dem eigentlichen Ziel Schritt für Schritt näher. Sei es nun die Etablierung einer neuen Art der Jugendkultur auf einer kleinen Insel oder die Digitalisierung von Marketing, Vertrieb und Services im eigenen Unternehmen.

Für all die, die mit den DJs der Digitalbranche eine Feier organisieren wollen oder noch mehr Urlaubsgeschichten hören möchten, seien unsere Digital Commerce Manager nahe gelegt. Egal welche Musikrichtung und unabhängig von der Größe der Party weiß dotSource, worauf die Crowd steht und wie man auch die eigentlichen Nutzer, die Mitarbeiter, in ein E-Commerce-, CRM-, CMS- oder PIM-Projekt miteinbezieht.

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